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Samstag, 26.08.2017

Neun erstaunliche Fakten zum Röhrscheidtbad

Am Montag endet die Sommerpause. Hinter dem Badespaß in Bautzen stecken viel Aufwand und beeindruckende Zahlen.

Von Sebastian Kositz

Großreinemachen war in den vergangenen beiden Wochen im Röhrscheidtbad angesagt. Schwimmmeister Vincent Barwick bringt gerade den Unterwasserstaubsauger zum Einsatz, der den Beckenboden täglich von Schmutz befreit.
Großreinemachen war in den vergangenen beiden Wochen im Röhrscheidtbad angesagt. Schwimmmeister Vincent Barwick bringt gerade den Unterwasserstaubsauger zum Einsatz, der den Beckenboden täglich von Schmutz befreit.

© Uwe Soeder

Bautzen. Zwei Monate war das Röhrscheidtbad in Gesundbrunnen dicht. Die Sommerpause haben die Mitarbeiter genutzt, um das Bad zu putzen, die Anlagen zu warten und Schäden zu reparieren. Eine Mammutaufgabe, denn schließlich ist das 2005 eröffnete Schwimmbad kein handelsüblicher Swimmingpool. Im Gegenteil. Hinter den Kulissen steckt jede Menge Technik, und die Mitarbeiter müssen täglich eine Reihe von Handgriffen erledigen, damit die Gäste sich wohlfühlen. Die SZ hat genau hingeschaut – und präsentiert neun beeindruckende Fakten übers Röhrscheidtbad.

1. Viel, viel Wasser: Drei Becken gibt es in dem Bad – und da passt jede Menge Wasser rein. Das große Schwimmbecken ist mit fast 700 000 Litern befüllt. Das entspricht 3 500 vollen Badewannen. Ins Nichtschwimmerbecken passen immerhin noch 90 000 Liter (450 Badewannen). Das Planschbecken fasst 14 000 Liter.

2. Geduld beim Ablassen: Um das große Becken zu reinigen und Schäden zu reparieren, musste zunächst das Wasser abgelassen werden. Das dauert fünf Tage! Denn es muss in die Kanalisation gepumpt werden, weil die höher liegt, als das Becken tief ist. Das Einlassen geht übrigens viel schneller: Nach nicht einmal einem Tag war das Becken wieder voll.

3. Kraftwerk im Keller: Was viele Gäste nicht sehen können, ist das kleine Kraftwerk im Keller der Halle. Dort erzeugt eine Gasturbine Strom und Wärme. Der Strom wird ins Netz eingespeist, die Wärme benötigt, um das Wasser fürs Schwimmbecken bei konstanten 28 Grad Celsius zu halten. Bei den Nichtschwimmern ist es zwei Grad wärmer.

4. Sauber dank Kokosnuss: Das Wasser in den Becken wird fortlaufend gereinigt. Was überschwappt, läuft durch lange und große Leitungen und wird in riesige Filteranlagen gepumpt. Dort wird das Wasser durch eine Schicht aus Sand und Kokosnusskohle gepresst – bevor es wieder in die Becken kommt.

5. Chlor und Schwefelsäure: Nur mit Filtern allein ist das Wasser natürlich nicht sauber zu halten. Um Keime abzutöten, braucht’s Chlor. Und sogar Schwefelsäure ist im Spiel, um den pH-Wert des Wassers zu senken. Die Zugabe der Chemikalien ist computergesteuert.

6. Immer in Bewegung: Das Wasser warm und sauber zu halten, ist ein stetiger Kreislauf. Die Pumpen und Filter sind so stark, dass das Wasser im großen Becken rein rechnerisch nach etwa vier Stunden einmal komplett durchgespült ist. In den Becken für Nichtschwimmer und Kleinkinder geht es sogar noch schneller. Das ist auch nötig, weil einerseits dort das Wasser wärmer ist – und Kinder öfter auch mal darin Pippi machen.

7. 500 Nutzer am Tag: Das Hallenbad ist offenkundig beliebt. Im Durchschnitt begrüßen die Mitarbeiter an normalen Tagen 200 bis 250 zahlende Gäste – und unter der Woche kommen noch einmal so viele Nutzer durchs Schulschwimmen, therapeutisches Schwimmen, Babyschwimmen und Vereine hinzu.

8. Immer wieder neues Wasser: Das Becken einmal aufgefüllt und gut? Mitnichten. Denn mit jedem Besucher verschwinden 30 bis 50 Liter Wasser – die er aus dem Becken trägt oder das verdunstet. Unterm Strich ist das immerhin deutlich mehr, als in das Planschbecken passt. Deshalb muss ständig frisches Nass aus dem Bautzener Trinkwassernetz nachgepumpt werden.

9. Fast immer geöffnet: Abgesehen von der obligatorischen Sommerpause hat das Röhrscheidtbad das gesamte Jahr über täglich geöffnet. Lediglich am 25. Dezember bleiben die Türen der Halle in Gesundbrunnen verschlossen.

Ab Montag hat das Bad täglich geöffnet: Mo. 10–20 Uhr; Di. 6.30–7.30, 10–22 Uhr; Mi. 10–14 , 15–18, 20–22 Uhr; Do. 10—19 Uhr; Fr. 6.30–7.30, 10– 21 Uhr, Sa./So. 10–18 Uhr. Der Eintritt kostet für eine Stunde drei Euro, für Kinder und Jugendliche zwei Euro.

www.badeninbautzen.de