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Donnerstag, 17.05.2018

Mehr Verkehrstote in Mittelsachsen

Die Zahl der Verkehrsunfälle und der Verletzten im Kreis stagniert. Andere Fakten sind bedenklich.

Von Sylvia Jentzsch

Im November vergangenen Jahres hatte es auf der B169 in Höhe des Wolfsgutes gekracht. Dieser Zusammenstoß ist einer insgesamt 24751 Unfällen, die von den Polizisten der Polizeidirektion Chemnitz aufgenommen worden sind.
Im November vergangenen Jahres hatte es auf der B 169 in Höhe des Wolfsgutes gekracht. Dieser Zusammenstoß ist einer insgesamt 24 751 Unfällen, die von den Polizisten der Polizeidirektion Chemnitz aufgenommen worden sind.

© Archiv/André Braun

Mittelsachsen. Zwei Babys und ein Kleinkind mussten nach einem Unfall auf der B 169 im November vergangenen Jahres in eine Klinik eingeliefert werden. Die Kinder befanden sich im Renault einer 32-Jährigen, die auf der B 169 aus Richtung Döbeln kam. Im Bereich der Straße „Am Wolfsgut“ von Zschaitz kollidierte der Renault mit dem Skoda einer 62-Jährigen, die aus Richtung Zschaitz kam und nach links auf die B 169 abbiegen wollte.

Dieser ist nur einer von insgesamt 7 414 Verkehrsunfällen, die sich im vergangenen Jahr in Mittelsachsen ereignet haben. Das geht aus der am Mittwoch von der Polizeidirektion (PD) Chemnitz veröffentlichten Verkehrsstatistik hervor. Die Gesamtzahl der Unfälle stagnierte laut Angaben der Polizei. Im Jahr 2016 war es lediglich einer mehr.

Während die Zahl der Verletzten bei Unfällen in Mittelsachsen von 1 124 auf 978 sank, kamen drei Menschen mehr als 2016 bei Verkehrsunfällen ums Leben. Insgesamt waren es 13. Konkrete Daten für den Revierbereich Döbeln gibt es nicht, so Polizeisprecherin Daniela Koenig.

Sie gibt einen differenzierten Überblick für den gesamten PD-Bereich: Es gab 2 473 Unfälle mit Personenschaden, bei denen 3 253 Menschen verletzt worden sind – davon waren 854 schwer verletzt. Das sind 135 weniger als ein Jahr zuvor. Auch bei den Leichtverletzten ist die Zahl um 132 auf insgesamt 2399 gestunken. An 320 Unfällen waren – so wie bei dem Unfall auf der B 169 in Höhe des Wolfsgutes – Kinder bis 14 Jahre beteiligt. Bei diesen Unfällen wurden 281 Kinder verletzt und leider eins bei einem Verkehrsunfall getötet.

Zu wenig Sicherheitsabstand

Insgesamt hat die Polizei im Direktionsbereich 24 751 Unfälle aufgenommen. Bei 22 278 blieb es bei Sachschäden. „Bei den Hauptunfallursachen rangiert, wie im Vorjahr, der ungenügende Sicherheitsabstand (3 275 Unfälle) an erster Stelle, vor den Fehlern beim Wenden oder Rückwärtsfahren. Fast 2 000 Unfälle passierten wegen unangepasster Geschwindigkeit.

„Unfälle, die wegen zu hoher oder unangepassten Geschwindigkeit passieren, enden oft mit schweren oder tragischen Folgen“, so Daniela Koenig. Zur Bekämpfung dieser Ursache seien im Direktionsbereich 2 300 Geschwindigkeitskontrollen veranlasst worden. Dabei wurden 44 751 Verstöße erfasst.

Die Polizei definiert in ihrer Unfallstatistik zwei Risikogruppen: Fahranfänger zwischen 18 und 25 Jahren und die Generation 65+. Polizeisprecherin Daniela Koenig weist in diesem Zusammenhang aber ausdrücklich darauf hin, dass die Zahl nicht gleichzusetzen sei mit dem Unfallverursacher. Im Fall der Jugendlichen ist die Zahl in Mittelsachsen von 1 236 auf 1 183 Unfällen gesunken. 142 Verkehrsteilnehmer zwischen 18 und 25 Jahren erlitten Verletzungen, einer kam in dieser Altersgruppe ums Leben.

„Die Generation 65+ war im vergangenen Jahr an 1 658 Unfällen beteiligt. Das sind 26 mehr als im Jahr 2016 . Dabei verloren vier Menschen dieser Altersgruppe ihr Leben. 2015 waren es sieben. 134 Senioren wurden verletzt“, so Daniela Koenig. Das sind 60 weniger als 2016.

Die Zahl derjenigen, die sich alkoholisiert ans Steuer setzten und einen Unfall verursachten, ist im vergangenen Jahr gesunken. Waren es 2016 noch 147 Unfälle, so sind es 2017 94 gewesen. Die Polizei setzte verstärkt auf Kontrollen, da sich dieses Bild im gesamten PD-Bereich zeigt. Zumindest im Landkreis hat sich das im Vorjahresvergleich ausgezahlt: „307 Fahrzeugführer, die alkoholisiert unterwegs waren, wurden aus dem Verkehr gezogen, bevor es zum Unfall kam. 2016 waren es zwei weniger“, so Daniela Koenig.

Die Summe der 2016 unter Alkoholeinfluss verursachten Verkehrsunfälle betrug im Bereich der Polizeidirektion Chemnitz 338 – 78 weniger als 2016. Dabei erlitten 148 Personen Verletzungen.

Häufiger muss die Polizei ermitteln, weil der Verdacht besteht, dass jemand Auto fährt, obwohl er Betäubungsmittel konsumiert hat. „Nachgewiesen wurden überwiegend Cannabis, Haschisch, Amphetamine, Kokain sowie Opiate“, erklärte die Polizeisprecherin. Gegen 439 Fahrzeugführer wurde deshalb ermittelt. Das sind vier mehr als im Vorjahr.

Hälfte der Unfallfluchten ungeklärt

1 318 Unfallbeteiligte entfernten sich in Mittelsachsen pflichtwidrig vom Unfallort. Das sind 33 sogenannte Unfallfluchten weniger als 2016. Immerhin konnten 46,9 Prozent dieser Straftaten im vergangenen Jahr aufgeklärt werden. In 61 Fällen blieben Personen verletzt zurück. „In diesem Bereich ist die Aufklärungsquote höher: Sie liegt bei rund 56 Prozent“, berichtete Daniela Koenig.