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Dienstag, 13.02.2018 Kommentar

Menschen sollten Tiere nicht zurückdrängen

Vor allem Wildschweine und Waschbären zieht es hinein in die Stadt Meißen. Die Gründe dafür sind vielfältig – Stephan Hönigschmid über wilde Tiere in der Stadt.

Autor Stephan Hönigschmid
Autor Stephan Hönigschmid

© Claudia Hübschmann

Obwohl Mensch und Tier seit Jahrtausenden zusammenleben, ist es immer wieder spektakulär, wenn ein ausgewachsenes Wildschwein plötzlich im Vorgarten steht oder gar durch die Innenstadt streift. Fragt man dann nach den Gründen für ein solches Ereignis, ist vor allem von Überpopulationen und dem einfachen und praktischen Nahrungsangebot in den Mülleimern der Stadt die Rede.

Seltener wird hingegen über die tieferen Ursachen gesprochen. Denn auch eine auf Monokulturen ausgelegte Landwirtschaft mit jeder Menge Pestiziden sowie ein fortschreitender Siedlungsbau bleiben nicht ohne Wirkung. Im Gegenteil. Sie schränken das Nahrungsangebot der Tiere massiv ein. Gut zu sehen ist der Effekt bereits an den Bienen. Diese produzieren in Großstädten inzwischen doppelt so viel Honig wie auf dem Land. Und das schlicht und einfach, weil die Bedingungen besser sind.

Da wundert es kaum, dass Waschbär, Wildschwein, Fuchs & Co. ebenfalls auf diese Anreize reagieren. Warum mühsam Nahrung suchen, wenn man sie quasi auch auf dem Silbertablett serviert bekommt? Kurzfristig ist das auch kein Problem. Langfristig wird das Zusammenspiel von Mensch und Natur allerdings nur funktionieren, wenn sich die Tiere in ihrer natürlichen Umgebung wohlfühlen. Dazu sollten die Menschen beitragen.

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