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Freitag, 01.12.2017

Neuer Rekord bei der Bimmelbahn

Der 200 000. Fahrgast kommt aus der Schweiz. Der Dampflokführer ist von der Zittauer Schmalspurbahn begeistert.

Von Elke Schmidt

Stephan Stauber(links) steht im Führerhaus einer Dampflok der Zittauer Schmalspurbahn. Zittaus Oberbürgermeister Thomas Zenker, Gerd Arnold, der Aufsichtsratsvorsitzende der Soeg und deren Geschäftsführer Ingo Neidhardt (v. l.) waren am Freitag zum Gratulieren gekommen.
Stephan Stauber(links) steht im Führerhaus einer Dampflok der Zittauer Schmalspurbahn. Zittaus Oberbürgermeister Thomas Zenker, Gerd Arnold, der Aufsichtsratsvorsitzende der Soeg und deren Geschäftsführer Ingo Neidhardt (v. l.) waren am Freitag zum Gratulieren gekommen.

© Matthias Weber

Zittau. Stephan Stauber ist etwas überrascht, als ihn Ingo Neidhardt mit einem riesengroßen Weihnachtsstern begrüßt. Die Pflanze und ein Buch über die Sächsisch-Oberlausitzer Eisenbahngesellschaft (Soeg) sind eine kleine Aufmerksamkeit des Soeg-Geschäftsführers für den 200 000. Fahrgast in diesem Jahr.

„Wir haben den Rekord vom vorigen Jahr gut einen Monat früher eingestellt“, freut sich Ingo Neidhardt. Am Jahresende werden es wohl um die 210 000 Fahrgäste sein, schätzt er. Für die Soeg ist das ein Grund zum Feiern. In diesem Jahr gab es an den anderen Strecken viele Highlights und es hätte gut sein können, dass die Gäste lieber dorthin gehen. Aber nun zeige sich, dass ihre Angebote bei den Menschen gut ankommen.

Sogar in der Schweiz ist die Bahn bekannt. Es habe sich herumgesprochen, dass die Bahn eine gute Adresse für Eisenbahnfans ist, sagt Stephan Stauber. Er und sein Eisenbahnfreund Till Pütz haben die Bahn im Zittauer Gebirge gezielt ausgesucht und sind begeistert. Die Strecke sei perfekt hergerichtet, die Bahnhöfe mit ihren Gebäuden sehr authentisch und auch die Anlagen an der Strecke bis in kleinste Detail historisch hergerichtet. Die beiden können das gut beurteilen, denn zu Hause in der Schweiz engagieren sie sich bei der „Dampfbahn Furka Bahnstrecke“. Stephan Stauber war dort schon zu seiner Schulzeit aktiv. Zunächst „nur“ als Hobby, aber seit drei Jahren fest angestellt als Dampflokführer und Wagenchef. Das heißt, er ist für die technische Seite der Bahn verantwortlich.

In ihrer Freizeit sind die beiden Schweizer oft in Deutschland unterwegs und besuchen die hiesigen Schmalspurbahnen. Die Szene sei hier noch recht lebendig, sagen sie. In der Schweiz ist dagegen vieles schon elektrifiziert. Vor allem gefällt ihnen, dass es keine Museumsbahnen sind, sondern jeweils echte Fahrpläne existieren. Sie wollen mindestens noch die Weißeritztalbahn und die Lößnitzgrundbahn besuchen. Die Zittauer Schmalspurbahn haben sie ganz gezielt ausgesucht, denn sie haben viel Gutes darüber gehört.

Sie reisen immer mit dem Zug an. Das war auch der Grund, warum sie dieses Wochenende ausgesucht haben, denn nun fahre die Bahn von Dresden wieder bis nach Zittau. Beim Bahnfahren sitzen sie immer im Speisewagen, denn Reisen ohne Speisen können sie sich nicht vorstellen. Natürlich haben sie das auch bei der Fahrt ins Gebirge gemacht und festgestellt, dass es dort sehr guten Kuchen gibt. Auch seien die Mitarbeiter durchweg sehr freundlich und engagiert.

Dieses Engagement sieht Soeg-Aufsichtsratsvorsitzender Gerd Arnold als wesentlichen Baustein für den Erfolg der Bahn. Der neuerliche Rekord sei nicht unbedingt zu erwarten gewesen. „Aber vom Aufsichtsrat bis zum Schaffner sind alle sehr motiviert“, sagt er. Zum Beispiel sind die Loks immer top geputzt. Schon das zeige, dass die Mitarbeiter nicht einfach nur ihren Job machen, sondern sich auch mit „ihrer“ Bahn identifizieren.

Zittaus Oberbürgermeister Thomas Zenker (Zkm), der auch am Bahnhof war, sieht das genauso, und dem Gast ein kleines Geschenk der Stadt Zittau überreichte. Ingo Neidhardt und sein Team habe außerordentliche Arbeit geleistet, sagt er dabei.

Die Schweizer bekommen derweil noch eine extra Führung durch den Lokschuppen und die Wagen- und die Lokwerkstatt. Stephan Stauber ist begeistert und wird sich noch lange an diesen Tag erinnern. Nur den Weihnachtsstern lässt er da. Den schenkt er den Mädels vom Speisewagen.