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Mittwoch, 04.10.2017

Neustart im Freibad

Still ruht der See? Nicht ganz, denn beim Freibad Hagenwerder gibt es Veränderungen. Einen öffentlichen Badebetrieb wird es aber nicht mehr geben.

Von Daniela Pfeiffer

Für Veranstaltungen immer beliebt: das Freibad Hagenwerder. Die Modellboot-WM 2015 war zweifelsohne einer der Höhepunkte der vergangenen Jahre.
Für Veranstaltungen immer beliebt: das Freibad Hagenwerder. Die Modellboot-WM 2015 war zweifelsohne einer der Höhepunkte der vergangenen Jahre.

© nikolaischmidt.de

Viele Badegäste waren es schon in den vergangenen Jahren nicht mehr. Der Berzdorfer See hatte dem Freibad Hagenwerder den Rang längst abgelaufen. Aber trotzdem gab es immer noch Vereinzelte, die die Ruhe und Abgeschiedenheit des Sees vor den Toren Hagenwerders schätzten.

Das mit dem öffentlichen Baden ist vorbei. Das dürften viele bedauern, die sich noch an früher erinnern können, als das 1974 eröffnete Naturbad Hagenwerder noch Sozialgebäude, Kiosk, Spielgeräte, Beach-Volleyballfeld und Sprungturm hatte.

Einen „öffentlichen Badebetrieb“ wird es nicht mehr geben, sagt Manuela Golde von der Stadtverwaltung Ostritz. Offiziell vorbei war das eigentlich schon länger: Spätestens seit der frühere Badbetreiber Ralf-Peter Franke mit dem Ende seines Pachtvertrages gehen musste, wurden die Badegäste weniger. Die Geschichte um seinen Nachfolger Helge Hanfeld begann vielversprechend, endete aber kurios. Hanfeld hatte als neuer Pächter im Sommer 2015 hier die Modellboot-WM organisiert, sich vorher wochenlang um das Bad gekümmert, viel in Eigenleistung gebaut und gezimmert und auch den Sanitärtrakt in Ordnung gebracht.

Die WM war rundum ein Erfolg, Hanfeld wollte das Bad weiter betreiben. Doch inzwischen ist er weg. Verzogen heißt es. Unerreichbar für die SZ, seit Monaten reagiert er auf keine Anfragen.

Seither ist es still geworden um den See. Besitzer sind nach wie vor die Stadt Ostritz und zu einem Teil eine Privatperson. Doch es gibt auch Neuigkeiten: Wie Manuela Golde ankündigt, sei ein Verein in Gründung, der alle Nutzer für die Grundstücke vereint und im Einvernehmen mit dem privaten Eigentümer und der Stadt Ostritz agiert. Ein neuer langfristiger Pachtvertrag sei bisher noch nicht abgeschlossen, da die Vereinsgründung noch nicht rechtlich beendet ist. Konkrete Namen und Vorhaben will sie nicht nennen.

Das Bad war immer auch bekannt für Veranstaltungen, oft sogar überregional. Mehrere Jahre lang strömten Jugendliche zu Festivals wie La Pampa, House of Summer und Moxxom her, hielt das Technische Hilfswerk hier seine Sommerlager ab. Veranstaltungen gab es auch diesen Sommer. Sie wurden bereits vom neuen Verein organisiert. Es wird also weitergehen mit dem schönen Naturbad, das in den vergangenen Jahren eine so wechselvolle Geschichte hatte. Ob es an seine besten Zeiten anknüpfen kann, muss die Zeit zeigen.