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Mittwoch, 03.09.2008

Nach Nazi-Drohungen: Polizeischutz für Julia

DRESDEN - Nach den Nazi-Drohungen gegen die Linke-Abgeordnete Julia Bonk (22) achten nun Staatsschutz, Innenministerium und Polizei besonders auf das Landtags-Küken. Nach einer „Gefährdungseinschätzung“ könnte es sogar Personenschutz geben.

Nachdem die Daten-Antifa rechtsextreme Foren im Internet geknackt hat, wurde bekannt: Julia Bonk ist im Visier von Nazis (Morgenpost berichtete). Im Internet wird sie beleidigt und ihr gedroht: „PDS-Nutte“, „Aktivistenschlampe“ oder „Der sollte man das Gesicht einhauen“.

Nun bekommt die Politikerin Schutz. Polizeisprecher Thomas Herbst: „Wir sind achtsam. Die Abteilung Staatsschutz prüft derzeit, was an den Drohungen dran ist. Auch das Innenministerium ist mit im Boot. Wir werden geeignete Maßnahmen einleiten.“ Welche, will er nicht verraten: „Sonst wären sie nicht wirksam.“ Aber Polizeistreifen werden künftig in der Neustadt, wo Julia Bonk wohnt, besonders aufpassen - stellt der Staatsschutz akute Gefahr fest, gibt es Personenschutz.

Julia Bonk will den Kampf gegen rechts fortsetzen: „Nazis haben sich in den vergangenen zwei Jahren in ganz Sachsen deutlich verbreitet. Das Landesprogramm dagegen reicht nicht. Wir müssen durch mehr Bildung, bessere Strukturen und soziale Gerechtigkeit verhindern, dass sich die Leute ihnen anschließen.“ AW