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Mittwoch, 11.10.2017 Kommentar

Meißen braucht einen Tierparkplan

Warum nicht einmal vergleichen, wie andere Städte vergleichbare Anlagen organisiert haben – das meint SZ-Lokalchef Peter Anderson.

Peter Anderson ist Leiter der SZ-Lokalredaktion Meißen.
Peter Anderson ist Leiter der SZ-Lokalredaktion Meißen.

© Claudia Hübschmann

Meißen ist nicht Hamburg, und Siebeneichen ist nicht Hagenbeck. In den sächsischen Klein- und Mittelstädten dürfte es vermutlich keinen einzigen Tierpark geben, der gänzlich ohne Zuschüsse auskommt. Damit geht es diesen Freizeiteinrichtungen ähnlich wie Hallenbädern. Über die Finanzierung des Wellenspiels gibt es interessanterweise jedoch keine Diskussion. Vor diesem Hintergrund war der Beschluss der Stadträte, die Anlage künftig nicht mehr zu unterstützen, wahrscheinlich nicht der Weisheit letzter Schluss. Was soll eigentlich die Alternative sein. Und. Wie teuer fällt sie aus?

Wenn Heiko Drechsler tatsächlich Ende nächsten Jahres alle seine Tiere abzieht und womöglich noch ein Rechtsstreit darüber entsteht, wie er für den Ausbau des Geländes zu entschädigen ist, was hat die Stadt dann gewonnen? Linken-Fraktionschef Ullrich Baudis verweist mit Recht darauf, dass es Tierparkbetreiber mit freien Kapazitäten nicht gerade wie Sand am Meer gibt. Findet sich kein neuer Unternehmer mit hoher Risikobereitschaft, hat Meißen letztlich eine Attraktion weniger und eine brachliegende Immobilie mehr, die teuer gegen Vandalismus gesichert werden müsste.

Um ein solches Szenario zu vermeiden, braucht Meißen einen langfristigen Tierparkplan. Warum nicht einmal vergleichen, wie andere Städte vergleichbare Anlagen organisiert haben? Und bitte auch daran denken, dass in elf Jahren mit der Ära Heiko Drechsler sowieso Schluss wäre. Es ist wohl kaum anzunehmen, dass sich der Dresdner mit 65 Jahren nochmals als Pächter bewirbt.

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