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Mittwoch, 01.04.2009

Meißnerin findet Füchse mit abgeschnittenen Ohren bei Proschwitz

Ein Jäger hat offenbar die Prämie für die Ohren kassiert und dann die Leichen weggeworfen.

Eine Meißner Spaziergängerin (Name der Redaktion bekannt) hat jetzt auf einem Acker bei Proschwitz zwei tote Füchse mit abgeschnittenen Ohren entdeckt. Die Untere Jagdbehörde des Landratsamtes zahlt Jägern 20 Euro je Paar Ohren als Nachweis für einen getöteten Fuchs.

Die Tiere hätten inmitten von Müll gelegen. Eine Anzeige bei der Unteren Jagdbehörde des Kreises sei im Sand verlaufen, so die Spaziergängerin in einem Schreiben an die SZ. Die Behörde habe sich auch Tage nach der Anzeige nicht darum gekümmert, die Kadaver zu beseitigen.

In der Pressestelle des Landratsamtes verweist Sprecherin Kerstin Thöns darauf, dass es Pflicht des jeweiligen Jägers sei, getötete Füchse entweder in der Tierkörperbeseitigungsanlage Lenz abzugeben oder sie tief zu vergraben.

Damit solle vermieden werden, dass Wildschweine die Leichen wieder ausgraben und fressen. Wildschweine können in der Folge an Fadenwürmern erkranken. Den jüngsten Fadenwürmer-Fall bei Wildschweinen hatte es im Oktober 2008 in Hoyerswerda gegeben.Dem Jäger, der in diesem Fall seiner Pflicht nicht nachgekommen sei, droht laut Landratsamt ein Bußgeld. Dazu müsste man ihm die Tat allerdings erst einmal zweifelsfrei nachweisen, sagt Amtssprecherin Kerstin Thöns.

Meißens Kreisjägermeister Karsten Schlüter bedauerte gestern gegenüber der SZ diesen Vorfall. Er schäme sich für den Jäger, der so unwaidmännisch mit den toten Füchsen umgegangen sei. Leider gebe es auch in seiner Zunft schwarze Schafe, die mit ihrem Verhalten die Jäger in Verruf brächten, sagte Schlüter. (SZ/pa)