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Montag, 11.07.2016

Nächtliche Schwerstarbeit

Unbewältigte Probleme und Stress lösen häufig nächtliches Zähneknirschen aus.

Häufig bemerkt man das Knirschen im Schlaf erst dann, wenn die Zähne darunter leiden und sich starke Abnutzungserscheinungen zeigen oder wenn die vom Knirschen ausgelösten Spannungsschmerzen der Kopf- und Nackenmuskulatur unerträglich werden.
Häufig bemerkt man das Knirschen im Schlaf erst dann, wenn die Zähne darunter leiden und sich starke Abnutzungserscheinungen zeigen oder wenn die vom Knirschen ausgelösten Spannungsschmerzen der Kopf- und Nackenmuskulatur unerträglich werden.

© proDente e.V..

Wenn jemand eine Aufgabe nur widerwillig erledigt oder seinen Ärger unterdrückt, knirscht er entsprechend eines altbekannten Sprichwortes mit den Zähnen. Zahlreiche Menschen nehmen diese Redewendung allerdings wörtlich und verarbeiten während des Schlafens ungelöste robleme des Tages, indem sie sich durch die Nacht knirschen. Sie kauen ihren Ärger im Job oder ihre Sorgen im rivatleben buchstäblich immer wieder von vorne durch und reiben ihre Zähne dabei oftmals stark aufeinander „Es gibt zwar auch andere Gründe für das Knirschen wie Muskelvers annungen oder ein falscher Zusammenbiss, also wenn der Ober- und der Unterkiefer durch Unfall oder nicht richtig sitzende rothesen beim Zusammenbeißen nicht mehr exakt aufeinander assen. Aber in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle liegt die Ursache in übermäßigem Stress und anderen seelischen Belastungen“, sagt Dr. Thomas Breyer, Vize räsident der Zahnärztekammer Sachsen und niedergelassener Zahnarzt in Meißen. Die Folge: Zuerst werden die Höcker auf den Zähnen, dann die Zahnoberfläche selbst durch den ständigen Knirscher rozess abgerieben. Zahnärzte können das an den unnatürlich glatt olierten Kauflächen erkennen und stellen dann Bruxismus, so der Fachbegriff, fest. Da sich beim Knirschen ein bis zu zehnmal höherer Druck als bei normalen Kaubewegungen entwickelt, können Schäden wie Risse im Zahnschmelz oder abgebrochene Ecken entstehen. Außerdem können durch die abgenutzte Zahnhartsubstanz Bakterien leichter in den Zahn eindringen und Karies verursachen.

Geschient und geschützt

„Die meisten Betroffenen bemerken ihre nächtlichen Aktivitäten anfangs gar nicht, sondern bekommen sie von ihrem artner erzählt“, so Dr. Breyer. „Nur in sehr stark ausge rägten Fällen werden sie vom Knirschen wach.“ Wenn sich jedoch morgens beim Öffnen des Mundes ein S annungsgefühl einstellt oder Schmerzen in Wangen, Kiefer, Ko f oder Nacken auftreten, em fiehlt sich ein Besuch beim Zahnarzt. Das trifft ebenso auf jene Menschen zu, die nicht nachts knirschen, sondern tagsüber beim Autofahren, in anges annten Situationen oder Stress hasen die Zähne fest aufeinander ressen. Hierbei kommen die Zähne zwar zunächst ungeschoren davon, aber es können Veränderungen der Muskeln und Schäden an den Kiefergelenken entstehen. „Hilfe bei nächtlichem Zähneknirschen bietet eine Aufbissschiene aus durchsichtigem Kunststoff, die die Zähne und das Kiefergelenk entlastet“, erklärt Dr. Breyer. Ein Abdruck des Unterkiefers stellt dabei den Ausgangs unkt dar. „Die Schiene sorgt für den notwendigen Abstand zwischen den Zähnen und schützt sie vor weiterer Abnutzung, weil das unerwünschte Knirschen und Mahlen verhindert wird.“ Allerdings lassen sich damit lediglich die Sym tome behandeln und nicht die Ursache. Um sich von Stress und S annungszuständen zu befreien, helfen s ezielle Ents annungsthera ien wie autogenes Training oder Yoga. Achten Knirscher und resser zusätzlich darauf, ob und wann sie die Zähne zusammenbeißen, lassen sich Muskulatur und Gelenke im Alltag gezielt lockern. Was viele nicht wissen: In ents anntem Zustand sollten Zähne sich nicht berühren. Auch Schlucken