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Donnerstag, 12.04.2018 Cheerleading

Neun für Orlando

Riesaer Cheerleaderinnen reisen am Mittwoch zur WM. Mit Chancen auf Edelmetall.

Von Thomas Riemer

Diese neun Frauen und Mädchen vertreten die Farben des Riesaer Cheerleadervereins bei der diesjährigen Weltmeisterschaft in Orlando.
Diese neun Frauen und Mädchen vertreten die Farben des Riesaer Cheerleadervereins bei der diesjährigen Weltmeisterschaft in Orlando.

© privat

Riesa. Zu Ostern noch im Trainingslager in Auerbach, sitzen neun Riesaer Cheerleaderinnen derzeit buchstäblich auf gepackten Koffern. Für die fünf „Juniors“ Lilli Karger, Pia Lehmann, Pauline Seidel, Emily Blohm und Vivien Meyer sowie die „Seniors“ Franziska Schmiedgen, Victoria Natzschka, Anne Marie Miethe und Sophia Herkt geht es am Mittwoch mit dem Flieger nach Orlando in Florida. Dort finden wie schon im Vorjahr die Weltmeisterschaften im Cheerleading statt, bei denen die beiden Gruppen im Team der bundesdeutschen Nationalmannschaft die Riesaer Farben vertreten.

Für die Seniors ist es die zweite Teilnahme, nachdem sie 2017 mit Silber zurückkehrten. Die Juniors dagegen betreten WM-Neuland. Die Jüngste ist gerade mal 12, die Älteste 15 Jahre alt. Für alle ist es auch die erste Reise in die USA. Das fordert natürlich die Hilfe des Betreuerteams und der „alten Hasen“ aus dem eigenen Verein. „Auf dem Hin- und Rückflug übernehmen dir Seniors die Mama-Rolle, vor Ort sind dann Betreuer und Trainer, so dass die Kleinen nicht alleine sind“, bestätigt Sophia Herkt vom Senior-Team.

Extra motiviert werden müssen die Riesaerinnen für die WM natürlich nicht. Das Senior-Quartett hat den zweiten Platz des Vorjahres zu verteidigen. Und auch das Jugendnationalteam kehrte 2017 mit Silber aus Orlando zurück – damals freilich ohne Riesaer Beteiligung. Die Chancen auf Edelmetall sind also durchaus realistisch. Die Wettkämpfe für alle Teilnehmer finden vom 25. bis 27. April statt, vorher „quälen“ sich die Deutschen nochmals im Trainingslager vor Ort. „Wir freuen uns wahnsinnig auf die bevorstehende Zeit“, sagt Sophia Herkt. Gegen das „Herzflimmern“ und das Lampenfieber in den Tagen davor helfe vor allem eins: „Immer zusammenhalten. Die Unterstützung der Trainer, Freunde und Bekannten motiviert uns so sehr, dass die Aufregung in Motivation übergeht.“

Das Senior-Team ist im Vergleich zum Vorjahr personell unverändert geblieben. Allerdings ist das Programm der Auftritte noch schwieriger geworden. „Wir haben nochmal eine Schippe draufgepackt, es wurde noch perfektionistischer trainiert“, so Sophia Herkt. Dabei sei hin und wieder auch mal eine „Schmerzgrenze“ überschritten worden. „Aber da wir meist zu viert trainieren, kommt der Spaß natürlich nicht zu kurz“, sagt die Riesaerin. Sie selbst freue sich am meisten auf den Tag, an dem die Vorrunde über die Bühne geht. „Die Vorbereitung auf den Wettkampf, der Nervenkitzel und Zusammenhalt ist einfach unbeschreiblich, egal wie hart der Tag auch ist“, sagt Sophia Herkt und strahlt übers ganze Gesicht.

Seit sie mit ihren drei Cheerleaderkolleginnen mit WM-Silber aus Florida zurückgekehrt ist, sei das Quartett oft darauf angesprochen worden. Und doch habe sich ihr Leben nicht grundsätzlich verändert. „Wir sind auf dem Boden geblieben, arbeiten genauso hart für die diesjährige WM“, sagt Sophia Herkt. Da stört auch nicht, dass am WM-Ort selbst kaum Zeit für Sehenswürdigkeiten oder die Erlebnisparks bleibt. Nach der Ankunft ist ein Tag für die Eingewöhnung und die Verarbeitung der Zeitumstellung vorgesehen. Zwischen den Trainingseinheiten ist lediglich ein „freier“ Tag vorgesehen, der dem Teambuilding vorbehalten ist. Für das Gros der Mannschaft geht es unmittelbar nach den Wettkämpfen sofort zurück nach Deutschland. Für einige Teilnehmerinnen stehen dann schon wieder Prüfungen an.

Vorher die sportliche Jahresprüfung zu bestehen, ist natürlich der Wunsch der neun Riesaer WM-Starterinnen.