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Montag, 12.11.2012

Neue Pläne für den Ratskeller

Mit einem neuen Konzept will eine Gruppe das ehemalige Wirtshaus wiederbeleben.

Von John Hennig

Die „Interessengemeinschaft Nachhaltigkeit leben, Kultur und Disputation im Ratskeller Dresden e.V.“ ist auch bei Facebook aktiv. Screenshot: sz-online.de
Die „Interessengemeinschaft Nachhaltigkeit leben, Kultur und Disputation im Ratskeller Dresden e.V.“ ist auch bei Facebook aktiv. Screenshot: sz-online.de

Seit Jahren ist der Ratskeller saniert, steht aber leer, weil sich niemand an das immense Risiko für die Bewirtung traut. Eine Gruppe um Andreas Schönherr hat nun im Haus der Kirche ein Konzept vorgestellt, das das finanzielle Risiko auf möglichst viele Schultern verteilen will. Weil sich derzeit mehrere Bieter um die Immobilie bewerben, wollte sich Schönherr nicht zum geplanten Konzept äußern. Zugleich ist er im Internet sehr umtriebig: Die „Interessengemeinschaft Nachhaltigkeit leben, Kultur und Disputation im Ratskeller Dresden e.V.“ – erst vor zwei Wochen gegründet – hat demnach vor, das Restaurant als Raum für Diskussionen, Vorträge, Ausstellungen, Konzerte und Kultur zu nutzen. Aktive Bürger sollen dies mitgestalten.

Der Ratskeller soll aber auch seiner Rolle als Wirtshaus nachkommen, wobei regionale Küche geplant ist, mit veganen und vegetarischen Angeboten. Im sogenannten Crowdfunding-Prinzip sollen 100 Unterstützer je 125 Euro für das Stammkapital spenden sowie 100 weitere Sponsoren je 500 Euro für das Eigenkapital stiften. Geht es nach den Ideen der IG soll so gesichert werden, dass der Ratskeller ab 2015, wenn die Sanierung des Ostflügels abgeschlossen ist, wieder dauerhaft genutzt wird.

Die Stadt hatte die traditionsreichen Räume nach der Flut vor zehn Jahren extra für 880.000 Euro saniert. Seit 2004 könnte er wieder in Betrieb sein, aber das Rathaus fand seitdem keinen Betreiber. Die Größe des denkmalgeschützten Ratskellers, insgesamt 2.227 Quadratmeter, und die Investitionskosten für die Küche waren bisher immer ein Grund für das Scheitern der Verhandlungen. Deshalb gab es im Sommer einen erneuten Versuch, die Immobilie auszuschreiben. Der Ratskeller könnte dabei künftig auch für die Versorgung der Rathausmitarbeiter genutzt werden. Davon war in dem Konzept der Gruppe um Andreas Schönherr aber zunächst noch keine Rede.