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Freitag, 25.11.2016 20:00 Uhr

Neue Balkons und bald ein Aufzug

Gegen 22 Uhr ist der Tag für viele Menschen fast vorbei. So auch für die Mieter der Städtischen Wohnungsgesellschaft m.b.H. Kamenz (SWG). Unter dem Slogan des Unternehmens „Willkommen zu Hause“ sollen sie sich wohlfühlen in ihren vier Wänden. Doch manchmal kann das empfindlich gestört sein, weiß Geschäftsführer Wulf-Dietrich Schomber. Dann nämlich, wenn ausgerechnet am Abend oder Wochenende der Strom ausfällt oder die Heizung kalt bleibt. Ein Wasserrohrbruch ist nicht nur nervig, er kann auch richtig Schaden anrichten. Über eine Notruf-Nummer können die Mieter der SWG 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr Hilfe anfordern. Je nach Schadensfall kommt der Hausmeisternotdienst oder eine der bei der SWG vertraglich gebundenen Fachfirmen. Mitunter reicht es aber schon, wenn der Hausmeister den Heizkörper entlüftet.

Die SWG gibt es seit 1991. Sie entstand aus der einstigen Gebäudewirtschaft. Als größter Vermieter in Kamenz verwaltet sie 1 470 eigene Wohn- und Gewerbeeinheiten sowie weitere Immobilien für Dritte. 14 Mitarbeiter sorgen Tag für Tag dafür, dass das Wohnen in Kamenz sozialverträglich möglich ist und sich die Mieter wohlfühlen. Hinzu kommt der Hausmeisterdienst der Kommunalen Dienste Kamenz GmbH mit drei Mitarbeitern und bei Bedarf externe Handwerker.

„Ende der 1990er-Jahre war die grundhafte Sanierung des Wohnungsbestands abgeschlossen“, sagt Geschäftsführer Wulf-Dietrich Schomber. Überall wurde Heizung eingebaut, so dass niemand mehr Kohlen schleppen muss. Etliche Häuser wurden wärmegedämmt, das sei aber nicht überall zwingend notwendig. Zwar habe man über die Zeit fortlaufend investiert, doch nach 25 Jahren beginne jetzt die zweite Sanierungswelle. 2016 wurde die Geschwister-Scholl-Straße 11 komplett saniert, weil dort ein ganzer Aufgang frei war. Im vorigen Jahr wurden in der Straße der Einheit Balkons angebaut, dabei die Öffnungen von außen gesägt und durch eine Staubschutzwand vom Rest der Wohnungen getrennt. Ganz zu vermeiden waren Unannehmlichkeiten für die Mieter trotzdem nicht, aber die meisten freuen sich über mehr Wohnkomfort. Zumal die Balkons so groß sind, dass man nach Feierabend gemütlich draußen sitzen kann, so der SWG-Chef. Nach und nach sollen auch an andere Häuser Balkons dran.

Ein großes Thema ist das altengerechte Wohnen. Viele langjährige Mieter stünden jetzt vor dem Problem, dass ihre Wohnung zu groß geworden und beschwerlich erreichbar ist. Daher steigt der Bedarf an Zwei-Raum-Wohnungen, möglichst im Erdgeschoss. Die Nachfrage ist größer als der Bestand. Deshalb habe man sich entschlossen, 2017 in der Fichtestraße in einem Pilotprojekt einen Aufzug zu bauen. Zum ersten Mal überhaupt bei der SWG. Das Haus ist voll vermietet und das Treppenhaus eng, sodass der Einbau des Fahrstuhls nur bei Verkleinerung der Wohnfläche möglich wäre. Deshalb wird der Aufzug vor den Baukörper gesetzt. 40 bis 50 Euro mehr Miete pro Monat kostet das. Für den Komfort, auch im Alter in der oberen Etage eines Fünfgeschossers wohnen zu bleiben.

Der Trend geht in Kamenz in zwei Richtungen. Gefragt sind kleine Wohnungen für Singles und große für Familien. Dementsprechend ist der Bestand weiterzuentwickeln. In Einzelfällen wurden für eine größere Wohnfläche schon jetzt Wohnungen zusammengelegt. Und der steigenden Nachfrage von Azubis aus den umliegenden Industriebetrieben begegnet man mit dem Angebot von Wohngemeinschaften.

Seit 2013 hat die SWG in einzelnen Wohnungen Flüchtlingsfamilien mit Kindern untergebracht. „Größere Probleme gab es deswegen nicht. Die meisten sind sehr zurückhaltend, unauffällig und bestrebt, sich zu integrieren“, so die Erfahrung von Wulf-Dietrich Schomber.

Die Städtische Wohnungsgesellschaft m.b.H. Kamenz will sich stärker als Dienstleister profilieren und ab 2017 den Mietern kleine Handwerkerleistungen kostenfrei anbieten. Bilder aufhängen, die Gardinenstangen richten, eine Schranktür einstellen oder eine Glühbirne wechseln, zählt der SWG-Chef auf. Viele dieser Handgriffe könnten Senioren nicht mehr selbst erledigen und seien dankbar für die Hilfe. Die soll bis zum Schlüsselservice gehen, wenn jemand wegen Urlaub, Krankenhaus oder Kur länger abwesend ist. Dann würde auch zweimal die Woche gelüftet.

Constanze Knappe

Städtische Wohnungsgesellschaft m.b.H. Kamenz

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