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Montag, 08.12.2014

Neue Technik gegen die Fluten

Die Diakonie spendiert der Pirnaer Feuerwehr Spezialausrüstung. Damit startet eine bundesweite Aktion.

Von Dirk Schulze

Oberbrandmeister Bernd Lindner und Feuerwehrmann Steffen Werner von der Pirnaer Wehr vor dem neuen Spezialboot, das insbesondere für den Einsatz in überfluteten Straßen geeignet ist. Foto: Steffen Unger
Oberbrandmeister Bernd Lindner und Feuerwehrmann Steffen Werner von der Pirnaer Wehr vor dem neuen Spezialboot, das insbesondere für den Einsatz in überfluteten Straßen geeignet ist. Foto: Steffen Unger

Die Feuerwehren in der Sächsischen Schweiz sind künftig besser für eventuelle Hochwasser gerüstet. Die Katastrophenhilfe der Diakonie unterstützt insgesamt 15 Wehren der Region mit zusätzlicher Fluthilfe-Ausrüstung. Die Feuerwehrleute konnten das neue Material jetzt in der Sebnitzer Hauptwache in Empfang nehmen.

Neben 13 000 Sandsäcken, Hochwasserpumpen, Regenjacken und Schlammsaugern gehören eine Sandsackfüllmaschine und ein Flachwasserboot zu den Ausrüstungsgegenständen. Die Sandsackmaschine erhält die Feuerwehr Sebnitz. Mit dem Hochleistungsgerät können rund 4 200 Säcke pro Stunde befüllt werden. Ein neues Flachwasserboot inklusive Außenbordmotor wird in der Pirnaer Wache stationiert. Das Spezialboot, mit dem die Helfer zwischen überfluteten Häusern entlangfahren können, verfügt an der Unterseite über kleine Räder. Wird das Wasser an einer Stelle zu flach, kann das Boot problemlos weitergezogen werden. Ein normales Boot würde dabei beschädigt. Später soll auch die Feuerwehr von Bad Schandau ein solches Boot erhalten.

„Die Geräte werden uns dabei helfen, kritische Situationen zu bewältigen“, sagte der stellvertretende Sebnitzer Stadtwehrleiter Ulli Szlosarek bei der Übergabe. Gleichzeitig äußerte er den Wunsch, dass die neuen Ausrüstungsgegenstände hoffentlich nur bei Übungen zum Einsatz kommen müssen. Neben allen Sebnitzer Ortsteilen wurden unter anderem die Wehren in Königstein, Rosenthal, Cunnersdorf und Struppen mit speziellem Material wie beispielsweise Wathosen ausgestattet.

Als eine Art vorgezogenes Weihnachten für die Feuerwehren bezeichnete der Sebnitzer Oberbürgermeister Mike Ruckh (CDU) die Aktion der Diakonie Katastrophenhilfe. Die Ausrüstung werde gebraucht, das habe die Erfahrung der Hochwasserereignisse in den vergangenen Jahren gezeigt. Dank des zur Verfügung gestellten Materials könnten die Feuerwehren nun schneller reagieren und einen besseren Schutz gewährleisten.

Für die Diakonie Katastrophenhilfe war die Übergabe in Sebnitz der Auftakt zu einer landesweiten Aktion. Insgesamt werden in Sachsen 45 Feuerwehren und eine Wasserwehr mit Ausrüstung im Wert von rund 350 000 Euro bedacht. Der Hilfsorganisation geht es vor allem darum, die Arbeit der ehrenamtlichen Helfer zu unterstützen. „Die Freiwilligen Feuerwehren sind immer die Ersten, die gerufen werden“, sagte Stefan Schröer, Fluthilfe-Koordinator der Diakonie Katastrophenhilfe. Sie organisieren Sandsäcke und mobile Deichsysteme, pumpen Gebäude aus und helfen bei der Evakuierung von Betroffenen. Das habe sich zuletzt beim Hochwasser im Sommer 2013 gezeigt, als Tausende Helfer der Freiwilligen Feuerwehren im Einsatz waren. Für Überschwemmungen solchen Ausmaßes sei eine Ausstattung mit Spezialausrüstung notwendig. Diese könne aber nicht von den Kommunen allein finanziert werden.

Insgesamt verteilt die Diakonie Katastrophenhilfe bis Ende Januar 2015 bundesweit Hilfsgüter im Wert von 2,5 Millionen Euro an rund 200 Feuerwehren in den flutgeschädigten Bundesländern Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Bayern und Schleswig-Holstein. Je 100 000 Euro davon kommen von den Diakonie-Landesverbänden Sachsen und Mitteldeutschland. Mit dem Geld soll die Vorsorge vor erneuten Überschwemmungen verbessert werden. „Die Häufigkeit von Naturkatastrophen nimmt zu. Darauf müssen wir vorbereitet sein“, sagte Friedhelm Fürst, kaufmännischer Vorstand des Diakonischen Werkes Sachsen.