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Dienstag, 05.12.2017

Meisterlicher Dresdner

Klaus Sammer feierte mit Dynamo große Erfolge, aber sein 75. Geburtstag am Dienstag ist ein trauriger.

Von Sven Geisler

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Bei Dynamo ist Klaus Sammer ein gern gesehener Gast. Im September wurden er und seine einstigen Mitspieler vom Verein für die ersten Europapokalspiele 1967 gegen Glasgow Rangers geehrt.
Bei Dynamo ist Klaus Sammer ein gern gesehener Gast. Im September wurden er und seine einstigen Mitspieler vom Verein für die ersten Europapokalspiele 1967 gegen Glasgow Rangers geehrt.

© Robert Michael

Sein Name ist eng verbunden mit den Glanzzeiten von Dynamo Dresden. Als Spieler gehörte Klaus Sammer zu den Meistern in den 1970er-Jahren und zur ersten Europapokal-Generation, als Trainer führte er den Verein zu zwei Pokalsiegen 1984 und 1985 im Prestigeduell gegen den Vornamensvetter aus Berlin. An diesem Dienstag wird er 75, groß gefeiert hat er seine Jubiläen nie, weil er es nicht mag, im Mittelpunkt zu stehen. Im kleinen Kreis hatte er immer seinen Spaß. Diesmal aber wird es wirklich ein trauriger Geburtstag, denn vorige Woche ist seine Frau gestorben.

Auf seine Familie kann sich Sammer in dieser schwierigen Zeit genauso verlassen wie auf seine Freunde, und einige von denen trifft er immer noch bei Dynamo. Am Sonntag war er also auch im DDV-Stadion, der 4:0-Sieg der heutigen Zweitliga-Mannschaft im Sachsenduell gegen Aue hat ihm ein wenig Ablenkung verschafft. Es gab allerdings auch Zeiten, in denen „der Lange“, wie Sammer gerufen wird, auf Distanz gegangen ist zu seinem Verein. Das begann mit seiner schlimmsten sportlichen Enttäuschung. März 1986, Europapokal-Rückspiel bei Bayer Uerdingen. Dynamo führte nach dem 2:0 im Hinspiel nun zur Pause bereits mit 3:1. Was dann passierte, klingt auch gut 31 Jahre später noch unglaublich, für den damaligen Trainer Sammer aber lag das am System. „Und ich meine nicht das Spielsystem“, betonte er im Gespräch mit der SZ. Vor der Saison musste der Ersatztorwart gehen, weil er sich in Tschechien mit Westverwandten getroffen hatte. Der neue zweite Mann kassierte in der zweiten Halbzeit sechs Gegentreffer, die Dresdner verloren mit 3:7 und schieden aus. Während die Partie im Westen zum Jahrhundertspiel gewählt wurde, ist sie für viele ostdeutsche Fans als Albtraum in Erinnerung geblieben. Sammer bereitet das jedoch schon lange keine schlaflosen Nächte mehr, er kennt die Gründe.

Im Sommer 1986 wurde er abgeschoben, danach hatte auch sein Sohn Matthias bei Dynamo keinen leichten Stand. In der Saison 1992/93 kehrte Sammer senior noch mal als Trainer zurück, der Klassenerhalt in der Bundesliga war so gut wie sicher. Trotzdem wurde er gefeuert. Doch inzwischen sind sie sich wieder nähergekommen: der Verein und einer seiner Ehrenspielführer.

Leser-Kommentare

Insgesamt 1 Kommentar

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  1. Dresder45

    Einfach - Herzlichen Geburtstagswunsch -. Alles Gute und weiterhin viel Spass beim Radfahren (ich sehe Herrn Sammer öfter, wie er mit diesem durch die Gegend fährt. Meistens in Trainingshosen). Er ist vollkommen " normal" geblieben.

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