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Freitag, 20.05.2016

Neumarkt-Streit: Baurecht für Investor

Das Gutbierische Haus stand einst dort, wo jetzt der Kulturpalast steht. Deshalb scheidet ein Wiederaufbau aus.

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So sehen die Pläne für das moderne Haus aus, das direkt neben dem Kulturpalast gebaut werden soll.
So sehen die Pläne für das moderne Haus aus, das direkt neben dem Kulturpalast gebaut werden soll.

© Visualisierung: KIB

Die Gesellschaft historischer Neumarkt kritisiert die Pläne der Nürnberger Investoren KIB, zwischen Heinrich-Schütz-Residenz und Kulturpalast einen modernen Bau zu errichten. Staffelgeschosse und Flachdächer würden nicht an die Stelle passen, wo der Übergang von Alt- zum Neumarkt ist (die SZ berichtete).

Nun schaltet sich auch Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Grüne) in die Debatte ein. „Der Investor besitzt einen rechtsverbindlichen Bauvorbescheid und damit ein Baurecht“, stellt er klar. Die KIB habe auch versucht, die Erwartungen bei der Fortschreibung seiner Planung zu berücksichtigen. „Und er hat sich den Empfehlungen der Gestaltungskommission unterworfen“, erklärt Schmidt-Lamontain. So habe er bei den Materialien für die Fassaden und der Farbgebung umgeplant.

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Mittlerweile hat die KIB einen Bauantrag gestellt. „Wenn dieser geltendem Recht entspricht, hat der Investor einen Anspruch auf eine Baugenehmigung“, erklärt der Bürgermeister. Das Kaufmannshaus, auch Gutbierisches Haus, könne nicht wiedererrichtet werden. „Es stand an einer Stelle, an der heute der Kulturpalast steht“, so Schmidt-Lamontain. Aus diesem Grund sei es nicht in dem städtebaulich-gestalterischen Konzept enthalten. Für dieses gelte der Anspruch der Authentizität. „Das heißt, es werden nur bauhistorisch und baukünstlerisch bedeutsame Gebäude wiedererrichtet, deren originaler Standort gewährleistet werden kann“, erklärt der Bürgermeister. „Es soll ein historisch belegter – nicht beliebiger Wiederaufbau vollzogen werden. Wenn, wie in diesem Fall, ein Wiederaufbau nicht möglich ist, weil der Standort nicht zur Verfügung steht, muss der Bauherr Leitelemente aufgreifen wie stehende Fensterformate, geschossweise und abschnittsweise Fassadengliederungen. Das Projekt wurde der Gestaltungskommission Kulturhistorisches Zentrum vorgestellt und dort befürwortet. (SZ/awe)

Leser-Kommentare

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Insgesamt 14 Kommentare

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  1. Architekturfreund

    Endlich einmal eine klare Entscheidung durch den Baubürgermeister .Es muß den Dresdnernauch mal langsam klar werden das die Gesellschaft historischer Neumarkt Mit deren Ansichten Investoren verschreckt. Dresden braucht endlich moderne der Zeit entsprechende Architektur die muß letztendlich neben Funktion auch die Ökonomie eine Rolle spielt - kein Investor möchte Geld verlieren -aber selbstverständlich auch Gewinn machen - denn er will u. soll ja weiter in Projekte investieren damit Steuergelder für wichtige Infrastrukturmaßnahmen frei bleiben. Auch habe ich mehrfach mitgeteilt heute baut man nicht mehr für 100 Jahre.Auch spielen zunehmend neue Materialen eine Rolle Dächer mit Dachziegel werden zunehmend verschwinden u. das letzte Geschoß zb für Freizeitbereiche ect genutzt.Dresden muß rauß aus dem provinzialen Mief

  2. so ä dresdner

    Der Investor wurde 2009 an gleicher Stelle schon einmal erfolgreich von den hysterischen Neumarktfreunden vertrieben. Ein Trauerspiel wenn sich das noch einmal wiederholt. Zumal der jetzt vorliegende Entwurf um Welten anbiedernder ans Dresdner Gemüt ist. So sehr dass es fast schon weh tut. Nichts ist schlimmer als dieses Kompromissgewurstel, welches weder hochwertig zeitgenössisch noch rekonstruierend ist. Eine Farce. Aber jede Stadt bekommt die Architektur die sie verdient...

  3. PS

    Na gut. Dennoch - den Grundsatz "es werden nur bauhistorisch und baukünstlerisch bedeutsame Gebäude wiedererrichtet, deren originaler Standort gewährleistet werden kann" sollte man doch noch mal auf den Prüfstand stellen und ändern. Zumindest wenn der neue Standort ganz in der Nähe ist. Es gibt ja sogar einige Beispiele, wo ein ganzes Gebäude erfolgreich und sinnvoll um einige Meter oder gar Kilometer auf Schienen versetzt wurde.

  4. M. Bargo

    Schon wieder so ne Lego-Blockrasterbude. Grauenvoll. Sinnlos. Investorenarchitektur. Spießig. Gerade das ist provenzialer Mief.

  5. ohne Niveau

    Das ist wieder billigste Billigbauweise der billigsten Art. Das ist häßlich, sonst nichts. Und da kann mir keiner erzählen, dass sich das ein Architekt auch nur angesehen hat. Da hat mal ein Statiker 'ner Maschinenhalle ein paar Fenster verpasst, das wars. Selbst die Bürobauten der Googles, Facebooks und Apples dieser Welt sehen um ein Vielfaches besser aus. Wenn das so weitergeht, sollten wir unser Dresden bald in Duisburg, Frankfurt, Hannover, Düsseldorf oder wie diese Architekur-08/15-Städte alle heißen, umbenennen.

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