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Montag, 16.04.2018

Naturprodukte gegen Zecken bei Hunden und Katzen

Kaum eine Jahreszeit ist wirklich unproblematisch für Besitzer von freilaufenden Katzen und Hunden; muss im Winter alles für die Pflege und den Schutz der Pfoten unternommen werden,...

Bild: Jerzy Gorecki / PL
Bild: Jerzy Gorecki / PL

ist schon zu Beginn des Frühjahres auch wieder mit Parasiten, allen voran Zecken, zu rechnen. Diese durchaus kuriosen Tiere zählen zu den Spinnentieren, erkennbar zum Beispiel an ihren acht Beinen. Sie überleben viele Jahre ohne Nahrung, wenn es sein muss, haben sie sich jedoch ein Opfer auserwählt, gelangen sie nicht selten unbemerkt an eine für die Zecke lohnenswert erscheinende Körperstelle. Haben die Parasiten dann erst zugebissen, ist sofort die Gefahr gegeben, dass sich das Haustier (wie natürlich auch der Halter) womöglich mit einer der vielen Krankheiten, die Zecken übertragen, angesteckt hat.

Der Mensch empfindet beim Anblick der zunächst unscheinbaren Tiere Ekel; noch schlimmer, wenn es die Zecke schafft, sich richtig vollzusaugen, wobei sie ihren Leibesumfang deutlich vervielfachen kann. Beenden Zecken ihre Mahlzeit, ohne entdeckt und entfernt zu werden, fallen sie von selbst ab – und hinterlassen ihre deutliche Bissspur in der Haut. Diese Stelle kann sich schlimm entzünden und sogar eitern; zudem wird beim Biss ein Nervengift in das Blut des Wirts-Tieres übertragen, das allein schon Konsequenzen für dieses haben kann. Alles in allem ist längst bekannt, dass nur eine vernünftige Prophylaxe gegen Zecken wirklichen Schutz vor schlimmen Infektionskrankheiten darstellt. Für den Menschen ist Kleidung natürlich eine gute Hilfe; zudem helfen Duschen, Deodorants und spezielle Abwehrsprays gegen den Eigengeruch des Körpers, der für Zecken so interessant ist. Kleidung, häufiges Baden und Körpersprays gibt es für Hunde und Katzen nicht – deswegen müssen sie auf andere Art und Weise einen reellen, aber verträglichen Schutz erhalten, für den der Halter allein verantwortlich ist.

Naturprodukte statt chemischer Mittel

In der modernen Welt ist auf menschlicher Ebene schon längst ein Umdenken erfolgt: Biologische Pflegemittel liegen im Trend; eine Seife muss zum Beispiel längst nicht mehr nur pH-neutral sein. „Bio“ ist eine Marke, die sich immer mehr durch das Leben zieht – vom Fleisch über Kleidung bis hin zu Kosmetik und Körperpflegeartikeln. Für Haustiere, die selbst gar nicht die Wahl haben, ihren Platz in unserem Leben selbstbestimmt zu gestalten, sollte dieses Thema ebenso allgegenwärtig sein; auch beim Thema Parasitenprophylaxe und im Speziellen bei der Zeckenabwehr.

Ältere Tierliebhaber kennen noch die übel-riechenden Halsbänder, die man früher für Hund und Katze kaufen konnte. Die Kunststoff-Bänder gab es in verschiedenen Längen und Breiten, gedacht für die unterschiedliche Größe der Tiere. Diese Produkte waren mit Puder oder anderen Stoffen benetzt; in diesen waren die Duftstoffe, die – vollkommen im chemischen Labor hergestellt – die Zecken abwehrten. Wirkungsvoll, aber unangenehm, für den Menschen schon sehr deutlich und somit bestimmt unerträglich für die Tiere mit dem so viel besser ausgeprägten Geruchssinn. Problematisch war hierbei oft auch die Tatsache, dass der Halsbereich gut geschützt war, jedoch der Bauch und das Hinterteil trotz Zeckenhalsband ein Tummelplatz für die unerwünschten Gäste waren. Mit Lösungen zum Tropfen war ein erster Schritt in die richtige Richtung getan; damit war eine bessere Abdeckung des Körpers mit den Duftstoffen gewährleistet. Heute nutzt man verstärkt natürliche Produkte, die keine Nebenwirkungen mitbringen und Hund und Katze nicht mit unnötiger Chemie belasten.

Einige Beispiele für wirksame Naturprodukte zur Zeckenabwehr

Einige Naturprodukte, die in diesem Beitrag der Zeckenprophylaxe zugeordnet werden, sind aus der Kosmetikbranche für den Menschen und der Fellpflege-Abteilung im Zooladen längst bekannt. Ihre Verträglichkeit ist damit bestens bewiesen. Ihre besondere Eigenschaft in der Anwendung als Zeckenschutz ist in der Hauptsache der Duft, der für Mensch und Tier deutlich angenehmer ist, als das chemische Pendent. Hier eine Übersicht über einige Inhaltsstoffe rein biologisch hergestellter Zeckensprays:

Kokosöl:

Biologisches Kokosöl kann äußerlich und innerlich angewendet werden. Auf dem Fell sorgt es, natürlich in der richtigen Dosierung, für gesundes Haar, schönen Glanz und eine intakte Haut. Die Schutzwirkung verliert sich mit der Intensität des Geruchs: Je mehr Mieze oder Bello in der Natur unterwegs sind und dabei durch Wiesen und Wälder streifen, umso mehr verfliegt die Wirkung. Problemlos aber kann das Kokosöl oder ein Produkt, in dem dieses enthalten ist, durch einfaches Aufträufeln oder Sprühen erneuert werden. Für Haustiere, die beispielsweise durch schlechte Erfahrungen mit Sprayflaschen Angst vor dieser Behandlung mit einem Zeckenschutz haben, eignet sich das Auftragen mit der Hand, einem Fellhandschuh oder einer entsprechenden Haarbürste. Der kluge Tierhalter beginnt die Prophylaxe mit Kokosöl bereits, wenn der Winter zur Neige geht; in kürzeren Abständen (etwa 1-2 Tage) zunächst, danach etwa zwei Mal pro Woche. Großer Pluspunkt der Kokosöl-Produkte ist die natureigene antibakterielle Wirkung, die – wie ein Antiranspirant beim Menschen den Körpergeruch von Hunden und Katzen beseitigt, statt ihn zu überdecken. Nebenbei: Kokosöl und Mix-Produkte helfen auch gegen Milben und Flöhe, sind auch in der Insektenabwehr nützlich. Bei der Anwendung

Anti Tique Sprays:

Die Bezeichnung Anti Tique Spray ist nichts anderes, als die englische Übersetzung des Begriffs Zeckenschutzmittel. In solchen natürlichen Präparaten, meist in einer Pumpspray-Flasche ohne Treibgas oder als Lösung zum Aufträufeln, zum Beispiel mit einer Pipette, erhältlich, sind mehrere Bio-Produkte gemischt. Teils ihre antibakterielle Wirkweise, teils ihr Duft: Allgemein hat der Tierhalter es hier mit einem einfach anzuwendenden, perfekt nach Fell-Länge und Körpergröße zu dosierenden Mittel zu tun. Wie alle Naturpräparate kann ein Bio Anti Tique Spray auch bei jungen Katzen und Hunden auf ihren ersten Schritten in die Welt verwendet werden, ohne Schäden anzurichten. Ein solches Spray im Handgepäck ist auch für den Menschen praktisch und wirksam; nur gegen die FSME Erkrankung gibt es eine Impfung. Ansonsten ist man, wie übrigens auch die Tiere, vor schweren Krankheiten, wie Borreliose, kaum geschützt.

Bio Schwarzkümmelöl:

Das Fell von Hund und Katze regelmäßig durch ein biologisches Schwarzkümmelöl zu pflegen, ist für Haut und Haar gesund. Der Mensch kennt das cholesteringesunde Öl vor allem als typischen Geschmack einer orientalischen Speise. Die im Schwarzkümmelöl enthaltene Linolsäure kennt der Mensch aus seinen eigenen Pflegeprodukten; für die Zecken ist der Geruch abstoßend, was bedeutet, sie empfinden ein mit Schwarzkümmelöl eingeriebenes Haustier nicht als lohnende „Beute“, beißen gar nicht erst zu und übertragen somit auch keine Krankheiten. Wie auch das Kokosöl, Zitronen-Eukalyptus und viele andere Naturerzeugnisse, sind vom Schwarzkümmelöl kaum Nebenwirkungen bekannt.

Natürliche Bierhefe:

Ebenfalls ein aus dem Reformhaus bekanntes Produkt ist Natur Bierhefe. Diese gibt es meist in Pulverform – Tierbesitzer kennen das Hefe-Präparat als vitaminreiche Nahrungsergänzung. Besonders Frauen wissen aber auch um die Vorzüge in der Kosmetik; bekannt ist Bierhefe für reine Haut, gesunde Haare und Co. Auch auf den Verdauungstrakt hat sie positiven Einfluss. Der Geruch nach Hefe überdeckt den Körpergeruch und schreckt damit wiederum die Zecken bereits vor dem Zubeißen ab.

Einige Tipps zum Schluss:

  • Sind Sie sich unsicher, was sie Ihrem Hund oder Ihrer Katze geben dürfen, fragen Sie bei Ihrem Tierarzt nach!
  • Gehen Sie, falls sich doch eine Zecke verirrt und zugebissen hat, lieber zum Tierarzt, um den Krankheitsüberträger entfernen zu lassen. Durch unsachgemäße Entfernung der Spinnentiere können Sie dem Tier unnötige Schmerzen zufügen und die Folgen des Bisses sogar verschlimmern. Geeignete Werkzeuge zur Zeckenentfernung bekommen Sie im Fachhandel.
  • Die Dosierung aller Einzel- oder Kombiprodukte zur Zeckenabwehr kann unter Umständen variieren. Auf den Verpackungen tierspezifischer Präparate sind Art, Menge und Häufigkeit meist gut beschrieben; auch hier gilt – lieber einmal öfter den Tierarzt konsultieren, wenn Sie nicht sicher sind.
  • Im Frühjahr rechtzeitig beginnen und am besten bis nach dem ersten Frost mit der Behandlung fortfahren – lückenlos und regelmäßig, auch und vor allem im Urlaub.
  • Bei Reisen stets Erkundigungen einholen, ob besondere Zeckengefahr besteht und eventuell weitere Maßnahmen mit dem Veterinär absprechen.