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Freitag, 08.12.2017 Kommentar

Nicht nur eine Momentaufnahme

Von Daniel Klein

Daniel Klein
Daniel Klein

© Robert Michael

Das gab es noch nie. Erstmals ziehen fünf Klubs aus einem Land ins Achtelfinale der Champions League ein. England feiert die „Fantastic Five“, Manchester City, Manchester United, Tottenham Hotspur, Chelsea und Liverpool haben allesamt die Gruppenphase überstanden – und bis auf Chelsea sogar als Tabellenführer. Spanien hat noch drei Vertreter dabei. Und Deutschland? Bayern München ist der letzte Mohikaner.

Vor fünf Jahren sah es noch ganz anders aus, da schaffte es kein englischer Verein ins Viertelfinale, München und Dortmund fegten im Halbfinale Barcelona und Madrid aus dem Wettbewerb. Ist das also nur eine Momentaufnahme und nächste Saison alles wieder gut?

Wahrscheinlich nicht. Der einstige Europapokal der Landesmeister ist längst zum Cup der Superreichen geworden. Und da fällt es deutschen Vereinen immer schwerer, mitzuhalten. Oligarchen, Scheichs, Megakonzerne und Staaten kämpfen gegeneinander. Katar (Paris, Barcelona) spielt gegen die Vereinigten Arabischen Emirate (Manchester City), die USA (Manchester United, Liverpool) gegen China (AC und Inter Mailand) und Russland (Chelsea). Hinzu kommen die irrwitzigen TV-Prämien in der Premier League. Der Fall Neymar zeigt, in welchen Dimensionen sich das Geschäft mit dem Fußball inzwischen bewegt.

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Auf dem Festgeldkonto des FC Bayern, auf das die Münchner immer so stolz waren, liegen 140 Millionen Euro. Dafür bekommt man einen Superstar – mehr nicht. Die Vereine aus England und Spanien können sich spielend drei aus dieser Kategorie leisten. Die „Fantastic Five“ werden kein Novum bleiben.

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