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Dienstag, 16.12.2014

Neue Ampeln machen Straßenbahnen schneller

Eine Pilotstrecke soll bis Anfang 2015 fertig sein. Im Dresdner Norden geht es noch einen Schritt weiter.

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Stau auf der Leipziger Straße. Eine Teststrecke soll nun Erkenntnisse darüber bringen, wie der Verkehr flüssiger durch die Stadt fließen kann.
Stau auf der Leipziger Straße. Eine Teststrecke soll nun Erkenntnisse darüber bringen, wie der Verkehr flüssiger durch die Stadt fließen kann.

© Norbert Millauer

Kein sinnloses Warten an Kreuzungen und grüne Wellen, wenn sie wirklich gebraucht werden – auf einer Teststrecke vom Nürnberger Platz bis zum Albertplatz will die Stadt die Ampeln so umrüsten, dass Autos und Straßenbahnen insgesamt flüssiger vorankommen. Im Sommer 2013 wurden die ersten Anlagen zwischen Nürnberger Platz und Hauptbahnhof erneuert. Bis Ende April 2015 sollen auch die anderen Ampeln bis zum Albertplatz auf dem neuesten Stand sein, wie die Stadt nun mitteilt.

Möglich wird die Innovation durch eine Verknüpfung der beiden Verkehrsleitsysteme von Stadt und der Verkehrsbetriebe DVB sowie durch moderne Ampeln. Wie viele Autos auf welchen Straßen unterwegs sind, wo sich der Verkehr staut und wie Straßenbahnen und Busse in ihrem Fahrplan liegen – all diese Daten laufen in einem Zentralrechner zusammen. Neu ist, dass diese Daten Einfluss auf die Steuerung der Ampeln haben können und dass Straßenbahnfahrer ihre Fahrweise mithilfe dieser Informationen anpassen können.

Den Straßenbahnfahrern wird auf dem Display eines Smartphones entweder angezeigt, wie schnell sie fahren müssen, um die Grünphase an der nächsten Ampel genau zu erwischen. Oder ihnen wird an Haltestellen von dem vollautomatischen System eine längere Wartezeit empfohlen. Der Vorteil: Die Straßenbahn steht statt an der nächsten Ampel weiter an der Haltestelle, und weitere Fahrgäste können einsteigen. „Der Fahrer muss zwischen den Haltestellen praktisch nicht mehr anhalten“, zieht DVB-Sprecher Falk Lösch ein erstes Fazit. Die Straßenbahnen seien pünktlicher, etwas schneller unterwegs und sparten sogar ein wenig Energie.

Im Dresdner Norden geht das 2,3 Millionen Euro teure und vom Freistaat finanzierte Projekt sogar noch ein Stück weiter. Die beiden aufeinanderfolgenden Ampeln an den Kreuzungen Königsbrücker Straße und Infineon-Werk sowie Karl-Marx-Straßen haben, anders als normale Anlagen, kein festes Programm für Grün- und Rotphasen. Mit der Hilfe von Detektoren entscheiden die Ampeln selbst, wann welcher Verkehrsstrom wie lange Grün bekommt – eine Art mitdenkende Ampel. Stadt und DVB wollen das System in den kommenden Wochen weiter testen. Ende Januar sollen erste Ergebnisse der Anlage vorgestellt werden. (SZ/win)

Leser-Kommentare

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Insgesamt 51 Kommentare

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  1. M

    Das wird aber langsam auch mal Zeit, jedes mal steht man an Fußgängerampel an der Halfpipe Lingner Allee, ich hoffe, dass man dort dann schneller ist.

  2. Brückenversenker

    Leider denken die neuen Ampeln nur in Autos und Straßenbahnen. Dies geht soweit, dass man an der Synagoge als Radfahrer nur dann Grün bekommt, wenn auch ein Auto neben einem stehgt. Steht man alleine da, kann man mehrere Umläufe warten... Kein Wunder, dass da viele bei Rot fahren...

  3. Jens

    Schön wäre es, wenn die Fahrzeiten der Straßenbahnen beschleunigt werden könnten. Nachdem man mit dem Auto heute schneller als noch vor 10 Jahren durch die Stadt kommt (statistisch gesehen, die SZ berichtete), hat sich an den langen Fahrzeiten der Straßenbahn nichts geändert. Damit ist der Zeitaufwand (im Vgl. zum Auto) der größte Wettbewerbsnachteil des ÖPNV. -- Jeden Morgen ärgere ich mich über die langen Wartezeiten der Bahn (4) am Pirnaischen Platz, warum können bei Grün nicht alle wartenden Bahnen auf einmal diesen Platz überqueren?

  4. Maximilian Fritzsche

    Letztlich werden sich Staubildungen nur vermeiden lassen, wenn man einen attraktiven Nahverkehr anbietet. Je mehr mit der Bahn unterwegs sind, umso weniger „verstauen“ die Stadt mit ihrem Auto. Ein erster Schritt in die richtige Richtung wurde mit der Abwahl der ÖPNV-Gegner im Rathaus (FDP) getan ;-) Nun müssen die Bahnen und Busse schneller werden, denn nur ein "gefühlter Vorteil" wird Autofahrer zum Umsteigen bewegen.

  5. Michael

    Es braucht sicher keine teuren Investitionen (NEUE Ampeln), wie im Artikel beschrieben, schon heute ließe sich an vielen Stellen in der Stadt die Bahn mit einfachen Grünschaltungen „bei Erscheinen“ deutlich schneller machen. Die schon genannte Staubildung der Bahnen auf der Grunaer Straße am Pirnaischen Platz ist nur ein Beispiel. Wozu hat man dort (Willsdruffer Str.) eigentlich Doppelhaltestellen, wenn doch nur immer eine Bahn „rübergelassen wird“?

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