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Donnerstag, 03.03.2016

Mehr Tempotafeln für Radebeul

Einwohner haben für eine neue Anzeige gesammelt. Und auch die Stadt kauft welche. Wo sie hin sollen, steht auch schon fest.

Von Peter Redlich

Tempo 50 ist erlaubt. Ob er die Geschwindigkeit einhält, kann jetzt jeder kurz hinterm Gasthof Serkowitz selbst überprüfen.
Tempo 50 ist erlaubt. Ob er die Geschwindigkeit einhält, kann jetzt jeder kurz hinterm Gasthof Serkowitz selbst überprüfen.

© Arvid Müller

Radebeul. In Serkowitz können die Anwohner jetzt wieder auf mehr Rücksicht durch Autofahrer hoffen. Seit wenigen Tagen gibt es in Richtung Dresden, kurz nach der Kreuzung Serkowitzer Straße, eine Tempotafel. Das Besondere daran: Die Tafel wurde von Bürgern in Radebeul finanziert. Rund 1 100 Euro kostet das.

Veit Tittel vom Bündnis Verkehrsentlastung Elbtal sagt dazu: „Hier ist ein gefährlicher Fußwegabschnitt. Weil engagierten Bürgern die Verkehrssicherheit am Herzen liegt, haben sie ihr Geld zusammengelegt, um etwas für die angestrebte Beruhigung des Straßenverkehrs in Radebeul zu tun.“ Mitglieder des Bündnisses Verkehrsentlastung Elbtal (BVE), des ADFC Sachsen, Bürgerforum/Grüne, der SPD-Ortsverein Radebeul und einzelne Spender haben die neue Tempotafel mit Ladegerät und zwei Akkus angeschafft. Patenschaften sollen sicherstellen, dass das Gerät möglichst niemals dunkel bleibt, so Tittel.

Veit Tittel, Sprecher des BVE und Initiator des Verkehrsrates bei der Stadtverwaltung Radebeul, hat bereits langjährige Erfahrung mit Tempo- und Lärmmessungen im Straßenverkehr. Seit es in Radebeul drei Tempotafeln gibt – zwei in Stadtbesitz und eine privat betriebene – sei die Akzeptanz dieser Art der Geschwindigkeitskontrolle beträchtlich gestiegen. Die Einhaltung der Höchstgeschwindigkeit hat sich an den Tafeln um bis zu zehn km/h verbessert.

Sicherheit erhöhen

Die Tempotafeln tragen dazu bei, an sensiblen Stellen wie Schulen, Kindergärten, Seniorenwohnheimen oder Krankenhäusern die Sicherheit zu erhöhen und eine höhere Rücksichtnahme zu erreichen – abseits von ärgerlichen Knöllchen, heißt es von der Bürgerinitiative. Ein sanfter Hinweis, der direkt aufleuchtet, könne mitunter Wunder wirken, wie etwa die private Tafel in Zitzschewig stadtauswärts an der Meißner Straße belegt. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite steht seit Monaten eine der zwei stadteigenen Anzeigen. Am Gasthof „Zur Guten Quelle“ in Serkowitz, dort, wo es keinen Fußweg mehr gibt, ist die zweite Tafel installiert.

Ein Anliegen, das auch der ADFC Sachsen unterstützt. Thomas Weist, Sprecher der Radebeuler ADFC-Ortsgruppe, begrüßt die Aktionen, die zur Verkehrsberuhigung und damit zur Verkehrssicherheit der Fußgänger und Radfahrer beitragen. „Tempotafeln gehören eindeutig dazu“, so Weist.

Christine Ruby, Vorsitzende des SPD-Ortsvereins, freut sich über das Zustandekommen einer spontan gebildeten Allianz für vernünftigen Straßenverkehr, die ihren Treffpunkt im Bürgerbüro Martin Dulig auf der Meißner Straße hat. „Für dieses Projekt haben sich ganz unterschiedlich engagierte Menschen zusammengefunden, Geld gespendet und etwas Handfestes zustande gebracht“, sagt Ruby.

In der städtischen Verkehrsbehörde soll der Bürgerwille unterstützt werden. „Die Tafeln zeigen Wirkung“, sagt Sachgebietsleiter Ingolf Zill. Die Stadt habe jetzt drei weitere Tempotafeln bestellt, die in den nächsten Wochen eintreffen werden. Dann seien insgesamt fünf im Besitz der Stadt, zwei bei privaten Initiativen.

Masten installiert

Zill sagt auch, wo die städtischen Tafeln angebracht werden sollen: „Wir haben in den letzten Tagen Masten installieren lassen, um dort bei Bedarf die Kraftfahrer auf ihre Geschwindigkeit hinzuweisen, ohne gleich zu blitzen.

Die Standorte sind auf der Wasastraße, vor der Kita an der Borstraße, vor der Ausweichschule für Baumaßnahmen in anderen Schulen, dem Plattenbau am Augustusweg sowie auf der Meißner Straße Richtung Dresden, gegenüber dem Autohaus Gommlich.

Zill sagt, dass all diese Standorte nach Hinweisen von Bürgern ausgewählt wurden. Die Tempotafeln seien allerdings auch dafür geeignet, an wechselnden Orten aufgestellt zu werden. Deshalb rufen sowohl die Stadt wie auch das Bündnis Verkehrsentlastung Elbtal dazu auf, Hinweise für geeignete Standorte ans Ordnungsamt der Stadt oder ans Bündnis zu melden. Wer möchte, so Veit Tittel, könne sich auch mit Geldspenden für den Tafelkauf beteiligen.

www.radebeul.de

www.bv-elbtal.de