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Dienstag, 10.01.2017

Neue Chance für die halbe Umgehungsstraße

Der Weiterbau scheiterte in Freital bislang am Geld. Nun gibt es einen Plan und Stadträte, die sich für das Thema stark machen wollen.

Von Tobias Winzer

Am Ende der Poststraße ist bislang Schluss. Die Umgehungsstraße führt nur bis zu den Toren des Edelstahlwerks.
Am Ende der Poststraße ist bislang Schluss. Die Umgehungsstraße führt nur bis zu den Toren des Edelstahlwerks.

© Karl-Ludwig Oberthür

Freital. All diejenigen, die Freital nur zum Durchfahren nutzen, werden an der Stadt vorbeigeleitet. Weil dann weniger Auto- und Lkw-Verkehr auf der Dresdner Straße herrscht, könnten dort der Handel belebt und vielleicht sogar sichere Radwege eingerichtet werden. Die Fertigstellung der Umgehungsstraße ist für viele Freitaler die Patentlösung für eine ganze Reihe von Problemen. Nachdem die Bauarbeiten für ein Teilstück vor mehr als zehn Jahren beendet wurden, gibt es nun einen neuen Anlauf für den Weiterbau. Es steht nun auch konkret fest, wie viel Geld dafür nötig wäre.

Bei einer Mitgliederversammlung der Freien Wähler in der vergangenen Woche benannte Baubürgermeister Jörg-Peter Schautz (parteilos) einen möglichen Weg zur Fertigstellung. 2016 hat die Freitaler Stadtverwaltung per Grobplanung berechnen lassen, was die Bauarbeiten kosten würden. Als Vorzugsvariante rechnet das Rathaus mit einer Verlängerung der Poststraße. Eine Brücke würde über die Bahngleise und einen Teil des Edelstahlwerks führen und die Autofahrer dann auf die Südstraße führen. Von dort ginge es dann wieder auf die Tharandter Straße und damit weiter Richtung Tharandt und Freiberg. Etwa zwölf Millionen Euro würde der Bau wohl kosten. Um diese Summe zu stemmen, wäre die Stadt auf Fördermittel angewiesen.

Wie Schautz erläuterte, hatte Freital ursprünglich auf Geld aus der Wirtschaftsförderung gesetzt. Diesem Plan hatte der Freistaat aber eine Absage erteilt. Die neue Strecke erschließt offenbar in zu geringem Maße neue Gewerbeflächen, weswegen der Fördertopf nicht infrage kommt. Die bereits fertige Strecke über Carl-Thieme- und Hüttenstraße sowie Bahnhof-/Poststraße wurde als „Erschließungsstraße der gewerblichen Wirtschaft“ mit Fördermitteln bis 2006 ausgebaut. Endpunkt der Straße ist nicht zufällig der Eingang zum Edelstahlwerk. Offiziell heißt die Umgehungsstraße also gar nicht Umgehungsstraße.

Zuschüsse in Aussicht gestellt

Laut Schautz hat sich die Stadt danach mit dem zuständigen Landesstraßenbauamt in Meißen über andere Fördermöglichkeiten verständigt. Das Amt habe eine Förderung in Aussicht gestellt, so Schautz. Ziel der Stadt ist es, mit einer fertigen Umgehungsstraße einerseits die Dresdner Straße von einem Teil des Verkehrs zu befreien und andererseits einen zweiten schnellen Rettungsweg für Krankentransporte und Feuerwehren zu schaffen.

Der Weg bis zum Weiterbau der Trasse ist zwar noch weit. Immerhin gibt es nun aber einen Plan, wie dieser aussehen könnte. Wie Schautz mitteilte, bräuchte die Stadt wohl rund 350 000 Euro, um die Grobplanungen weiterzuführen. Diese müsste der Stadtrat zunächst im Haushalt einplanen. Anschließend müsste sich die Stadt per sogenanntem Planfeststellungsbeschluss die Genehmigung zum Bau holen. Da sowohl Planung als auch Genehmigung zeitaufwendig sind, werden dafür in Summe rund fünf Jahre gebraucht. Ein Baustart vor 2022 wäre also unrealistisch.

Einige Stadträte wollen nun immerhin diesen langwierigen Prozess anstoßen. „Das Thema sollte wieder aufgegriffen werden“, sagt der Fraktionschef der Freien Wähler im Stadtrat, Frank Gliemann. Seine Fraktion plant nun, einen entsprechenden Antrag einzubringen. Dann könnten die Planungen für die Umgehungsstraße weitergehen.