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Mysteriöser Todesfall auf der A 4

Ein Mensch wurde offenbar in der Nacht zu Montag nahe der Anschlussstelle Ohorn überrollt und tödlich verletzt. Die A 4 war stundenlang gesperrt. Am Mittag hob die Polizei die Sperrung auf.

30.05.2016

er Todesfall auf der A 4
Die Autobahn wurde bis zum Abschluss der Unfallaufnahme voll gesperrt.

© Christian Essler

Ohorn. Auf der Autobahn, etwa einen Kilometer nach der Anschlussstelle Ohorn Fahrtrichtung Dresden - Görlitz, hat sich in der Nacht zu Montag ein schwerer Verkehrsunfall ereignet. Mehrere Autofahrer teilten über den Notruf der Polizei mit, dass sie vermutlich ein Reh überfahren hätten. Wie sich beim Eintreffen der Streife der Autobahnpolizei herausstellte, handelte es sich jedoch um eine Person.

Wie die Polizei inzwischen mitteilte, soll der Verunglückte polnischer Staatsangehöriger gewesen sein. Der vermutlich 59-Jährige gehörte demnach zu einer vierköpfigen Fahrgemeinschaft. Diese hatte in Fahrtrichtung Dresden auf dem Parkplatz Rödertal eine Pause eingelegt. Womöglich verließ der Mann unbemerkt das Fahrzeug und ging zur Autobahn. Scheinbar überstieg er die Mittelleitplanke und lief einige hundert Meter auf der Fahrbahn in Richtung des Burkauer Berges. Dort soll der Mann nacheinander von mindestens vier Fahrzeugen überrollt worden sein. Noch ist der genaue Hergang nicht abschließend geklärt.

Nach bisherigen Erkenntnissen waren vier Pkw in den Unfall involviert. Wie die Polizei mitteilt, hatten Unfallbeteiligte weitere Pkw und einen Reisebus gesehen, die kurz angehalten, dann jedoch weitergefahren waren - offenbar in der Annahme, es sei ein Reh überfahren worden.

Zwischen Ohorn und Burkau war die Autobahn nach dem Unfall komplett dicht. Die Polizei hat über mehrere Stunden alle Fahrzeuge an der Abfahrt Ohorn von der Autobahn geleitet. Die Umleitungsstrecke führte über Rammenau und Burkau zurück auf die A 4. Doch dabei gab es ein Problem. „Auf der Strecke befindet sich eine enge Baustelle. Da passen die Laster nicht durch“, erklärt Enrico Trenn vom THW Kamenz. Der Einsatzleiter wurde 3 Uhr alarmiert. Inzwischen hatte sich das THW in Goldbach, Frankenthal und Bretnig aufgestellt und dort jeweils die Zufahrtsstraße nach Rammenau für Laster gesperrt. Die Brummis sollten stattdessen über die B 6 nach Bischofswerda und Burkau und von dort wieder auf die A 4 fahren. Am Mittag hob die Polizei die Sperrung wieder auf.(szo)

Die Polizei sucht Zeugen des tödlichen Unfalls: 03591 3670