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Freitag, 11.03.2011

Mehr Sicherheit fürs eigene Geld

Banken zeigen Gebühren fürs Abhaben an, Guthaben sind besser geschütz. Für viele Steuerzahler sollen Nachweise leichter werden.

Von Wolfgang Büser

Im Jahr 2011 machen Wirtschaft und Politik den Gebühren- und Steuerzahlern einiges leichter. So fallen lästige Kosten weg, werden Spenden leichter absetzbar und Steuererklärungen unkomplizierter. Im Bankgewerbe soll mehr Kundenfreundlichkeit einkehren.

Gebühren fürs abheben am GeldautomatenAb 15. Januar sieht jeder Bank- und Sparkassenkunde, der Bargeld an institutsfremden Automaten abhebt, was ihn dies kostet. Der Betrag wird angezeigt, bevor die Banknoten ausgegeben werden. Diese Transparenz soll die Verbraucher davor schützen, unnötig hohe Zusatzkosten zu verursachen. Bisher sind im Schnitt für eine solche Transaktion sechs Euro fällig.

Einlagensicherung reicht bis 100.000 EuroAb 2011 sind in Deutschland Sparguthaben und andere Einlagen bis zu einer Grenze von 100.000 Euro gesetzlich abgesichert. Bisher waren es nur 50.000. Im Fall, dass ein Kreditinstitut pleitegeht, werden Kunden innerhalb von 20 Arbeitstagen aus einem Fonds entschädigt. Bisher lag die Frist je nach Anlageform bei bis zu drei Monaten. Auch Verbindlichkeiten von bis zu 20.000 Euro sind zu 90 Prozent geschützt. Verluste werden innerhalb von drei Monaten ersetzt.

Steuernummer für FreistellungsaufträgeSeit 2009 werden auf Kapitalerträge Steuern fällig, wenn der Pauschbetrag von 801 Euro für Ledige und 1602 Euro für Ehepaare überschritten wird. Um die Gewinne vor dem Zugriff des Finanzamts zu schützen, können Bürger ihrer Bank einen Freistellungsauftrag erteilen. Der kann nun nur noch mit einer persönlichen Steuer-Identifikationsnummer (ID) eingereicht oder geändert werden. Wer die ID nicht kennt, findet sie auf dem letzten Einkommensteuerbescheid oder kann sie beim Bundeszentralamt für Steuern abfragen. Bereits erteilte Freistellungsaufträge sind auch ohne ID noch bis Ende 2014 gültig.

Beipackzettel erklären Risiken von BankproduktenIm Laufe des Jahres sollen die deutschen Banken und Sparkassen spezielle Infoblätter ausgeben, mit denen sie über Risiken ihrer Anlageprodukte aufklären. Darin müssen „die wesentlichen Informationen über das jeweilige Finanzprodukt in übersichtlicher und leicht verständlicher Weise“ enthalten sein.

Getrennter Nachweis für EntfernungspauschaleNutzen Arbeitnehmer für den Weg zur Arbeit und zurück abwechselnd öffentliche Verkehrsmittel und Auto, haben sie dem Finanzamt eine tageweise Gegenüberstellung zu liefern, da Fahrkarten für Bus und Bahn steuerlich anders berücksichtigt werden als gefahrene Pkw-Kilometer, die mit je 30 Cent angesetzt werden. Künftig ist nur noch eine Jahresrechnung nötig.

Steuererklärung nicht mehr jährlich erforderlichArbeitnehmer, Rentner und andere Bürger mit überwiegend konstanten Einkünften sollen ihre Einkommensteuererklärung künftig nur noch alle zwei Jahre einreichen dürfen. Wer will, kann jederzeit zum Jahresrhythmus zurückkehren. Der Bund der Steuerzahler kritisiert allerdings, dass die Regelung nicht für zusammen veranlagte Ehepaare gelte – es sei denn, in beiden Jahren seien ihre Einnahmen und Ausgaben exakt gleich hoch.

Steuererklärung für Rentner einfacherFür das seit 2005 bestehende „Rentenbezugsmitteilungsverfahren“ durch die Zahlstellen wird den Rentnern schrittweise eine vorausgefüllte Steuererklärung angeboten. Die Rentenzahlstelle bereitet die Erklärung so vor, dass der Ruheständler die Unterlagen nur noch unterschreiben und an sein Finanzamt schicken muss. Voraussetzung: Der- oder diejenige hat außer der Rente keine anderen steuerpflichtigen Einkünfte anzugeben.

Spenden einfacher von der Steuer absetzbarFür Spenden in Katastrophenfällen erlaubten die Finanzbehörden jeweils nur in Ausnahmefällen vereinfachte Zuwendungsnachweise – etwa durch einen Überweisungsbeleg oder Kontoauszug. Die Vereinfachung, dass es auch ohne Quittung des Empfängers funktioniert, ist jetzt gesetzlich verankert.

Umsatzsteuererklärung zwingend elektronischIn diesem Jahr müssen alle Unternehmer ihre Umsatzsteuer-Jahreserklärung zwingend auf elektronischem Wege abgeben. Wie das sächsische Finanzministerium erklärt, sind aber weiterhin Ausnahmen möglich, um „unbillige Härten zu vermeiden“.

Kostenbeschränkung für amtliche AuskünfteUnternehmen, die vom Finanzamt verbindliche Auskünfte anfordern, wie sie einen Steuersachverhalt beurteilen müssen, zahlen dafür Gebühren. 2011 gilt diese Gebührenpflicht nur noch für „wesentliche und aufwendige Fälle“. Zudem gibt es künftig eine Bagatellgrenze von 10.000 Euro, gemessen an der Höhe des Gegenstandswerts.