Montag, 31.12.2012

Mutmaßliche Balkonbande bleibt in U-Haft

Die Kripo ist sich sicher, einen beachtlichen Fang gemacht zu haben. Doch die Ermittlungen gegen die Serieneinbrecher stehen noch am Anfang

Von Alexander Schneider

Die Polizei macht drei Männer aus Rumänien für eine der größten Einbruchserien in Dresden verantwortlich. (Symbolfoto)
Die Polizei macht drei Männer aus Rumänien für eine der größten Einbruchserien in Dresden verantwortlich. (Symbolfoto)

©dpa

Die drei mutmaßlichen Serieneinbrecher bleiben vorerst in Untersuchungshaft. Sie wurden am Freitag vor Weihnachten in Seidnitz festgenommen. Die Polizei macht sie für eine der größten Einbruchserien in Dresden verantwortlich – 76 Taten Anfang des Jahres und weitere 17 nun im Dezember. Doch die Beamten stehen erst am Anfang, obwohl sie schon seit zehn Monaten gegen die Täter ermitteln.

Diese kamen meist über den Balkon, drangen in kürzester Zeit in Erdgeschosswohnungen ein und nahmen nur Bargeld und Schmuck mit. In nur drei Wochen im Februar und März dieses Jahres hatte die Bande 76 Wohnungen heimgesucht, Tausende Euro erbeutet und vor allem im Dresdner Osten eine große Verunsicherung ausgelöst.

Reisende Täter

Die Polizei sprach bald von der „Balkonbande“. Eine Ermittlungsgruppe sammelte Spuren, verstärkte die Präsenz im Dresdner Osten, doch ein Erfolg blieb zunächst aus. Die Einbruchserie brach so überraschend ab, wie sie begonnen hatte. Das nahm die Kripo als ein Indiz für „reisende Täter“.

Im Dezember kehrten die Täter offenbar wieder nach Dresden zurück. In der Woche vor Weihnachten häuften sich Einbrüche nach dem genannten Muster. Die Kripo reaktivierte die Ermittlungsgruppe „Balkon“. Am Freitag dann der Erfolg. In der Gasanstaltstraße stießen die Beamten abends auf einen Renault Laguna mit bulgarischem Kennzeichen. Sie observierten das Auto und nahmen die Verdächtigen fest – drei Rumänen (37, 39, 44). In einem Hostel, in das sich das Trio eingemietet hatte, wurden mehrere Tausend Euro unter einem Bett versteckt gefunden.

Die Polizei geht davon aus, dass mindesten drei weitere Verdächtige zu der Bande gehören. Polizeichef Dieter Kroll sprach von „international agierender, organisierter Kriminalität“. In Hamburg und Berlin etwa hätten die Männer ebenfalls Spuren bei Einbrüchen hinterlassen. Bereits bei der ersten Einbruchserie waren die Rumänen als Pensionsgäste aufgefallen. Bei ihnen habe ein Kommen und Gehen geherrscht, sagte Polizeisprecher Thomas Geithner. So sei der Renault mit dem bulgarischen Kennzeichen ins Visier geraten. Allerdings sei das Auto seit März nicht mehr aufgefallen.