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Neues Gesicht bei der AOK

Ein „Sofa“ mit Gesetzbuch. Was auf Anhieb so gemütlich klingt, ist in Wirklichkeit eine anspruchsvolle Ausbildung.

07.10.2017
Von Franz Herz

icht bei der AOK
Alexandra Schäfer (re.) steht hier mit Kundenberaterin und Lehrlingsbetreuerin Anja Lewik am Empfang der Filiale in Dippoldiswalde.

© Egbert Kamprath

Dippoldiswalde. Die Kunden der AOK-Filiale in Dippoldiswalde begrüßt seit September eine neue Mitarbeiterin, Alexandra Schäfer. Sie hat jetzt mit ihrer Lehre angefangen und ist eine von 122 jungen Frauen und Männern, die bei der AOK plus in Sachsen und Thüringen eine Ausbildung zur Sozialversicherungsfachangestellten begonnen haben. Weil diese Berufsbezeichnung etwas sperrig ist, kürzen Insider diese Berufsbezeichnung gerne auch mal als „Sofa“ ab.

Alexandra Schäfer, eine Dippoldiswalderin, hat am Glückauf-Gymnasium ihr Abitur gemacht und hat sich schon immer sehr für das Thema Gesundheit interessiert, wie die 19-Jährige erzählt. Sie hat sich dann auf der Messe „Karrierestart“ in Dresden über die Möglichkeiten informiert. Dort war die AOK auch mit einem Stand vertreten, der viele Informationen für die jungen Leute geboten hat. Sie kannte auch Leute, die bereits eine solche Ausbildung absolviert hatten, und entschied sich für diese Richtung. Sie hat mehrere Bewerbungen geschrieben. Schließlich unterschrieb sie einen Ausbildungsvertrag bei der AOK.

Nach der Einführung in die Lehre läuft nun seit 18. September ihr erster praktischer Ausbildungsabschnitt in Dippoldiswalde. „Bisher habe ich viel zugeschaut“, sagt sie. Sie arbeitet aber auch selbstständig am Empfang, begrüßt die Kunden und leitet sie zu ihren Beratungsgesprächen weiter.

„Wir sind sehr froh, Verstärkung zu bekommen. Damit setzen wir auch ein Zeichen, dass wir zu diesem Standort stehen“, sagt Andreas Päch, Leiter des Beratungscenters in Dippoldiswalde. „Wir haben einen großen Bedarf an Fachkräften. Bei guten Leistungen wird jeder Auszubildende auch unbefristet übernommen.“ Damit sichert die Kasse ihren Fachkräftenachwuchs in der Region.

Die Ausbildung in der Sozialversicherung ist in drei Bereiche gegliedert. Wichtig ist die Fachpraxis, wo die künftigen Mitarbeiter alle Bereiche im Unternehmen kennenlernen. Im Vordergrund steht der direkte Kontakt mit den Kunden in der Filiale. Sie lernen aber auch die Fachabteilungen kennen, die beispielsweise für die Familienversicherung zuständig sind oder für den Kontakt zu den Arbeitgebern. Große Blöcke der Ausbildungszeit verbringt der Nachwuchs der AOK in der Berufsschule in Dresden. Dort werden Fächer wie Sozialversicherungs- und Rechtslehre, Wirtschaftslehre, Rechnungswesen oder Deutsch unterrichtet. Außerdem gibt es innerbetriebliche Vollzeitlehrgänge in Waldheim. „Dort lernen wir spezifisches Wissen für unser Arbeitsgebiet, arbeiten viel mit dem Gesetzbuch, trainieren Beratungsgespräche und üben, wie wir in verschiedenen Situationen reagieren sollen“, erzählt Alexandra Schäfer.

Denn die Abkürzung Sofa klingt gemütlich. Der Beruf ist aber anspruchsvoll. Die Krankenkassenmitarbeiter sind sowohl im Innen- wie im Außendienst tätig oder als Telefonberater. Dabei sind sie Spezialisten zu allen Fragen rund um die Kranken- und Pflegeversicherung. Sie betreuen die Versicherten und beraten, welche Leistungen und Angebote am besten passen.

Damit sie auch in Zukunft genug Mitarbeiter hat, bildet die AOK plus in Sachsen und Thüringen insgesamt 350 junge Leute aus. Sie beschäftigt sich auch schon mit dem nächsten Ausbildungsjahr, das Ende August 2018 beginnt.