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OB Hilbert hat Pegida unterschätzt

09.05.2017

Ungewöhnlich offen äußerte sich Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) dazu, wie es zur Spaltung der Stadt kam. Auf die Frage, was in Dresden anders laufe und weshalb Pegida so lange Zeit Menschen auf die Straße bringt, sagte der OB am Montagabend im Presseclub Dresden, der Beginn sei anders als anderswo abgelaufen. „Anfänglich wurde unterschätzt, was sich da an Bewegung aufbaut.“

Dies habe dazu geführt, dass Proteste, Ablehnung bis hin zu Pöbeleien einen Boden gefunden haben. „Wären wir da früher rangegangen, wäre Dresden nicht so eine Bühne“, so der OB. Man hätte rechtzeitiger beginnen müssen, mit den Bürgern noch intensiver ins Gespräch zu kommen. „Es war ein Fehler, dass wir in der Spitze nicht das Feingefühl dafür hatten“, ist Hilberts Erkenntnis. Nun müsse mühsam daran gearbeitet werden, Ablehnung gegen Ausländer und einen „hohen Grad an Islam-Phobie“ abzubauen. Aber der Prozess laufe. Dazu sollen auch Veranstaltungen unter dem Titel Dresden.Respekt beitragen. (SZ/awe)