erweiterte Suche
Montag, 09.11.2015

Neuer Vorschlag schiebt schnelle Bahn von Dresden nach Berlin aufs Abstellgleis

5

© dpa/Symbolbild

Berlin. Mit einem einfachen Vorschlag wollen Studenten der TU Berlin Bewegung in das Ringen um eine bessere Schienenanbindung des neuen Hauptstadtflughafens bringen. Sie schlagen eine vier Kilometer lange Abzweigung der S-Bahn S2 südlich von Lichtenrade zum unterirdischen Flughafenbahnhof vor. Der Haken: Zwar würde die Fahrtzeit der Berliner günstig und schnell verkürzt, die Dresdner Bahn als geplante Fernzugstrecke im Berliner Süden aber auf die lange Bank geschoben. Um diese neue Strecke wird seit Jahren gestritten.

Mit dem neuen S-Bahn-Abschnitt wäre der Flughafen vom Bahnhof Friedrichstraße aus in 33 Minuten erreichbar, argumentieren die Initiatoren – 15 Minuten weniger als auf der Route via Ostkreuz, aber 13 Minuten mehr als über den umkämpften Dresden-Anschluss. Die Baukosten beliefen sich auf 50 bis 100 Millionen Euro, heißt es.

Die S-Bahn wollte sich dazu nicht äußern, Brandenburg schloss die Variante zunächst nicht aus, reagierte aber zurückhaltend. Eine Nachfrageuntersuchung im nächsten Jahr solle ergeben, wo S-Bahn-Strecken verlängert werden sollen, hieß es.

Die zwölf Kilometer lange Dresdner Bahn soll Berlin schneller mit Dresden, Prag und Budapest verbinden. Die Trasse würde mit zwei zusätzlichen Gleisen für den Fern- und Regionalverkehr erweitert. Die Lichtenrader wehren sich gegen die von der Bahn geplante ebenerdige Strecke und fordern wie der Senat einen Tunnel.

Als volle Alternative sei die S-Bahn auch nicht gedacht, sagen die Studenten. Sie wollten die Debatte bereichern. „Mit einer S-Bahn-Westanbindung des Flughafens wäre die Einrichtung des Airport-Express und damit auch die Realisierung der Ferngleise entlang der Dresdner Bahn weniger vordringlich, sodass dieses Vorhaben zurückgestellt werden könnte und freiwerdende Mittel in schneller umsetzbare Projekte investiert werden könnten.“ (dpa)

Leser-Kommentare

Insgesamt 5 Kommentare

Alle Kommentare anzeigen

  1. Vincent

    Offensichtlich haben die Studenten in Berlin viel Zeit sich Unsinn auszudenken. Vor kurzem wollten sie das freie gewachsene Warnowufer in Rostock mit Hochhäusern wie in Berlin zubauen. Jetzt sollen weitgereiste Besucher und Durchreisende tatsächlich in die S-Bahn steigen und sagenhafte 33 min mit der S-Bahn umhertuckern. Ein großer Hauptstadtflughafen brauch ein ICE-Bahnhof wie in Frankfurt/Main. Kurze Wege und bequeme Art des Reisens ist das Zukunftsthema und nicht Verkehrskonzepte des 20 Jhd.

  2. elbgeistDD

    Dresden sollte sich im internationalen Flugverkehr von Berlin lösen. Die Alternative ist Prag. Tegel ist als Flughafen eine einzige Katastrophe, überlastet und mit dem Service des Urberliner Charmes. Dazu schlecht angbunden. Das alles wird sich am Sanknimmerleinstag an dem BBI in Betrieb geht nicht bessern. Die Autobahn nach Prag wird nächstes Jahr endlich fertig, Flüge sind ab Prag günstiger und Nebenkosten wie Parkhaus sind auch günstiger. Von daher kann uns in Dresden egal sein wann BBI fertig wird und ob und welche S-Bahn da mal hinfahren wird. Einfache Lösungen wie die Steckenführung Dresden-Berlin über den Bahnhof Schönefeld sind jetzt eben nicht mehr möglich.

  3. Carsten

    ist es nicht viel zu früh um eine Flughafenanbindung zu diskutieren? Würde man die Strecke in den nächsten fünf Jahren fertig stellen, wäre sie doch bis zur Flughafeneröffnung längst wieder verrottet...

  4. ICH

    Selber schuld , wer nach Berlin will !

  5. herdubreid

    Ein Schwachsinn: man fährt ins Stadtzentrum rein und dann wieder raus! Viel einfacher und billiger wird man wie jetzt auch mit dem Linienbus hinkommen. Die werden für die Planung und Anlage einer Verbindung nicht Jahre brauchen wie die DB. Auch Tegel und Schönefeld sind jetzt bereits selbst bei Stau mit dem Bus wesentlich schneller und ohne Umsteigen zu erreichen

Alle Kommentare anzeigen

Ihr Kommentar zum Artikel

Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Verbleibende Zeichen: 1000
Text Bitte geben Sie die abgebildete Zeichenfolge ein