erweiterte Suche
Freitag, 06.10.2017

Neues Geländer versperrt die Sicht

An einer Einmündung auf die Cunewalder Hauptstraße geht es gefährlich zu. Die Gemeinde fordert einen Verkehrsspiegel und noch mehr.

Von Katja Schäfer

Wer in Cunewalde von der Straße Neue Sorge auf die Hauptstraße fahren will, hat Schwierigkeiten, den Verkehr zu überblicken. Geländer versperren die Sicht nach links.
Wer in Cunewalde von der Straße Neue Sorge auf die Hauptstraße fahren will, hat Schwierigkeiten, den Verkehr zu überblicken. Geländer versperren die Sicht nach links.

© Uwe Soeder

Cunewalde. Die Freude ist getrübt. Einerseits herrscht in Cunewalde Erleichterung darüber, dass nach zweijähriger Bauzeit ein weiterer Abschnitt der Hauptstraße modern ausgebaut ist. Andererseits gibt es Ärger, weil dabei eine gefährliche Stelle geschaffen wurde. Und zwar dort, wo die Straße Neue Sorge in die Hauptstraße mündet. Mehrere Unfälle soll es schon gegeben haben, heißt es im Dorf. Grund dafür seien – so Bürgermeister Thomas Martolock (CDU) – die neuen Geländer zwischen Hauptstraße und Cunewalder Wasser. Sie würden bei der Ausfahrt aus der Neuen Sorge den Blick auf die Straße versperren. Die Geländer bestehen aus vielen schmalen Metallstäben, die senkrecht nebeneinander angeordnet sind. „Wenn man von der Seite darauf schaut, wirkt es wie eine Wand. Speziell bei niedrigen Autos ist für den Fahrer deshalb ganz schwer zu erkennen, ob auf der Hauptstraße was kommt“, beschreibt Martolock. Bei den alten Geländern, die nur eine Querstrebe in der Mitte hatten, sei das nicht der Fall gewesen.

Das Problem hat die Gemeinde schon im Frühjahr an das Straßenverkehrsamt des Landratamtes herangetragen. Denn sie selbst ist nicht für die Staatsstraße zuständig. Im April trafen sich Vertreter des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr, der Polizei und des Straßenverkehrsamtes vor Ort. „Es wurde festgestellt, dass die Sicht nach rechts in Richtung Weigsdorf-Köblitz komplett durch das Brückengeländer eingeschränkt war“, berichtet Landratsamtssprecher Gernot Schweitzer. Daraufhin wurde ein Verkehrsspiegel aufgestellt, der Autofahrern den Blick in diese Richtung erleichtert. Nach links sei jedoch ausreichend Sicht gegeben, sagt Schweitzer. Aus Richtung Löbau kommende Fahrzeuge seien durch das Geländer zu erkennen und würden nicht ganz aus dem Sichtfeld jener Fahrer verschwinden, die von der Neuen Sorge auf die Hauptstraße wollen.

Der SZ-Test ergibt jedoch etwas anderes. Beim Blick nach links sind aus dieser Richtung kommende Fahrzeuge zwar in weiter Entfernung erst mal zu sehen, weil die Straße dort höher liegt. Doch beim Näherkommen verschwinden sie für eine Weile hinter dem undurchsichtig wirkenden Geländer. Wer am Vorfahrt-Gewähren-Schild nicht lange genug anhält, kann sie leicht übersehen. Der Bürgermeister fordert deshalb einen zweiten Verkehrsspiegel. Das Straßenverkehrsamt sieht das jedoch nicht als notwendig an. „Eine außerordentliche Gefährdung können wir an dieser Stelle nicht erkennen“, sagt Gernot Schweitzer. Ohnehin sei ein Verkehrsspiegel nur ein Hilfsmittel. „Die grundsätzliche Sorgfaltspflicht vor der Einfahrt in eine Vorfahrtsstraße gilt weiterhin. Im Zweifelsfall muss sich der wartepflichtige Verkehrsteilnehmer vorsichtig in den Bereich hineintasten“, betont der Amtssprecher.

Doch Thomas Martolock will so schnell nicht aufgeben, sondern mit den zuständigen Behörden, sogar „über andere Geländer reden“. Denn die Einmündung der Neuen Sorge ist nicht die einzige problematische Stelle entlang der Cunewalder Hauptstraße. An der oberen Ausfahrt des Erlenweges gibt es zum Beispiel ähnliche Probleme. Auch vorm Gemeinde- und Bürgerzentrum krachte es eine Zeit lang des Öfteren, wenn jemand vom Parkplatz auf die Hauptstraße fahren wollte. „Seit dort ein Verkehrsspiegel steht, passiert das nicht mehr“, berichtet der Bürgermeister.