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Samstag, 30.12.2017

Neuhaus’ Wünsche fürs neue Jahr

Mit dem Videobeweis kann Dynamos Trainer nicht viel anfangen. Auch zum Handspiel und einem vierten Einwechsler hat er eine klare Meinung.

Von Cornelius de Haas

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Dynamo-Trainer Uwe Neuhaus hat auch ein paar Regelvorschläge.
Dynamo-Trainer Uwe Neuhaus hat auch ein paar Regelvorschläge.

© Robert Michael

Neues Jahr, neue Vorsätze. Was für viele ein Ritual ist, dürfte bei Uwe Neuhaus eher Unbehagen auslösen. Denn kurzfristige Veränderungen gehören nicht zu seinem Erfolgsgeheimnis – genau die musste Dynamo Dresdens Trainer in der Hinrunde aber vornehmen. Immer wieder verletzten sich Leistungsträger. Doch auf die Frage, ob er gern rotieren lasse, hat Neuhaus weiter eine klare Antwort – und die lautet „Nein!“

Eine ähnlich ablehnende Haltung zeigt der Westfale auch beim Thema Videobeweis. Dabei räumt Neuhaus ein, dass er diesen zum Rückrundenauftakt beim 0:2 in Duisburg gern genutzt hätte – wegen eines elfmeterwürdigen Fouls an Paul Seguin, das aber ohne Folgen blieb. Doch dieser Überlegung hängt der Coach nicht lange nach: „Ich bin grundsätzlich dagegen – zumindest so, wie er derzeit gehandhabt wird. In der Form ist das eine Farce.“

Vor allem die Schiedsrichter müssten darunter leiden, bloßgestellt zu werden. „Irgendjemand hat einmal gesagt, sie werden ,enteiert‘. Das kommt der Sache schon sehr nahe.“ Die schwierige Aufgabe der Spielleiter sei durch den Videobeweis nun noch viel schwieriger geworden. „Die Akzeptanz ist ja gar nicht mehr vorhanden, da wird jede Entscheidung infrage gestellt“, sagt Neuhaus.

Dabei weiß er, dass Veränderungen auch Verbesserungen sein können. „Die Einführung der Rückpassregel war eine Supersache. Diese elendige Zeitschinderei war endlich vorbei“, meint der 58-Jährige.

Die Regelanpassungen der jüngeren Vergangenheit haben bei ihm dagegen einen deutlich schlechteren Stand, beispielsweise beim Handspiel: „Da blickt doch kein Mensch mehr durch. Vergrößerung der Körperfläche, unnatürliche Handbewegung und alles was dazu gehört.“ Bei einer der regelmäßigen Zusammenkünfte mit den Schiedsrichtern habe er darum vorgeschlagen, es künftig wie beim Hockey zu halten: „Hand ist Hand.“ Dem Einwand, es werde dann versucht, den Ball an die Hand eines Gegenspielers zu chippen, entgegnet der Coach: „Das ist vielleicht so, aber immer noch besser als all die strittigen Entscheidungen, die im Moment stattfinden.“

Neuhaus mag es stattdessen lieber konservativ: „Man sollte den Fußball weitestgehend so lassen, wie er auch erfunden wurde – auch mit seinen Fehlentscheidungen, die natürlich vorkommen. Aber das ist ja jetzt auch nicht anders.“

Ein paar Änderungen würden ihm aber doch gefallen. „Einen vierten Auswechselspieler fänd ich eigentlich ganz gut“, sagt er. Der erlaube mehr Variationen und könne „die Spiele noch mal interessanter, noch unausrechenbarer“ machen, da taktisch ganz anders reagiert werden könne. „Und vielleicht würden so irre Spiele wie das 4:4 zwischen Hannover und Leverkusen dann öfter passieren.“

Diesen Effekt könnte eine Regeländerung verstärken, die einer seiner Vorgänger bereits 2012 ins Spiel brachte. Damals wünschte sich Ralf Loose italienische Verhältnisse, denn in der Serie A dürfen seit jenem Jahr 23 Kicker in den Spieltagskader berufen werden – wie es auch bei WM und EM üblich ist. Neuhaus findet diese Überlegung „nicht schlecht“. Doch er ahnt auch angesichts der eigenen Verletztensituation, dass damit nicht alle Probleme gelöst sind. „Man muss ja erst einmal zusehen, dass man alle Positionen auch abdecken kann.“

Er wird dabei an das ernüchternde 0:3 in Kiel gedacht haben. Mit Ersatztorwart Markus Schubert saß nur ein einziger Defensivspieler auf der Bank. Seit der Verpflichtung von Innenverteidiger Marcel Franke sollte dieses Problem aber auch behoben sein. Kurzfristige Veränderungen tun manchmal eben doch gut.

Leser-Kommentare

Insgesamt 1 Kommentar

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  1. manders

    bevor herr heuhaus ,den 4. auswechselspieler beantragt um taktisch besser reagieren zukönnen, sollte er bei jetzt 28 vertragsspielern einschließlich der 2 langzeitverletzen ,während der spiele eher mit auswechslungen reagieren und diversen spielern echte einsatzzeiten gewähren und nicht so wie horvath gegen Duljevic (den mit besten spieler in duisburg ) in der 84. min bei stand von 0:2 einzuwechseln.horvath wird sich sicher über 8.min einsatzzeit gefreut haben!! aber herr neuhaus ist ja unantastbar und kritisierbar wie herr schwäbe

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