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Freitag, 01.12.2017

Novemberwetter führt zu mehr Arbeitslosigkeit

Die Zahl der Erwerbslosen stieg im Landkreis leicht auf 19 420. Die Baubranche schickt viele Leute in Kurzarbeit.

Von Irmela Hennig

© Grafik: Gernot Grunwald

Landkreis. Nein, bislang hat sich wohl noch kein Mitarbeiter des Görlitzer Siemenswerkes bei der Arbeitsagentur gemeldet. Zumindest nicht, soweit Behördenleiter Thomas Berndt weiß. „Aber sie kämpfen dort ja noch.“ Zudem sei die Schließung erst in einigen Jahren angedacht. „Wenn es tatsächlich so kommt, wäre es ein herber Einschnitt für die Region“, sagt Thomas Berndt. Er verwies aber darauf, dass die Agentur für Arbeit grundsätzlich keine Konzernentscheidungen kommentiert und sich neutral verhalte.

Der Fall Siemens schlägt sich also noch nicht nieder in den Novemberdaten der Bautzener Agentur. Die wurden am Donnerstag verkündet. Der vergangene Monat mit zunehmend kaltem und unbeständigem Wetter brachte einen leichten Anstieg der Arbeitslosenzahlen in der Oberlausitz. 19 420 Männer und Frauen waren ohne Job. Das sind 49 mehr als im Oktober. Den stärksten Anstieg gab es in Niesky und Zittau. Die Quote lag bei 6,9 Prozent. Zwei Hauptgründe nannte Thomas Berndt für den Anstieg. Es gebe 13 Prozent weniger Ein-Euro-Jobs bei den Jobcentern in Görlitz und Bautzen. Wer einen solchen ausübt, wird nicht unter die Arbeitslosen gerechnet. Er gilt als unterbeschäftigt. Außerdem wurden witterungsbedingt Menschen entlassen. Die Zahl sei aber nicht groß. Viele Betriebe, gerade in der Bauwirtschaft, nutzen das Saison-Kurzarbeitergeld für die Branche. „Denn wenn sie ihren Leute jetzt kündigen, sind diese weg.“ Die Nachfrage nach Bauarbeitern sei groß.

Vergleicht man die aktuellen Daten mit denen vom November 2016, gibt es eine positive Tendenz. Denn derzeit sind knapp 2 100 Oberlausitzer weniger arbeitslos, als noch vor einem Jahr.

Der Agentur wurden 894 freie Jobs gemeldet. Das waren 288 weniger als im Oktober. Ein Grund dafür ist, dass die Kurierdienste, die in der Vorweihnachtszeit erfahrungsgemäß mehr Personal benötigen, inzwischen Leute gefunden haben. Auf dem Bau wird weniger eingestellt, auch im verarbeitenden Gewerbe sanken die Zahlen. Dennoch hat letztere Branche immer noch knapp 900 freie Stellen zu bieten. Die meisten Möglichkeiten gab es aber bei Zeitarbeitsfirmen – mit über 1 200 Stellen. Auf Platz drei kam das Gesundheits- und Sozialwesen mit 437 Jobs. In Zittau waren im November 2 294 Menschen arbeitslos gemeldet. Das waren 53 mehr als im Oktober. Die Quote lag bei acht Prozent. In Löbau waren 1 839 Oberlausitzer ohne Job, ein Minus von 34. Die Quote: 6,2 Prozent.