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Mittwoch, 14.02.2018

Mittelherwigsdorfer Faschingswette erfüllt

Die Gemeinde baut für die Herschdurfer Karnevalisten eine XXL-Spendenbox fürs Jubiläum. Die wird dringend gebraucht.

Von Holger Gutte

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Die Mitglieder vom Herschdurfer Karnevalsverein präsentieren stolz die von der Gemeindeverwaltung für sie gebaute Spendenbox. Ralph Anders wirft spontan zehn Euro rein.
Die Mitglieder vom Herschdurfer Karnevalsverein präsentieren stolz die von der Gemeindeverwaltung für sie gebaute Spendenbox. Ralph Anders wirft spontan zehn Euro rein.

© Matthias Weber

  • Die Mitglieder vom Herschdurfer Karnevalsverein präsentieren stolz die von der Gemeindeverwaltung für sie gebaute Spendenbox. Ralph Anders wirft spontan zehn Euro rein.
    Die Mitglieder vom Herschdurfer Karnevalsverein präsentieren stolz die von der Gemeindeverwaltung für sie gebaute Spendenbox. Ralph Anders wirft spontan zehn Euro rein.
  • Mittelherwigsdorfs Bürgermeister Markus Hallmann moderierte das Einlösen der Wettaufgabe, die der HKV der Gemeinde aufgegeben hatte.
    Mittelherwigsdorfs Bürgermeister Markus Hallmann moderierte das Einlösen der Wettaufgabe, die der HKV der Gemeinde aufgegeben hatte.

Mittelherwigsdorf. Wetten erfüllen ist Ehrensache. Das gilt auch bei Faschingswetten. Und was dabei rauskommt, kann sich sehen lassen. Spendenboxen gibt es sicherlich viele. Der Herschdurfer Karnevalsverein (HKV) hat jetzt aber eine ganz besondere. Ein ehemaliger Oberseifersdorfer Tischler hat sie für die Gemeindeverwaltung gebaut, damit die ihre Wettaufgabe erfüllen kann.

Denn Bürgermeister Markus Hallmann (Freier Wählerverein) ist am Faschingsdienstag mit seinen Mitarbeitern in der Pflicht gewesen. Sie mussten dem HKV eine Spendenbox nach ganz besonderen Anforderungen liefern. Und dabei wollten sie sich nicht lumpen lassen. Denn die Herschdurfer Narren hatten zuvor ihre Aufgabe schließlich auch mit viel Kreativität erfüllt. Zur Freude der Grundschüler ist nämlich am Nikolaustag die große Weltkugel auf dem Schulhof mit einer fast ebenso großen und beleuchteten Narrenkappe verziert worden. „Wir haben gewusst, dass wir euch mit der Aufgabe nicht überfordern. Die Kappe ist so stabil gebaut, dass sie sogar das Sturmtief Friederike überstanden hat“, lobt Markus Hallmann die Arbeit des Karnevalsvereins.

1,11 Meter lang und jeweils 55 Zentimeter breit und hoch sind nun für die Gemeindeverwaltung die vorgegebenen Maße für die Spendenbox gewesen. Aber das ist nur eine von acht Vorgaben, die der Karnevalsverein für die Box vorgegeben hatte. Unscheinbar sieht dennoch die Spendekiste aus, die dann zwei Gemeindemitarbeiter in den Saal des HKV-Vereinshauses tragen. Die Kiste erfüllt alle Vorgaben – bis auf zwei. Nur diebstahlsicher ist sie eben nicht. Und weil sie nicht die Form eines Quaders haben sollte, setzt sich der Bürgermeister auf das Werk aus Pappe einfach drauf und zerdrückt sie so.

Der Gag ist gelungen. Und so mancher im Herschdurfer Karnevalsverein fragt sich, ob das alles war? Natürlich nicht. Denn kurz darauf wird etwas anderes – noch Verhülltes hereingetragen. „Gut dran ist, wer schon mal Bettzeug gewechselt hat“, sagt Markus Hallmann, als zwei Funken sich daran machen, die Tücher zu entfernen. Und die jetzt zum Vorschein kommende Spendenbox ist schon eher das, was sich der HKV bei seiner Wettaufgabe vorstellte. Präsident Paul Roscher misst natürlich trotzdem die Maße nach. Sie stimmen. Wie gewünscht, zieren die Box die Vereinsfarben. Auch das Datum der Jubiläumsveranstaltung anlässlich 40 Jahre HKV am 24. November und der Hinweis auf „Rockpirat“, die dann spielen, stehen darauf. Eine große Kette mit Schloss und die zusätzlichen zwei Schlösser an der drehbaren Spendenbox machen diese zudem diebstahlsicher. Ralph Anders kann es nicht abwarten und schiebt gleich nach dem Bürgermeister noch einen zweiten Zehn-Euro-Schein in den Spendenschlitz.

Von nun an kann die Box gefüllt werden. Um die Bereitschaft dazu anzuregen, gibt der Bürgermeister ein Fass Freibier aus. Das erhält an jenem Abend aber nur, wer gegen ihn würfelt und gewinnt. Wer verliert, muss zwei Euro in die Spendenbox werfen. Und jeder, der in den Saal kommt, wird zum Würfeln verdonnert.

Jetzt muss der Verein bis zum Wochenende am Veranstaltungskalender ankreuzen, wo überall bis zum 11.11. die Spendenbox aufgestellt werden soll. Denn das ist das Ziel des Herschdurfer Karnevalvereins gewesen. Die Box soll bei Festen in allen vier Ortsteilen stehen, damit die Vereinskasse des HKV für die Jubiläumssaison kräftig gefüllt ist. Zum 40. Bestehen feiert der Verein seine Auftaktveranstaltung nämlich nicht in seinem Vereinshaus, sondern in der wesentlich größeren Turnhalle neben der Grundschule.

Der Bürgermeister hofft, dass die geplanten Arbeiten in der Turnhalle dann abgeschlossen sind. Die Gemeinde will im Gebäude die Sanitäranlagen und die Elektrik erneuern sowie einen Sportfußboden einbauen lassen. Zum Faschingsdienstag ist das Vereinshaus des HKV schon mal gut gefüllt gewesen. Auch, weil befreundete Faschingsvereine aus Neueibau, Olbersdorf, Großschönau, Zittau, Schönau-Berzdorf und der Stammtisch der ehemaligen Hurnzer Faschingsprogramm-Gruppe gern der Einladung des HKV nachgekommen sind. Am Sonnabend geht aber jetzt erst einmal beim Auskehrball die diesjährige Saison zu Ende. Übrigens steht beim HKV nicht nur die eigene Spendebox, sondern auch eine für den Sandbüschelverein im Ort, der von Dieben völlig ausgeraubt wurde.