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Mittwoch, 04.10.2017

Moderner, größer, ohne Schrammen

Lange haben die Plauener die Sanierung des Gymnasiums gefordert. Nun geht es los. Auch weil der Altbau zu klein ist.

Von Annechristin Bonß

Im Gebäude an der Kantstraße wird ab Sommer 2018 gebaut. Hier sollen bald noch mehr Schüler lernen. Foto: René Meinig
Im Gebäude an der Kantstraße wird ab Sommer 2018 gebaut. Hier sollen bald noch mehr Schüler lernen. Foto: René Meinig

Eigentlich soll sich im Gymnasium Plauen gar nicht so viel verändern. Dieses „gar nicht so viel“ kostet die Stadt aber 25 Millionen Euro. Und bedeutet für die Plauener das Ende eines jahrelangen Ringens um eine moderne Schule. Im kommenden Sommer sollen die Bauarbeiter in die Schule an der Kantstraße ziehen. Dann findet hier zwei Jahre lang kein Unterricht statt. Und das denkmalgeschützte Gebäude von 1896 verwandelt sich in einen modernen, sicheren Schulstandort für dann fünf Klassen pro Jahrgang.

Der schlechte Zustand des Gymnasiums hat lange die Plauener beschäftigt. Von der Fassade drohen einzelne Steine abzustürzen. Die Bereiche darunter sind deswegen gesperrt. In einem der Zimmer kam ein Stück der Decke herunter. Ein Wasserrohrbruch zerstörte die Bibliothek im Erdgeschoss. In den oberen Stockwerken wellen sich die Dielen. Und der Fußweg hinter dem Gebäude ist gesperrt. Das Wischwasser für die Tafeln in einigen Zimmern müssen Lehrer und Schüler aus den Sanitärräumen holen. Auch das Notstromaggregat setzte zeitweise aus. Damit wären im Notfall die Fluchtwege beleuchtet worden. Ein Zustand, den die Plauener so nicht mehr hinnehmen wollten. Die Schüler protestierten vor den Sitzungen des Stadtrates und bildeten eine Kette rund um das Gebäude. Auch der Ortsbeirat setzte sich für eine zügige Sanierung ein.

Nun soll es endlich losgehen. Ab Herbst 2018 lernen die Kinder aus Plauen in der Schule am Terrassenufer. Dafür wird das dortige Gebäude durch zusätzliche sogenannte mobile Raumeinheiten vergrößert. Im Altbau an der Kantstraße haben dann die Bauarbeiter das Sagen. Elektrik, Wände, Decken, Putz und Sanitäranlagen werden saniert. Zudem bekommt das Gebäude zwei Anbauten an der Südseite. Die schließen die beiden derzeit offenen u-förmigen Höfe an der Rückseite des Gymnasiums. In den beiden Einbauten ist Platz für acht zusätzliche Schulräume. Dazu bekommt die Schule im Erdgeschoss eine große Mensa mit zwei Speiseräumen und einem zentralen Ausgabebereich. Zusätzlich entsteht eine neue Bibliothek.

Hanglage erschwert Turnhallenbau

„Die beiden Einbauten sollen nicht auffallen“, sagt Schulamtsleiter Falk Schmidtgen. Der Altbau soll weiterhin wirken. Deswegen setzen die Planer auf viel Glas. Knallig bunte Fassaden soll es keine an den beiden Neubauten geben. Die sollen zudem ein Stockwerk niedriger sein, als die denkmalgeschützten Mauern. Die können den Bauplan durchaus durcheinanderbringen. „Jeder Altbau birgt Überraschungen“, sagt Schmidtgen. Läuft alles gut, sollen die Schüler im Herbst 2020 zurück in das Gymnasium ziehen.

Dann soll es auch eine neue Turnhalle geben – zusätzlich zu der im Gebäude selbst. Derzeit planen die Bauexperten noch. Das Grundstück am Hang macht Probleme. Zudem stehen hier einige schützenswerte Bäume und eine ordentliche Verbindung für die Baufahrzeuge fehlt. Die alte Halle soll demnach einer neuen mit zwei Feldern weichen. Die könnten entweder nebeneinander angeordnet sein oder übereinander. Derzeit spreche vieles für eine Anordnung übereinander, sagt Schmidtgen. Das würde weniger Platz des Grundstücks in Anspruch nehmen. Eine der beiden Hallen könnte dann auch als Aula genutzt werden. Im Altbau gibt es zwar einen Raum für größere Feierstunden. Dort passen allerdings nur 182 Besucher rein. In einer Schule für knapp 1 000 Kinder und Jugendliche muss die Aula größer sein. Schmidtgen geht von einer Aula für 350 Personen aus.

Die Erweiterung des Gymnasiums ist wichtig für Plauen. Die benachbarten Stadtteile wachsen. Immer mehr Menschen wollen im Dresdner Süden wohnen. Die Kinder sollen in der Nähe lernen. Im Dresdner Süden ist deswegen nicht nur die Erweiterung des Gymnasiums Plauen vorgesehen, die mit der Sanierung des Gebäudes vorbereitet wird. Derzeit entsteht auch ein neues Gymnasium. Der alte Standort des Fritz-Löffler-Gymnasiums an der Ecke Bernhardstraße/Leubnitzer Straße wird saniert und erweitert. Dorthin zieht im kommenden Jahr das Tschirnhaus-Gymnasium, das bereits in Gorbitz gegründet wurde. Hier können später sechs Klassen pro Jahrgangsstufe gebildet werden.