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Montag, 02.05.2016

Nostalgie und Zukunft

Der Döbelner Autofrühling bietet den Besuchern eine nie da gewesene Zeitspanne aus Geschichte und Zukunft des Automobilbaus.

Von Rasmus Wittrin

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Robby Gärtner vom Autohaus Ertl Döbeln zeigt, wie ein Renault Zoe geladen wird. Der Anschluss für das Ladekabel befindet sich direkt hinter dem klappbaren Automarkenzeichen an der Frontseite des Pkw. Ein Ladevorgang dauert — je nach Leistung der Ladestation — zwischen einer halben (dann ist der Akku zu 80 Prozent geladen) und neun Stunden an der normalen Steckdose.
Robby Gärtner vom Autohaus Ertl Döbeln zeigt, wie ein Renault Zoe geladen wird. Der Anschluss für das Ladekabel befindet sich direkt hinter dem klappbaren Automarkenzeichen an der Frontseite des Pkw. Ein Ladevorgang dauert — je nach Leistung der Ladestation — zwischen einer halben (dann ist der Akku zu 80 Prozent geladen) und neun Stunden an der normalen Steckdose.

© André Braun

  • Robby Gärtner vom Autohaus Ertl Döbeln zeigt, wie ein Renault Zoe geladen wird. Der Anschluss für das Ladekabel befindet sich direkt hinter dem klappbaren Automarkenzeichen an der Frontseite des Pkw. Ein Ladevorgang dauert — je nach Leistung der Ladestation — zwischen einer halben (dann ist der Akku zu 80 Prozent geladen) und neun Stunden an der normalen Steckdose.
    Robby Gärtner vom Autohaus Ertl Döbeln zeigt, wie ein Renault Zoe geladen wird. Der Anschluss für das Ladekabel befindet sich direkt hinter dem klappbaren Automarkenzeichen an der Frontseite des Pkw. Ein Ladevorgang dauert — je nach Leistung der Ladestation — zwischen einer halben (dann ist der Akku zu 80 Prozent geladen) und neun Stunden an der normalen Steckdose.
  • Finn (vorne) und Eric (hinten) in einem Wanderer W25K. Auf dem Obermarkt sind insgesamt 20 Oldtimer ausgestellt, die Jung und Alt gleichermaßen begeistern.
    Finn (vorne) und Eric (hinten) in einem Wanderer W 25 K. Auf dem Obermarkt sind insgesamt 20 Oldtimer ausgestellt, die Jung und Alt gleichermaßen begeistern.
  • Die Roßweiner Spielleute ziehen pfeifend, trommelnd und Becken schlagend durch die Innenstadt. Auch eine Lommatzscher Gruppe spielte.
    Die Roßweiner Spielleute ziehen pfeifend, trommelnd und Becken schlagend durch die Innenstadt. Auch eine Lommatzscher Gruppe spielte.

Döbeln. Ein Audi Wanderer W 25 K Sportroadster, Sechszylinder, 85 PS, Höchstgeschwindigkeit 150 Stundenkilometer, Baujahr 1936 begegnet wahrscheinlich nicht gerade oft einem Renault Zoe, 100 Prozent elektrisch betrieben, keine Emissionen. Doch beim Döbelner Autofrühling passiert genau das. Denn auf Initiative Jens Seyffarth werden zum ersten Mal auch Oldtimer ausgestellt. Private Sammler sowie die Autohäuser Gruma und Opel-Seyffarth brachten 20 Wagen auf den Obermarkt. „Das ist eine coole Aktion, und wir werden das das nächste Mal bestimmt wieder machen. Die Resonanz ist riesig, und die alten Fahrzeuge passen gut in das Bild des Autofrühlings“, so Jan Heinicke, Prokurist bei Gruma. Der älteste der ausgestellten Wagen, der Wanderer, ist aus dem Jahr 1936.

Skepsis überwiegt oft noch

Andere Autohändler aus der Region stellen in der Innenstadt den Besuchern ganz andere Fahrzeuge zur Schau: Elektroautos. Ingolf Schreiber, Besucher des Autofrühlings, steht solchen Fahrzeugen jedoch skeptisch gegenüber. Er sehe da einfach noch zu viele Probleme, wie die bisher unzureichend ausgebaute Infrastruktur der Schnellladestationen und die geringe Reichweite der Akkus. „Meine Kinder wohnen zweihundert und zweihundertfünfzig Kilometer von mir entfernt. Wie soll ich die denn besuchen, wenn ich unterwegs keine Ladestation finde, zumal das Laden ja sowieso mehrere Stunden in Anspruch nimmt?“, fragt Schreiber.

Robby Gärtner, Automobilverkäufer des Renault-Autohauses Ertl, weiß, dass viele Autofahrer noch skeptisch gegenüber Elektroautos sind. „Trotzdem glaube ich, dass ihnen die Zukunft gehören wird.“ Und die Zukunft scheint in diesem Fall schon angebrochen zu sein: Beim Autofrühling stellt Gärtner unter anderem einen voll elektrisch betriebenen Renault Zoe vor. Der Zoe sei etwas Besonderes, so Gärtner. Renault hat 60 Patente auf ihn angemeldet, und er wurde von Grund auf für den elektrischen Antrieb entworfen. Vor allem mache aber das Fahren mit ihm unheimlich viel Spaß: Dadurch, dass die Kraftübertragung nicht durch Kuppeln, Schalten und Gangwechsel beeinträchtigt wird, kann der Zoe sofort beim Starten sein maximales Drehmoment ausnutzen. „Wenn man mit ihm an einer Ampel wartet und sie auf Grün springt, fährt man den anderen davon. Das gibt ein ganz anderes Fahrgefühl mit der schnelleren Beschleunigung“, schwärmt Gärtner.

Aber nicht nur das mache den Zoe attraktiv: Mit einer Reichweite von bis zu 190 Kilometern bei der neuesten Generation, 88 PS, einer Höchstgeschwindigkeit von 135 Stundenkilometern und der umweltfreundlicheren Energiequelle sei der Zoe eine gute Alternative zu herkömmlichen Autos. „Außerdem hat eine Studie belegt, dass 80 Prozent der Deutschen nicht mehr als 80 Kilometer pro Tag mit dem Auto fahren. Aufladen kann man den Zoe dann über Nacht an der eigenen Ladestation, die von Renault angebaut wird“, erzählt Schreiber.

Elektro-Flitzer für die Pfleger

Gute Erfahrungen mit Elektroautos hat Jörg Müller, Mitarbeiter der Krankenpflege Hummitzsch, gemacht. „Wir haben in unserer Autoflotte einen voll elektrisch betriebenen VW Up. Der macht sich echt gut.“ Müller glaubt, dass vor allem der hohe Anschaffungspreis potenzielle Käufer abschreckt: „Der Unterhalt an sich ist ja viel günstiger; Ölwechsel und so was braucht man nicht mehr. Nur kostet der Elektro-Up mehr als das doppelte als ein normaler VW Up.“ Das sei auch für ihn als Privatperson das größte Hindernis, sich selbst ein Elektroauto zu kaufen.