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Nächster Anlauf für Neustädter Einkaufzentrum

Über zwei Jahre wurde am Bebauungsplan gefeilt. Der neue Supermarkt an der Dresdner Straße könnte damit schon bald kommen.

06.10.2017
Von Nancy Riegel

Anlauf für Neustädter Einkaufzentrum
Früher befand sich an der Dresdner Straße gegenüber der Spitzweg-Apotheke eine Kläranlage. Jetzt liegt das Gelände brach und soll zu einem Einzelhandelsstandort umgebaut werden.

© Dirk Zschiedrich

Neustadt. Ein Einkaufszentrum an der Dresdner Straße – dieses Konzept ist schon seit Jahren Thema in Neustadt. Seit vor zwei Jahren der erste Entwurf des Bebauungsplans veröffentlicht wurde, ist es ruhig geworden um den angekündigten Supermarkt. Die Zeit haben Stadt und das Architektenbüro genutzt, um Änderungen einzuarbeiten, die teilweise auch auf Einwänden von Bürgern basieren. Es ging vor allem um Lärmschutz und die Sorge, dass ein anderer Supermarkt in Neustadt schließen könnte. Der jetzige Bebauungsplan soll dann im Großen und Ganzen beschreiben, wie die Fläche an der Ecke Dresdner Straße und Wilhelm-Kaulisch-Straße einmal aussehen soll.

Rewe ja, Drogerie wohl nicht

Was sich zur ersten Fassung aus dem Jahr 2015 nicht verändert hat, ist der Plan der Stadt, auf dem Grundstück einen Lebensmittelmarkt anzusiedeln und zwei weitere, kleinere Geschäfte. Der Supermarkt dürfte laut dieser Fassung noch einmal etwas größer werden als zuvor. Eine Verkaufsfläche von 1 960 Quadratmetern wäre möglich. Rewe sei noch immer sehr daran interessiert, sich in dem Gebäude einzumieten, sagt Neustadts Bauamtsleiter Michael Schmidt. Zwar entscheide am Ende der Bauträger, welche Kette den Mietvertrag unterschreiben kann. Durch die Vorgabe der Stadt, an dieser Stelle einen „Lebensmittelvollsortimenter“ anzusiedeln, wolle man aber beispielsweise ausschließen, dass ein Baumarkt an der Dresdner Straße errichtet würde. Schmidt betont, dass die Stadt sich dafür einsetzen werde, trotz Neubau den Rewe-Markt an der Maxim-Gorki-Straße zu erhalten. Schlussendlich entscheidet aber das Unternehmen selbst.

Für die beiden weiteren Gebäude an der Dresdner Straße, die jeweils maximal 790 Quadratmeter Verkaufsfläche haben dürfen, gebe es noch keine Interessenten. Die Ansiedlung eines Drogeriemarktes habe sich wohl mit dem neuen Rossmann am Neustadtcenter erledigt, erklärt der Bauamtsleiter.

Zufahrt über drei Stellen

Wie laut wird es, wenn die Lastwagen Ware anliefern? Zu laut, befürchteten Anwohner an der Dresdner Straße und reichten ihre Bedenken beim ersten Entwurf vor zwei Jahren ein. Die Zufahrten zum Einkaufszentrum wurden deshalb in der aktuellen Version präzisiert. Es wird drei Einfahrten von der Dresdner Straße aus geben, eine für Kunden, eine für Kunden und Anlieferung und einen separaten Weg nur für Anlieferverkehr. Laut Bauamt ist dieser im Vergleich zur vorherigen Planung etwas weiter nach hinten gerückt, also weiter weg von Wohnhäusern, was den Lärm reduzieren soll. Um einen Rückstau auf die S 159 zu vermeiden, müssen die Einfahrten für Kunden mindestens 100 Meter von der Wilhelm-Kaulisch-Straße entfernt angelegt werden. „Eine Zu- und Ausfahrt im Einmündungsbereich August-Bebel-Straße ist nicht vorgesehen und nicht zulässig“, heißt es im B-Plan.

Auch für die Parkplätze gibt es schon konkrete Vorstellungen. Die Stellflächen sollen breit gebaut werden, rund drei Meter lautet die Vorgabe. Es soll separate Plätze für Behinderte und Eltern geben.

Ersatzpflanzungen in den Ortsteilen

Als dritte Änderung zur ersten Version wurden im Bebauungsplan Ausgleichsmaßnahmen für Grünflächen aufgeführt. Diese sind in Rückersdorf und in Oberottendorf geplant. Dafür habe man sich mit der Naturschutzbehörde abgestimmt, heißt es aus dem Rathaus.

Der zweite Entwurf des Bebauungsplanes „Einzelhandelsstandort Dresdner Straße“ wird vom 16. Oktober bis 17. November in der Stadtverwaltung Neustadt in Sachsen, Markt 24, Sachgebiet Stadtentwicklung, Zimmer 2, öffentlich ausgelegt und auf der Website der Stadt veröffentlicht.