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Samstag, 17.05.2008

Nur die Dampflok brauchte Hilfe

MITTWEIDA - Großer Wirbel um den „Zug der Erinnerung“: Die rollende Holocaust-Ausstellung wurde erstmals auf ihrer Reise durch Europa unter Polizeischutz gestellt. Aus Angst vor Neonazi-Übergriffen. Doch glücklicherweise verlief der Tag ruhig - nur die Dampflok brauchte Starthilfe von der Feuerwehr.

Mehrere Streifen waren ges-tern im Bahnhof Mittweida, um die Holocaust-Schau abzusichern. Mit Erfolg! So gab es letztlich nur einen Zwischenfall: Die Feuerwehr musste anrücken, um die Lok wieder unter Dampf zu setzen - der Wassertank war leer.Zur selben Zeit fand auf dem Marktplatz eine Mahnwache statt. Künstler Gunter Demnig (60) aus Köln setzte 14 „Stolpersteine“. Jeder trägt den Namen eines jüdischen Mittweidaers, der durch Nazis verschleppt und ermordet wurde. Demnig: „Man stolpert mit dem Herzen, erinnert sich derer, die verloren gingen. Wir geben ihnen die Namen zurück.“

Bürgermeister Matthias Damm (53, CDU) forderte Zivilcourage: „Ein Tag der Toleranz. Ich rufe alle Bürger auf, gegen rechtsextremistisches Gedankengut vorzugehen. Es reicht nicht zu fragen ,Was tust du?‘, wichtiger zu fragen ,Was tue ich?‘.“ Landrat Volker Uhlig (58, CDU): „Was heute stattfindet, das ist Mittweida.“

Auch in Chemnitz bekannten viele Einheimische gestern Farbe. Mehrere Behörden luden zum „Bürgerfest gegen Rechts“. (cka)