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Samstag, 14.04.2018

Netto-Markt will wachsen

Der einzige große Supermarkt in Tharandt soll erweitert werden. Die Stadt begrüßt das.

Von Verena Schulenburg

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Die Verkaufsfläche des Nettomarkts in Tharandt soll sich vergrößern. Deshalb wird ein Bebauungsplan aufgestellt.
Die Verkaufsfläche des Nettomarkts in Tharandt soll sich vergrößern. Deshalb wird ein Bebauungsplan aufgestellt.

© Karl-Ludwig Oberthür

  • Die Verkaufsfläche des Nettomarkts in Tharandt soll sich vergrößern. Deshalb wird ein Bebauungsplan aufgestellt.
    Die Verkaufsfläche des Nettomarkts in Tharandt soll sich vergrößern. Deshalb wird ein Bebauungsplan aufgestellt.

Tharandt. Kaum öffnen sich die Ladentüren, füllt sich der Parkplatz vorm Supermarkt. Der Netto an der Dresdner Straße in Tharandt, direkt hinter dem Ortseingang, ist gut besucht. Das wird auch ein Grund dafür sein, dass der Eigentümer weiter in den Standort investieren möchte.

Wie die Stadt Tharandt erklärt, sei bereits ein Antrag auf Erweiterung des Netto-Marktes gestellt worden. Dabei sollen die Lagerfläche vergrößert und die Verkaufsfläche künftig wirtschaftlich besser genutzt werden. Was konkret die Firmenzentrale mit der Tharandter Filiale plant, wollte diese noch nicht preisgeben, auch nicht, in welchem Zeitraum gebaut werde. „Wir bitten um Verständnis, dass wir zum aktuellen Zeitpunkt leider noch keine genauen Informationen zu möglichen Aktivitäten in Tharandt kommunizieren können“, heißt es lediglich von der Pressestelle des Markendiscounters mit Sitz in Maxhütte-Haidhof bei Regensburg.

Eines aber ist klar: Ziel ist es laut Antrag, die Gesamtverkaufsfläche des Marktes auf 946 Quadratmeter zu erweitern. Damit falle der Supermarkt in Zukunft unter die großflächigen Einzelhandelsbetriebe. Üblicherweise haben Netto-Märkte eine Fläche von 700 bis 800 Quadratmeter. „Prinzipiell wird die Erweiterung begrüßt“, teilt die Tharandter Rathausspitze mit.

Um die weitere Entwicklung der benachbarten öffentlichen Flächen zu sichern, sei es aber zunächst notwendig, einen Bebauungsplan zu erstellen. Dieser soll die Funktion der betreffenden Flächen genau definieren. In den Bebauungsplan eingeschlossen ist der komplette Bereich des Netto-Marktes, inklusive des Parkplatzes davor, und ebenso eine derzeit leerstehende eingezäunte Fläche, die sich unmittelbar zwischen dem Supermarkt und dem öffentlichen Park-and-ride-Platz der Stadt Tharandt befindet.

Außerdem gilt eine Veränderungssperre für das genannte Gebiet. Damit soll gesichert werden, dass der Bereich so lange unangetastet bleibt, bis der neue Bebauungsplan fertig ist. Diesem Vorgehen stimmten auch die Tharandter Stadtvertreter am Donnerstagabend einstimmig zu. „Der Markt ist von großer Bedeutung für Tharandt“, sagte Manfred Oswald (SPD) und verwies auf die Absichten der Forststadt, als eigenständiges Zentrum anerkannt zu werden. Investitionen in die Infrastruktur seien dahingehend wichtig für die Stadt.

Eine städtebauliche Klarstellung und Ordnung an besagter Stelle begrüßte auch Jens Heinze (Grün der Zeit). Der Tharandter weist aber auch darauf hin, dass der neue Radweg von Freital kommend in Höhe des Netto-Marktes aufgrund der engen Grundstücksverhältnisse derzeit nicht weitergeführt werden könne. Dafür müsse nach einer Lösung gesucht werden. Dies zu berücksichtigen, ist laut Stadt auch Grundlage des Bebauungsplanes.

Berücksichtigt werden sollen aber auch die Auswirkungen der Netto-Pläne auf die umliegenden Händler. Wie die Tharandter Rathausspitze mitteilte, sei bereits eine Analyse vom Investor beziehungsweise Eigentümer angefordert worden, welche Auswirkungen die Erweiterungspläne auf den Einzelhandel im Stadtgebiet hätten.

Ob das konkret auszumachen sein wird, ist fraglich. Bereits als der Netto-Markt Anfang der 2000er-Jahre in Tharandt mit einem Backshop und einer Fleischabteilung neu eröffnete, war die Sorge unter den Kleinunternehmern in der Forststadt groß, der neue Supermarkt könne ihnen die Kunden wegnehmen. Vermutlich wird er es getan haben und wohl auch noch immer tun. Die Lage des Marktes unmittelbar hinter dem Ortseingang Tharandts ist prominent. Neben den Einwohnern der Forststadt hält hier mitunter auch der Durchgangsverkehr, der zwischen Freital und dem Umland pendelt.

Die Supermarkt-Konkurrenz für Netto in Tharandt allerdings hält sich in Grenzen, zumindest bisher. Neben dem Weiße-
ritzpark befindet sich der nächste Markt in dieser Größenordnung in Freital oder in anderer Richtung zwischen Grumbach und Wilsdruff. Hier gibt es einen Lidl. In dem von Tharandt benachbarten Grumbach an der B 173 wird derzeit ein Edeka-Markt gebaut, der bereits Ende April öffnen soll.