erweiterte Suche
Mittwoch, 20.01.2016

Nachwuchssorgen bei der Feuerwehr

Der Freiwilligen Feuerwehr Bannewitz gehen die Kameraden aus. Besonders dramatisch ist die Lage an einem Standort.

Von Franz Werfel

© Marko Förster

Bannewitz. Die Stadt braucht dringend mehr Bürger, die sich ehrenamtlich in der Freiwilligen Feuerwehr engagieren. Derzeit hat Bannewitz 84 aktive Kameraden, die sich auf fünf Feuerwehrstandorte in den Ortsteilen Bannewitz, Cunnersdorf, Possendorf, Hänichen und Goppeln verteilen. Besonders kritisch ist die Lage am Feuerwehrstandort in Goppeln. Dieser umfasst die Ortschaften Goppeln, Golberode und Gaustritz. In diesen drei Ortschaften sind aktuell nur fünf Kameraden aktiv, obwohl es laut der sächsischen Feuerwehrverordnung 18 sein müssten. Die Zahl der benötigten Kameraden bemisst sich an den Fahrzeugen, die sich am jeweiligen Standort befinden. Im Goppelner Gerätehaus steht ein Löschgruppenfahrzeug mit neun Sitzplätzen. Laut der Feuerwehrverordnung müssten doppelt so viele, also 18 Kameraden, in der Goppelner Wehr aktiv sein.

400 Brandtote im Jahr

Gemeindewehrleiter Heiko Wersig sorgt sich um die Sicherheit vor allem im westlichen Teil der Gemeinde Bannewitz. „Derzeit können wir die Sicherheit im Notfall nur gewährleisten, weil die Kameraden am Standort Hänichen mit aushelfen“, sagte Wersig bei einer Nachwuchs-Werbeaktion in Goppeln. Im vorigen Jahr hat die Zahl der Einsätze der Feuerwehr zugenommen. 89-mal mussten die Bannewitzer Kameraden ausrücken, 2014 waren es noch 15 Einsätze weniger.

Nach einer aktuellen Erhebung sterben in Deutschland etwa 400 Menschen jährlich durch giftigen Rauch, der sich bei einem Brand bildet. Die meisten sterben nachts, denn im Schlaf ist der Geruchssinn nicht aktiv. „Diese Gefahr könnte deutlich gesenkt werden, wenn in jeder Wohnung Rauchmelder installiert wären“, so Wersig. Er empfiehlt Modelle mit digitalen Funkmeldern, die direkt die Einsatzstelle alarmieren. Schätzungen zufolge besitzt die Hälfte der Deutschen keine Rauchmelder.