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Freitag, 17.02.2017

Neues vom Jesauer Wolf

Das Tier könnte zum Rosenthaler, aber auch zum Bernsdorfer Rudel gehören.

Von Ina Förster

Diesen Wolf hat Familie Günther in Kamenz-Jesau  fotografiert.
Diesen Wolf hat Familie Günther in Kamenz-Jesau fotografiert.

© privat / Günther

Kamenz. Der Wolf von Jesau ist ein Wolf. Das bestätigte jetzt das Kontaktbüro „Wölfe in Sachsen“ auf Nachfrage. Ob es sich bei dem Tier auf dem Foto von Familie Günther allerdings um einen Rüden oder eine Fähe handelt, sei per Bild schlecht bestimmbar, heißt es. Dass sich der Wolf bis in den Kamenzer Ortsteil verirrte, scheint durchaus normal. „Es ist nicht außergewöhnlich, dass ein Wolf einmal in der Nähe einer Ortschaft gesehen wird. Alle Wildtiere kommen regelmäßig direkt an Ortschaften vorbei. In der Regel halten sich die Wildtiere eher dann in bewohnten Gebieten auf, wenn wir Menschen weniger aktiv sind, zum Beispiel in der Nacht. Aber auch am Tage kann eine Sichtung vorkommen“, sagt Projektleiterin Vanessa Ludwig. „Das Gebiet um Kamenz/Jesau würde man momentan vermutlich dem Rosenthaler Wolfsterritorium, welches östlich sein Kerngebiet hat, zuordnen. Im Nordwesten grenzt aber auch das Bernsdorfer Territorium an. In beiden ist aktuell jeweils ein Wolfspaar bestätigt. Hinweise auf Welpen gibt es für das vergangene Jahr bisher nicht.“

Der „graue Jäger“ von Jesau wurde am 8. Februar gegen 14.30 Uhr in der Nähe der Steinberge gesichtet und im Bild festgehalten. Dort jagte er einem Reh hinterher. Erste Bedenken von Spaziergängern kamen auf, ob man noch sicher sei. Auch auf Facebook diskutiert man fleißig über das Tier. Die Gruppe „Schützt die Wölfe“ schreibt unter anderem: „Jedes Jahr sterben Menschen durch verirrte Jägerkugeln, Bienenstiche oder Unfälle mit Pferden oder Kühen. Nur der Wolf taucht in dieser Statistik nicht auf. Und das schon seit über 40 Jahren einschließlich der mitteleuropäischen Länder, in denen diese faszinierenden Tiere nie ausgestorben sind. Wölfe gehören zu den menschenscheuesten Tieren.“