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Donnerstag, 27.10.2016

Neuer Job für Hanni

Sven Hannawald zieht es zurück an die Orte seiner größten Triumphe.

Von Cornelius de Haas

Darf nicht zu viel reden, sollte aber zu jedem Springer etwas zu sagen haben: Sven Hannawald.
Darf nicht zu viel reden, sollte aber zu jedem Springer etwas zu sagen haben: Sven Hannawald.

© dpa/Peter Kneffel

Erst Skisprung-Star, später Rennfahrer im Motorsport und nun TV-Experte: Beim Weltcup-Auftakt im finnischen Kuusamo am letzten November-Wochenende wird Sven Hannawald bei Eurosport erstmals die Wettkämpfe seiner Nachfolger auf den Schanzen der Welt kommentieren. Gemeinsam mit dem neuen Hauptkommentator Matthias Bielek führt der 41-Jährige, der in der Saison 2001/02 als erster und bislang einziger Springer alle Wettbewerbe einer Vierschanzentournee gewann, durch die Weltcup- und WM-Wettbewerbe. Das Duo löst Dirk Thiele und den früheren Weltcup-Springer Gerd Siegmund ab.

„Das ist spannendes Neuland für mich“, sagte der 2004 zurückgetretene Hannawald der Sport-Bild: „Ich muss da hineinwachsen, dass ich spontan zu jedem Springer etwas sagen kann, und ich darf auch nicht zu viel reden.“ Hannawald soll ein Gesicht des Senders für die Olympischen Winterspiele 2018 in Pyeongchang/Südkorea werden. Bei Eurosport trifft der gebürtige Erlabrunner auch auf seinen alten Kollegen Martin Schmitt, der als Experte die Springen analysiert.

In Dresden absolvierte Hannawald erst Ende August einen überraschenden Auftritt. Bei den Meisterkursen der Dresdner Musikhochschule war er Gesprächspartner einer Podiumsdiskussion. Dabei ging es neben einem Einblick in das Leben eines Spitzensportlers auch um den Vergleich von mentalen Herausforderungen, denen sich sowohl Leistungssportler als auch Profimusiker stellen müssen.

Für Hannawald fanden sich damals einige Gemeinsamkeiten. „Es gab Sprünge, mit denen ich weit vorn gelandet bin, über die ich mich aber nicht freuen konnte, weil ich irgendwo einen Fehler drin hatte“, erinnerte er sich. So ähnlich stelle er es sich bei Musikern vor, „die ein tolles Konzert gespielt, sich aber an einer für sie wichtigen Stelle verspielt haben – selbst wenn es im Publikum kaum jemand bemerkt hat“. Dieser Hang zur Perfektion habe über die Jahre zu jenem Burn-Out-Syndrom geführt, mit dem er zum Karrierende hin zu kämpfen hatte. „Ich habe mir einfach nie die nötige Ruhe gegönnt“, sagte Hannawald.

Als sportlicher „Rentner“ widmete er sich vor allem aktiv dem Motorsport, erste TV-Erfahrung sammelte er als Experte bei ARD und ZDF sowie während der Olympischen Spiele 2014 bei Sky. (mit sid)