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Dienstag, 13.06.2017

Novaled baut Dresdner Firmensitz mit einem Handy im Grundstein

Samsung aus Korea gibt 25 Millionen Euro aus, um eine sächsische Getreidemühle von 1902 umzubauen. Daraus kommt Technik, auch für Apple.

Von Georg Moeritz

So soll der neue Sitz von Novaled aussehen: Hinten die ehemalige Garnisonmühle mit Platz für Büros, als moderner Anbau das Technikum für die Chemie.
So soll der neue Sitz von Novaled aussehen: Hinten die ehemalige Garnisonmühle mit Platz für Büros, als moderner Anbau das Technikum für die Chemie.

© Visualisierung: Novaled

Dresden. Wenn Koreaner einen Grundstein legen, dann zementieren sie nicht nur Münzen und Zeitungen ein. Auch ein Samsung-Smartphone S 6 ist seit Montag Teil der Bodenplatte eines künftigen Technikums im Dresdner Norden. Die Samsung-Tochterfirma Novaled investiert 25 Millionen Euro in ihren zweiteiligen neuen Firmensitz. Der besteht aus Reinräumen für die Chemikalien und aus Büros in einer ehemaligen Getreidemühle von 1903.

Bis 1945 wurde Korn für den Provianthof der Armee in der Dampfmühle zerkleinert. Förderschnecken und historische Produktionsteile sollen erhalten bleiben, wenn künftig Büromöbel in die 4,50 Meter hohen Räume kommen. Im Sommer nächsten Jahres will Novaled den Umbau der Mühle und den Neubau fertig haben. „Nach langem, langem Warten“ sei der Bau beschlossen worden, sagte Geschäftsführer Gerd Günther. Die Stadt habe dann sehr schnell Genehmigungen erteilt: „So geht erfolgreiches Ansiedeln und Halten von Wirtschaftsunternehmen.“

Seit Ende 2013 gehört das Dresdner Unternehmen zu Samsung. Noch sitzt Novaled im Bioinnovationszentrum nahe der Uniklinik. Zu den jetzt 135 Beschäftigten sollen im Neubau 25 dazukommen. Bei gutem Geschäft sei eine Erweiterung um noch einmal 35 möglich, sagte Günther.

Gutes Geschäft – das bedeutet für Novaled Wachstum bei Smartphones, bei Leuchten, aber auch bei Autos. Denn die Dresdner liefern Chemikalien, die in Oleds verwendet werden: Das sind farbige Leuchtplatten für etwa zehn Kunden, von Samsung über LG bis Osram. Auch Apple verwendet Displays von Samsung, in denen die Dresdner Technologie steckt. LG-Fernseher und Rückleuchten im Audi TT sind ebenfalls aus dem Oled-Kunststoff. Die Displays werden in Asien hergestellt, in Dresden nur in kleinen Mengen für Tests – Novaled versteht sich als Spezialchemikalienunternehmen. Zu den Gründern der Firma aus der Technischen Universität Dresden heraus zählt Professor Karl Leo. Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) sagte, die Dresdner Technologie um organische Leuchtdioden und Solarzellen reihe sich ein in die „stolze Geschichte der sächsischen Erfindungen“. Tillich nannte Teebeutel und Filtertüte.

Novaled hat mehr als 900 Patente angemeldet. Der Umsatz des Unternehmens wächst rasch, voriges Jahr legte er von 52 auf 66 Millionen Euro zu. Geschäftsführer Günther sagte, dass „in der ehemaligen Heeresbäckerei künftig keine kleinen Brötchen mehr gebacken werden“.

Einige Wände des neuen Technikums standen zur Grundsteinlegung schon. Neben dem mehrfarbigen Blütensymbol von Novaled weht an der Baustelle das Margariten-Zeichen des Schweizer Baukonzerns Implenia – er hat Bilfinger Hochbau übernommen und ist damit auch für die Dresdner Baustelle zuständig. Günther dankte dem Nachbarunternehmen Bosch Pharmatec, das „spontan seinen Vorgarten“ anbot, um Erdhaufen zwischenzulagern. Die Baukosten waren bisher mit gut 20 Millionen Euro angegeben worden, laut Sprecherin Anke Lemke wurde aber mit 25 gerechnet.

www.novaled.com