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Freitag, 20.10.2017

Neue Ziele auf dem Dresdner Flugplan

Germania legt im Sommer 2018 noch mal nach: auch Korsika wird angeflogen und nach anderthalb Jahren Pause auch wieder Barcelona

Von Michael Rothe

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Es tut sich etwas in Klotzsche: Barcelona, Bastia und St. Petersburg werden bald von Dresden aus angeflogen.
Es tut sich etwas in Klotzsche: Barcelona, Bastia und St. Petersburg werden bald von Dresden aus angeflogen.

© Michael Weimer

Dresden. Dresdens Flughafen-Feuerwehr bekommt demnächst richtig viel zu tun. Und das sorgt bei den Verantwortlichen am Airport eher für Freude statt für Sorgenfalten. Grund: Nachdem mit Sharm el Sheikh (Ägypten) und Faro (Portugal) im kommenden Winter neue Sonnenziele im Flugplan stehen, ferner ab Mai mit Athen und Thessaloniki (beide Griechenland) weitere Städteverbindungen bekannt sind, schieben der Flughafen und die Airline Germania noch ein spektakuläres Trio für den nächsten Sommer nach: Barcelona (Spanien), St. Petersburg (Russland) und Bastia auf der französischen Mittelmeerinsel Korsika. Und alle Erstflüge werden traditionell mit einer Dusche der Löschfahrzeuge begrüßt.

Germania binde Dresden enger in sein europäisches Städte-Netzwerk ein, sagt Sieghard Jähn, Mitglied der Geschäftsleitung. Damit avanciere man mit über 15 Zielen zu Dresdens Ferienflieger Nr.1. Tatsächlich will die 1986 gegründete Berliner Airline, die in den 90er-Jahren als „Beamten-Shuttle“ zwischen Bonn und der neuen Hauptstadt düste, im Sommer 45 Mal pro Woche in Klotzsche abheben. Beim Start 2014 waren es nur fünf Starts. Auch die Zahl der Passagiere hat sich seitdem auf 300 000 etwa vervierfacht. Ab Mai stationiert Germania, das in seinem Grün-Weiß als Sachsens Freistaats-Airline durchginge, eine dritte Maschine in Klotzsche. Flughafenchef Markus Kopp nennt solche Übernachtungsgäste, die mit je sechs Crews einem Mittelständler gleichen, „die Kür“.

Erstmals wird Germania dreimal pro Woche Dresden und Barcelona verbinden. Von 2013 bis 2016 hatte die spanische Vueling die Strecke bedient, wegen angeblich schlechter Erlöse aber 200 000 Euro für den Weiterbetrieb verlangt – pro Saison. Das hatte die Mitteldeutsche Flughafen AG (MFAG), Mutter der Airports Dresden und Leipzig-Halle, abgelehnt. Und was zahlt der Flughafenkonzern den neuen Betreibern? „Wir kaufen keine Strecken“, versichert MFAG-Vorstand Kopp. Germania erhalte wie andere nur Marketingzuschüsse und eine Anschubhilfe, die in der Folge abgeschmolzen werde. Die Höhe verrät er nicht.

Ein neues Ziel ist Dresdens Partnerstadt St. Petersburg. Ab Ende April geht’s von Elbflorenz zweimal wöchentlich in das „Venedig des Nordens“. Die Verbindung ist die erste derartige Linie seit der Wiedervereinigung. Und es gibt mit Korsika noch ein Ferien-Highlight. Germania will Bastia einmal pro Woche ansteuern. Alle Flüge gibt es Oneway ab 59 und 69 Euro inklusive Steuern, Gebühren, Luftverkehrsabgabe. Und wie hoch ist das Kontingent für diese unterste Preisklasse? „Mindestens zehn Prozent, in den ersten Wochen sogar eher 20 Prozent“, verspricht Chefverkäufer Altenburg. „Mit dem neuen Angebot kommen wir unserem Versprechen nach, Dresden als Standort nachhaltig zu entwickeln“, sagt Airline-Manager Jähn. „Zuerst haben wir ein Angebot aufgebaut und Dresden attraktive Reiseziele verschafft. Im zweiten Schritt sind wir gewachsen, und wir starten nun im dritten Schritt mit dem klaren Fokus auf das einkommende Geschäft, so der Sachse, der vor gut 40 Jahren als Pilot in Dresden begann und später auch für DDR-Interflug und Lufthansa im Cockpit saß.

„Insbesondere die Linie nach St. Petersburg kommt zum richtigen Zeitpunkt“, sagt Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP). Sie sei „nicht nur für die Dresdner, sondern insbesondere für russische Touristen sehr attraktiv“. In diesem Jahr seien die Übernachtungen russischer Gäste um 40 Prozent gestiegen, so Hilbert.

„Der Sommerflugplan 2018 wird so vielfaltig wie lange nicht“, freut sich MFAG-Vorstand Markus Kopp. Er steht seit Jahren wegen verlorener Reiseziele und sinkender Passagierzahlen in der Kritik. Nun könnte es wieder aufwärts gehen. Ende September steht ein Plus von 50 000 Reisenden. Die neuen Linien spielen dem Ex-Lufthansa-Mann in die Karten, buhlt er doch gerade um eine Vertragsverlängerung. Nach SZ-Informationen soll Mitte November über seine Zukunft entschieden werden. Auch insofern stimmt das Bild vom Feuerwehreinsatz – in seinem Fall aber durch Germania.

Leser-Kommentare

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Insgesamt 21 Kommentare

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  1. Gunter

    ".......Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) nennt das erweitere Engagement von Germania „einen großen Zugewinn“. Insbesondere die Linie nach St. Petersburg komme zum richtigen Zeitpunkt. Sie sei nicht nur für die Dresdner, sondern insbesondere für russische Touristen eine sehr attraktive Verbindung. „Alleine in diesem Jahr sind die Übernachtungen russischer Gäste in Dresden um 40 Prozent gestiegen“, so Dirk Hilbert. ......" Und das alles trotz "PEGIDA-Bashing" ? War nicht "Rechtspopulismus der Grund für weniger Tourismus in der Stadt ? Der aufmerksame und "verwunderte" Zeitungsleser wird sich über so viel Gegensätzliches an Information in den Medien, seinen Reim darauf machen. Und viele Sachsen haben das ja zur Bundestagswahl schon praktiziert.

  2. Martin H.

    Russen kommen gerne nach Sachsen. Sie müssen doch nachsehen was die Investitionen von Wladimir in Pegida und AfD so bewirken. Das sind praktisch Ortsbesichtigungen, wie man ein demokratisches System scheitern lässt.

  3. wiesener

    Man kann ja nur hoffen, dass diese Verbindungen mal länger als ein halbes Jahr bestehen bleiben...

  4. Aleister Crowley

    @Martin H.: Endlich ist es raus, ich warte da schon eine Weile drauf: "Das Wahlergebnis passt nicht - dann sind russische Hacker schuld!" Jawolllll...

  5. Robert

    @ Gunter, #1: Differenzierung scheint nicht so Ihre Stärke zu sein. Pegida und AfD sind innerdeutsche Themen, die im Ausland nur begrenzt wahrgenommen werden. Der wieder gestiegene Anteil von russischen Touristen liegt wohl eher am erfolgreichen Verdauen der Sanktionen gegenüber Russlands. Pegida und Co. kann man für das Wegbleiben deutscher Touristen verantwortlich machen. Wenn die von Ihnen zitierten vielen Sachsen in solch einfachen Bahnen wie Sie denken, sehe ich schwarz für dieses Land.

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