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Mittwoch, 27.09.2017

Mit Geschick zum Scheck

Nach den Marbachern räumen die Niederstriegiser den großen Gewinn beim Fernsehduell ab. Dennoch fallen die Gerüste.

Von Tina Soltysiak und Heike Heisig

Unter anderem bei Geschicklichkeitsaufgaben musste sich das Niederstriegiser Mach-dich-ran-Team bewehren. Inzwischen steht fest: Der Einsatz der Männer und Frauen hat sich gelohnt.
Unter anderem bei Geschicklichkeitsaufgaben musste sich das Niederstriegiser Mach-dich-ran-Team bewehren. Inzwischen steht fest: Der Einsatz der Männer und Frauen hat sich gelohnt.

© Dietmar Thomas

Roßwein/Niederstriegis. Heiko Jadatz kann sein Glück noch immer kaum fassen. Gemeinsam mit Werner Tietze, Simone Maul, Marcel Martin und Peter Schumann hat er das „Mach-dich-ran“-Spezial des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) gewonnen und 200 000 Euro für die Sanierung der Kirche in Niederstriegis erspielt.

„Wir sind gegen ein Team aus dem thüringischen Bilzingsleben angetreten und es war spannend bis zum letzten Spiel“, sagt der Pfarrer. Diesmal drehte sich alles um Luther und die Reformation. „Wir mussten die Thesentür der Schlosskirche zu Wittenberg aufbauen und die Thesen anschlagen“, verrät er. Schon im Halbfinale mussten sie ein Partyzelt zusammenbauen. „Wir haben richtig gut als Team funktioniert. Die Handgriffe haben gesessen“, so Heiko Jadatz.

Während die ersten Wettbewerbe unter freien Himmel stattfanden, war der Rahmen diesmal ein anderer. In der Zwickauer Stadthalle ging es wesentlich feierlicher zu. Denn dort wurde die Stefanie-Hertel-Show aufgezeichnet. „Die Aufregung war eine ganz andere. Wir waren in das laufende Programm eingebunden, hatten vier Auftritte“, erzählt Jadatz. Zwischendurch haben Schlagergrößen wie Andy Borg und Thomas Anders ihre Hits zum Besten gegeben. „Im Backstagebereich saßen wir alle gemeinsam und die Stars haben sich auch für uns interessiert, wir sind mit ihnen ins Gespräch gekommen“, beschreibt er. Nach ihrem Sieg hätten die ihnen auch gratuliert.

Danach habe es für das Team aus Niederstriegis, die von einem 17-Mann-Fanclub unterstützt wurden, kein Halten mir. „Wir haben gejubelt und auf dem Parkplatz gab es noch eine Sektdusche.“ Bei der Fernsehaufzeichnung haben die Niederstriegiser den Scheck über ihren 200 000-Euro-Gewinn schon in den Händen gehalten. Nach der Ausstrahlung am 28. Oktober können sie wahrscheinlich offiziell über das Geld verfügen.

Sofort einsetzen werden es die Kirchenvorstände aber nicht, weshalb die Baugerüste Ende des Jahres auch zunächst fallen. „Wir müssen erst einmal einen Plan für den nächsten Bauabschnitt aufstellen“, so Werner Tietze, der zu den Mitspielern gehörte. Weitergehen müsste es mit der Fassadengestaltung und in diesem Zuge mit Sanierungen an den Sandsteinelementen. Letzteres hat sich im laufenden Bauabschnitt im Bereich der Traufsimse allerdings als äußerst kostspielig erwiesen. Deshalb geht Werner Tietze davon aus, dass der Gewinn nicht reichen wird. „Wir müssen bestimmt wieder Förderanträge stellen“, vermutet er. Wann genau die Kirchsanierung fortgesetzt wird, steht angesichts der zu klärenden Finanzierung noch nicht fest.

Sicher ist dagegen, dass es am Dienstag, 24. Oktober, einen netten Abend in der Kirche Niederstriegis geben wird. Ab 19 Uhr sind alle im Gotteshaus willkommen, die den ersten Wettkampf des Teams aus ihrem Ort und die Vorstellung des Dorfes gemeinsam verfolgen möchten.