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Montag, 15.05.2017 Gut zu wissen

Nachfolge geregelt

Gastwirtsfamilie Klitzke muss ihr Lebenswerk nicht verkaufen. Die Tochter übernimmt die Gaststätte Am Weinberg in Mittelndorf.

Von Anja Weber

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Das Gaststätte Am Weinberg in Mittelndorf bleibt in Familienhand. Ria Klitzke (rechts) übergibt die Geschäfte an ihre Tochter Christina Nehls. Sohn Andreas Klitzke ist Küchenchef und macht das Familienteam komplett.
Das Gaststätte Am Weinberg in Mittelndorf bleibt in Familienhand. Ria Klitzke (rechts) übergibt die Geschäfte an ihre Tochter Christina Nehls. Sohn Andreas Klitzke ist Küchenchef und macht das Familienteam komplett.

© Dirk Zschiedrich

  • Das Gaststätte Am Weinberg in Mittelndorf bleibt in Familienhand. Ria Klitzke (rechts) übergibt die Geschäfte an ihre Tochter Christina Nehls. Sohn Andreas Klitzke ist Küchenchef und macht das Familienteam komplett.
    Das Gaststätte Am Weinberg in Mittelndorf bleibt in Familienhand. Ria Klitzke (rechts) übergibt die Geschäfte an ihre Tochter Christina Nehls. Sohn Andreas Klitzke ist Küchenchef und macht das Familienteam komplett.
  • Familie Klitzke hatte 1991 mit dem Umbau ihres Wohnhauses zur Gaststätte begonnen. 1992 wurde sie eröffnet.
    Familie Klitzke hatte 1991 mit dem Umbau ihres Wohnhauses zur Gaststätte begonnen. 1992 wurde sie eröffnet.

Mittelndorf. Christina Nehls ist noch etwas im Stress. Die neue Chefin in der Gaststätte „Am Weinberg“ in Mittelndorf hat gerade erst den Umzug ihrer Familie von Dresden in die Sächsische Schweiz hinter sich gebracht und steht nun in ihrem neuen Arbeitsbereich in dem Haus, in dem sie ihre Kindheit verbracht hat.

Ihren Eltern Ria und Egon Klitzke gehört die Gaststätte. „Natürlich habe ich da früher schon mitgeholfen. Aber dass ich das Haus einmal übernehmen werde, war da noch kein Thema“, sagt die junge Frau. Sie hatte erst einmal Betriebswirtschaft studiert, dann in einer Werbeagentur gearbeitet. Zuletzt organisierte sie die Messeauftritte für den Verein Silicon Saxony und war deshalb auch viel im In- und Ausland unterwegs. Vor zwei Jahren wurde ihre Tochter geboren. „Wir haben uns dann natürlich gefragt, wie es weitergeht. Da fiel auch die Entscheidung: Wir kommen auf das Land zurück und ich übernehme mit meinem Mann Falko die Gaststätte“, sagt sie. Ihr Bruder Andreas Klitzke steht schon immer am Herd und ist der Küchenchef. Damit ist das Team komplett und die Gaststätte bleibt in Familienhand.

In diesem Moment ist ihren Eltern wohl ein Stein vom Herzen gefallen. Beide gesundheitlich etwas angeschlagen, freuen sie sich, dass ihre Tochter den Entschluss gefasst hat. „Wir wollten eigentlich noch etwas mehr arbeiten. Doch gesundheitlich geht das leider nicht mehr. Hätte sich niemand für die Gaststätte gefunden, hätten wir alles verkauft“, sagt Egon Klitzke. Gemeinsam mit seiner Frau hat er Gaststätte und Pension selbst aufgebaut. Eigentlich wollte er den ehemaligen Gasthof genau gegenüber übernehmen. Die Verträge seien schon fertig gewesen. Doch dann habe ihm die Treuhand einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Kurzerhand hatte man sich da entschlossen, eben selbst etwas aufzubauen. Im Mai 1991 begann der Umbau des Wohnhauses. Schon ein Jahr später war die Gaststätte fertig und 1992 eröffnet. Damit steht mittlerweile das 25-jährige Jubiläum an. In den Jahren nach 1992 folgte die Pension, 1994 wurden die Zimmer erweitert und im Jahr 2000 noch der Saal angebaut. Inzwischen gehören 80 Plätze in der Gaststätte, 25 Plätze im Biergarten sowie acht Pensionszimmer dazu. Größere Umbauten stehen erst einmal nicht an.

Mit ihrem Konzept setzt Christina Nehls auf Traditionelles. So wird auch weiter das Hausbier ausgeschenkt wie auch die speziellen Schnapssorten, die es nur in der Gaststätte „Am Weinberg“ gibt, also die Haustropfen. Und natürlich wird es auch weiter die hübsch gestalteten Speisekarten geben. Dort hat der Mittelndorfer Horst Müller seine Handschrift hinterlassen, genau wie auf den Bierdeckeln. Darüber hinaus gibt es verschiedene Schnitzereien zu bestaunen, die Horst Müller für die Gaststätte angefertigt hat. In der Küche dominiert vor allem das Regionale. Frisches Gemüse und die Kräuter holt Andreas Klitzke aus dem Garten hinter der Gaststätte.

Über Gästemangel können die Gastwirte nicht klagen. Allerdings sind sie auch vom Durchgangsverkehr abhängig. Wird dann an der Staatsstraße gebaut, bricht dieser weg. Dann wird es sicherlich aus den Erfahrungen der letzten Jahre nicht ganz einfach. Christina Nehls hofft, dass sie ihr Team dann auch gut durch schwierige Zeiten steuert.