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Donnerstag, 10.08.2017

Neuer Nachbar für Altmarkt-Galerie

Nächste Etappe am Postplatz: Auf der Wallstraße wird ein Neubau errichtet – einer von vielen.

Von Sarah Grundmann

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So soll der Neubau an der Ecke Marien-/Wallstraße aussehen, für den am Mittwoch der Grundstein gelegt wurde. Bis September 2018 entstehen 117 Wohnungen sowie Büros und Geschäfte.
So soll der Neubau an der Ecke Marien-/Wallstraße aussehen, für den am Mittwoch der Grundstein gelegt wurde. Bis September 2018 entstehen 117 Wohnungen sowie Büros und Geschäfte.

© Baywobau/CTR

Wo einst Schabefleisch verkauft wurde, sollen schon im kommenden Jahr Wohnungen bezogen werden. Bei archäologischen Ausgrabungen an der Ecke Wall-/Marienstraße wurden 2016 die Überreste einer Markthalle gefunden; am Mittwochnachmittag wurde dort der Grundstein für einen Neubau gelegt.

Bis September kommenden Jahres errichten die Baywobau und die tschechische CTR-Gruppe gemeinsam den Neubau „Wall I“ mit 117 Wohnungen. Sie sollen ein bis vier Zimmer haben. Im Erdgeschoss sind vier Läden geplant. Ein Mieter habe bereits unterzeichnet, verkündete Baywobau-Geschäftsführer Berndt Dietze zur Grundsteinlegung. Einen Namen wollte er am Mittwoch dennoch nicht nennen. „Ich bin aber zuversichtlich, dass wir die Läden im kommenden Jahr öffnen können“, so Dietze. Und der Geschäftsführer wagte einen weiteren Ausblick.

So sollen im Februar oder März die archäologischen Grabungen auf dem Nachbargrundstück beginnen. Auch im Komplex mit dem Namen „Wall II“ sollen nochmals rund 117 Wohnungen sowie Geschäften und Büros entstehen. Insgesamt investieren die Firmen rund 70 Millionen Euro für die beiden Neubauten. Sie sollen das Ensemble komplettieren, das mit dem „Haus Merkur“ zwischen Spiel- und Parkplatz im Frühjahr 2017 seinen Anfang nahm. Der Name „Merkur“ ist eine Hommage an die Stadtbefestigung, die sich zuvor an diesem Ort befunden hat.

Das Ende des Dreiergespanns ist aber keineswegs das Ende der Bauarbeiten am Postplatz. „Überall wird gebaut, überall sind Kräne zu sehen“, fasste Dietze es am Mittwoch zusammen. So soll schon bald der Startschuss für das „Haus am Postplatz“ fallen. Die Fay Project GmbH plant auf dem Nachbargrundstück den Bau eines Sechsgeschossers. Im Erdgeschoss wird es Geschäfte wie einen Rewe-Markt geben, auch die Fitnesskette „Fit/One“ hat bereits einen Mietvertrag unterschrieben. Bis Mitte 2019 soll das rund 80 Millionen Euro teure Projekt umgesetzt sein.

Andere Projekte haben hingegen schon begonnen: So ist die Berliner CG-Gruppe seit Frühjahr 2016 auf dem Areal zwischen Marien- und Annenstraße aktiv. Dort werden die einstige Oberpostdirektion und das Telegrafenamt umgebaut und aufgestockt. Außerdem werden bis Sommer kommenden Jahres zwei Neubauten errichtet. Auch das alte DDR-Fernmeldeamt muss einem Neubau mit 177 Apartments weichen. Für das Großprojekt investiert das Unternehmen rund 126 Millionen Euro.

Ebenfalls in die Höhe wächst das „Haus am Schauspielgarten“ an der Schweriner Straße. Dort entstehen bis zum kommenden Sommer 140 Mietwohnungen. „Und bald wird keine Baulücke in Dresden mehr frei sein – glückliches Dresden“, so Dietze.

Leser-Kommentare

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Insgesamt 26 Kommentare

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  1. taigawolf

    Von den DDR-Platten gegenüber nur mühsam zu unterscheiden, dafür aber erheblich teurer. Fragt man gewisse Bau-Verantwortliche in der Stadtführung wieso Dresden in der City so hässlich zugeklotzt wird, kommt die Standard-Antwort aller Bürokraten: "sind wir nicht zuständig, können wir nicht ändern, war schon immer so"...

  2. R.B.

    Moderne Arschitektur ist für viele Arschitekten und Bauherren eben nur möglichst einfallsloseste und ideenlose Architektur des rechten Winkels. Die Postplatzumgebung wird zum häßlichsten Platz Europas entwickelt. R.B.

  3. Berg

    Offenbar leben wir z.Z. in einer tiefen Flaute der Architekturkunst. Dass solche gesichtslose, dachlose, eingeweißte Fassaden entstehen, finden offenbar die Bauherren und deren Architekten und Baufirmen schön und richtig. - Ich fordere aber immer dazu auf, wenigstens das Erdgeschoss mit menschenfreundlichen Läden, Restaurants, Außenplätzen, Eisdielen, Schaufenstern usw. zu gestalten, damit man das Hochgucken an der hässlichen Fassade vergisst....

  4. Klaus

    Natürlich finden Bauherren das so richtig, sonst würden sie es nicht kaufen. Ein herkömmliches Dach ist einfach unpraktisch - niemand will eine Wohnung mit schrägen Wänden. Und zum leerstehen lassen oder als Gerümpelboden baut das auch niemand.

  5. SKL

    Es ist bedauerlich, dass es die Baywobau am Postplatz nicht schafft ansprechendere Gebäudekomplexe zu errichten. Gerade erst für Ihr Engagement am Lahmann-Sanatorium zu recht gelobt, verfällt sie mit den Merkur-Projekten wieder in eine Art Typenbau, der weder eine lokale gestalterische Verwurzelung aufweist, noch in der Lage ist, neue lebenswerte Stadträume zu schaffen. Wir haben es hier abermals mit einem ausschließlich auf Rendite optimierten Baukörper zu tun, der nichts weiter ist als ein trost- und identitätsloses Investment, welches die historische Chance zu Wiedergewinnung alter Stadtstrukturen ungenutzt lässt. So gesehen kann sich Dresden auch nicht wie von Herrn Dietze behauptet freuen, dass wieder wertvolles innerstädtisches Bauland solchen architektonischen Fehlgriffen zum Opfer fällt! Die Stadt sollte im Gegenteil wachsam und fordernd sein, dass gerade bei der aktuellen Marktsituation bei den letzten noch verbleibenden Grundstücken qualitativ Hochwertiges geschaffen wird.

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