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Donnerstag, 12.11.2009

Neustart für 8x8-Chauffeure?

Bei der Chauffeur Service Dresden GmbH hat derzeitder Insolvenzverwalter das Sagen. Ob ein Investor dieFirma übernimmt, sollbald entschieden sein.

Von Andreas Rentsch

Bei allem Trubel, den es in den vergangenen Wochen gegeben habe – eines habe sich nicht geändert, sagt Gero Weißgerber: „Die Dresdner haben nach wie vor die Wahl zwischen Gelb und Schwarz.“

Gelb, das sind die über 500 Taxis der Genossenschaft. Schwarz sind die gut zwei Dutzend Limousinen des bekannten Mietwagen-Anbieters 8x8, für den Weißgerber als Marketing-Mann tätig ist. Deren knapp 40 Fahrer haben stressige Zeiten hinter sich. Erst ging ihr Arbeitgeber, die Chauffeurservice Dresden GmbH, in Insolvenz. Dann wurde 8x8-Gründer Jörg Zeisberg wegen Betrug und Insolvenzverschleppung zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Dass der Betrieb relativ normal weiterlaufe, sei wohl auch der Tatsache geschuldet, dass man Kunden kein großes Risiko aufbürde, glaubt Weißgerber. Der Fahrgast bucht, fährt die gewünschte Strecke, bezahlt. Fertig.

Selbst Insolvenzverwalter Henning Schorisch hat dem Unternehmen gute Noten erteilt, was dessen operatives Geschäft anbelangt. Seit Monaten arbeitet der Jurist daran, einen neuen Investor für die Chauffeurservice Dresden GmbH zu finden und die Jobs zu erhalten. Wie die Chancen stehen, darüber gibt er derzeit aber keine Auskunft.

Möglich sei beispielsweise auch, dass ein Interessent nicht den Weg der Übernahme wähle, um die Marke 8x8 zu erhalten, sagt einer, der sich mit dem Thema auskennt. Also ein Neustart unter anderer Flagge? Derjenige, der die einprägsame Zahlenkombination einst etablierte, will sich nicht zu aktuellen Entwicklungen äußern. Über seinen Kollegen Weißgerber lässt Jörg Zeisberg lediglich noch ausrichten, er habe mit seinem Auftreten nie Arbeitsplätze gefährden wollen.

Bei der Taxigenossenschaft reagiert man zurückhaltend auf Fragen nach der Chauffeurservice-Firma. Die Insolvenz habe an der Situation im Gewerbe nichts geändert, sagt Vorstand Henry Roßberg. 8x8 sei zehn Jahre am Markt, es sei nicht davon auszugehen, dass sich dies ändere. Im Übrigen habe es die oft kolportierte Konkurrenz nicht gegeben. Zeisbergs Chauffeure seien nur „Mitbewerber“ gewesen. Auf die strukturellen Unterschiede zwischen einem Limousinendienst und einem Taxibetrieb hat Roßberg immer Wert gelegt.

Die Kunden vergleichen trotzdem – und finden Vor- und Nachteile bei den jeweiligen Anbietern. So liegt bei den gelben Taxis zwar der Grundpreis und der werktags von 5bis 20 Uhr geltende Kilometer-Tarif ab dem vierten Kilometer niedriger, die 8x8-Fahrer punkten dagegen unter anderem mit dem Versprechen, verkehrsbedingte Standzeiten nicht anzurechnen.