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Donnerstag, 09.12.2010 Großenhain/Meißen

Notoperation rettet angeschossenen Kater

Mit einer Schusswundeam Hals wurde Kater Goliath ins Tierheim Meißen eingeliefert.

Von Jörg Mosch

Anwohner des Großenhainer Kirchwegs haben am Sonntagnachmittag einen verletzten Kater nach Meißen-Winkwitz ins Tierheim gebracht. Das Tier wirkte verstört, hatte eine große Wunde am Hals und offensichtlich kein Zuhause.

Tierheimchef Mario Aßmann untersuchte die Verletzung und nahm schließlich noch am selben Abend eine Notoperation vor. Dabei zog er ein Luftgewehrgeschoss, einen Diabolo, aus der noch immer blutenden Wunde. „Das Tier hat wirklich Glück gehabt“, sagte er danach. „Nur knapp neben dem Einschussloch verläuft die Halsschlagader. Wäre die getroffen worden, wäre der Kater verblutet.“

Anzeige wegen Tierquälerei

Goliath, wie der Stubentiger wegen seiner Größe von den Tierheimmitarbeiterinnen genannt wurde, hatte gestern Nachmittag den Eingriff gut überstanden. Wegen der noch offenen Wunde wurde er allerdings nicht mit anderen Katzen zusammengesperrt. Er soll morgen an eine private Pflegestelle gegeben werden – und so lange bleiben, bis seine Verletzung geheilt ist.

Im Tierheim hofft man allerdings, dass sich zwischenzeitlich der oder die Besitzer des Tieres melden. Mario Aßmann vermutet, dass Goliath nach dem Beschuss aus seiner gewohnten Umgebung geflohen ist oder sich nicht wieder nach Hause getraut hat. Von den Anwohnern des Kirchwegs im Großenhainer Ortsteil Weßnitz sei er in den vergangenen Wochen mehrfach gesehen worden.

An Dienstag hat Aßmann bei der Polizei Anzeige erstattet. Zunächst gegen Unbekannt. Doch es gebe einen konkreten Verdacht, wer da in Großenhain mit dem Luftgewehr auf Tiere schießt, sagt er. Hier sei eindeutig der Tatbestand der Tierquälerei erfüllt. Das ist eine Straftat, für die das Gesetz Geldbußen und im Wiederholungsfall eine Haftstrafe von bis zu fünf Jahren vorsieht. Aßmann hofft nun auf die Ermittlungsarbeit der Großenhainer Polizei und die Hilfe der Bevölkerung. Hinweise nimmt das Tierheim unter 03521 730169 entgegen.

Für Ruth Stürmer vom Großenhainer Tierschutzverein ist dies der erste derartige Fall von Tierquälerei in der Stadt. Dass Goliath in Weßnitz quasi auf der Straße lebt, war ihr schon im November vor dem plötzlichen Wintereinbruch zugetragen worden. Es könnte also sein, dass er ausgesetzt oder verstoßen wurde. „Hier hätten wir ohnehin bald gehandelt“, sagt Ruth Stürmer. Dass jemand auf Hunde oder Katzen schießt, sei bisher nicht in Großenhain vorgekommen, so Stadtsprecherin Diana Schulze. Allerdings sei auch das Anbinden und Aussetzen Tierquälerei. Und das gebe es recht häufig.