Montag, 11.06.2007

Mehrere Tote bei Unwettern

In Deutschland wurden 37 Menschen verletzt, drei starben in der Schweiz.

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Nur noch die Reste einer Brücke sind übrig, nachdem der kleine Fluss Langeten in Eriswil im schweizerischen Kanton Bern zu einem reißenden Strom angeschwollen war und das Bauwerk mit sich riss. Fotos: dpa
Nur noch die Reste einer Brücke sind übrig, nachdem der kleine Fluss Langeten in Eriswil im schweizerischen Kanton Bern zu einem reißenden Strom angeschwollen war und das Bauwerk mit sich riss. Fotos: dpa

  • Nur noch die Reste einer Brücke sind übrig, nachdem der kleine Fluss Langeten in Eriswil im schweizerischen Kanton Bern zu einem reißenden Strom angeschwollen war und das Bauwerk mit sich riss. Fotos: dpa
    Nur noch die Reste einer Brücke sind übrig, nachdem der kleine Fluss Langeten in Eriswil im schweizerischen Kanton Bern zu einem reißenden Strom angeschwollen war und das Bauwerk mit sich riss. Fotos: dpa
  • Eine überflutete Straße in Reichenbach an der Fils (Landkreis Esslingen)
    Eine überflutete Straße in Reichenbach an der Fils (Landkreis Esslingen)

Hamburg/Bern/Sydney. Bei heftigen Unwettern in Deutschland sind am Wochenende mindestens 37 Menschen durch Blitzschläge verletzt worden. Viele von ihnen mussten wegen Herz-Kreislauf-Problemen behandelt werden. In der Schweiz kamen bei Unwettern bereits am Freitagabend drei Menschen ums Leben. In Australien sind Tausende Menschen auf der Flucht vor dem schlimmsten Unwetter seit 30 Jahren. Bisher starben dort neun Menschen durch den Sturm.

Blitzschläge setzten in Deutschland auch Häuser in Brand, Straßen wurden überflutet oder von Erdrutschen versperrt. Besonders betroffen waren der Südwesten und Westen des Landes. Im Neckartal konnte zwischen Neckargemünd und Mosbach stundenlang kein Zug fahren, weil entwurzelte Bäume die Schienen blockierten. Am Stuttgarter Flughafen musste für kurze Zeit der Betrieb eingestellt werden. In Moerfelden bei Frankfurt am Main fielen Hagelkörner so groß wie Taubeneier vom Himmel.

Am Sonntag zogen über Teile Nordrhein-Westfalens schwere Unwetter. Im Hochsauerlandkreis registrierte der Deutsche Wetterdienst Niederschläge von bis zu 100 Litern pro Quadratmeter binnen weniger Stunden

Nürburgring überflutet

Im Schweizer Kanton Bern starb eine Frau in ihrem alten Bauernhaus – ein Sturzbach hatte innerhalb von Sekunden ihre Küche überflutet. Ein Ehepaar wurde in Huttwil nordöstlich von Bern von den Wassermassen eines Baches mitgerissen und ertrank. Der Sohn des Paares konnte gerettet werden.

Während einer Feier im sauerländischen Wenden wurden 23Menschen verletzt, als ein Blitz in einen Bierstand einschlug, unter dessen Dach sie Schutz vor dem Gewitterregen gesucht hatten. Einige von ihnen mussten im Krankenhaus behandelt werden. In einen Campingplatz am Nürburgring in Rheinland-Pfalz schlug ebenfalls ein Blitz ein. Wie die Polizei mitteilte, bekamen 13 Camper infolge der starken Stromspannungen Herz-Kreislauf-Probleme. Vier der Betroffenen kamen ins Krankenhaus. Die Gruppe gehörte zu den Besuchern des 24-Stunden-Rennens auf dem Nürburgring. Wegen des starken Regens wurde der Start des Rennens verschoben. Die 25 Kilometer lange Strecke zwischen Nordschleife und Grand-Prix-Kurs war teilweise überflutet. Im bayerischen Allgäu wurde eine 18-Jährige von der Druckwelle eines kalten Blitzes gegen eine Badewanne geschleudert und verletzte sich leicht. Nach Angaben der Polizei war der Blitz, der sich ohne die meist übliche Erhitzung entlud, in den Kamin eingeschlagen.

In Wiesbaden und Stuttgart sowie in den hessischen Kreisen Main-Taunus und Main-Kitzig und im baden-württembergischen Kreis Esslingen setzten Blitzschläge Wohnhäuser in Brand.

Auch die Regenmassen machten vielerorts Probleme: In Nordrhein- Westfalen, Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz, später auch in Niedersachsen behinderten überflutete Straßen den Verkehr. Im Main-Kinzig-Kreis musste nach einem Erdrutsch eine Landstraße gesperrt werden. Im baden-württembergischen Reichenbach/Fils standen Keller unter Wasser.

Nach sintflutartigen Regenfällen war ein Großteil der Bäche in der Schweizer Region Bern über die Ufer getreten und hatte Holz, Autos und Hausrat mitgerissen. Brücken wurden zerstört, Keller standen unter Wasser. Helfer mussten sechs Familien in Sicherheit bringen. Rund 500 Gebäude waren zum Teil einsturzgefährdet. Nach einer ersten Schätzung beträgt der Sachschaden bis zu 20 Millionen Franken (etwa zwölf Millionen Euro).

Australien: Tausende flüchten

Nach tagelangen Stürmen an der Küste Australiens haben die Behörden gestern Tausende Menschen zur Flucht vor dramatisch steigendem Hochwasser aufgerufen. Rund 5000 Menschen wurden aufgefordert, ihre Häuser in Maitland und Singleton nahe der australischen Ostküste zu verlassen. Während der Unwetter nahe der Hafenstadt Newcastle kamen seit Freitag neun Menschen ums Leben.

Ein im Sturm vor der australischen Ostküste gestrandeter japanischer Öltanker hat bis gestern keinen Treibstoff verloren. Den Rettungsmannschaften gelang es, die Generatoren des 40000-Tonnen-Schiffs wieder in Gang zu bringen. Sie hoffen, die „Pasha Bulker“ heute in tiefere Gewässer ziehen zu können. (dpa/AP/ddp)