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Freitag, 08.12.2017

Mehr Platz für Autos und Radler

Eine der wichtigsten Straßen der Stadt wird demnächst gebaut. Das sorgt nicht nur für Freude.

Von Ines Scholze-Luft

Bald Baustelle. Die Weinböhlaer Straße in Coswig soll zwischen Kreisverkehr und Kreuzung Auerstraße grundhaft ausgebaut werden. Sie erhält unter anderem eine verbreiterte Fahrbahn und neue Gehwege.
Bald Baustelle. Die Weinböhlaer Straße in Coswig soll zwischen Kreisverkehr und Kreuzung Auerstraße grundhaft ausgebaut werden. Sie erhält unter anderem eine verbreiterte Fahrbahn und neue Gehwege.

© Norbert Millauer

Coswig. Allzu oft kommt es nicht vor, dass sich gleich mehrere Einwohner für das Geschehen in der Stadtratssitzung interessieren. Doch die Tagesordnung am Mittwoch sorgt bei einigen Coswigern für Aufmerksamkeit. Speziell mit dem Punkt Ausbau der Weinböhlaer Straße S 84 vom Kreisverkehr bis zur Kreuzung Auerstraße.

Die Stadträte beschließen nämlich, dass die Kommune sich an den Arbeiten beteiligt, die in der Hand des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) liegen. Das hatte die Weinböhlaer Straße schon dieses Jahr drin im Bauprogramm Fahrbahnerneuerung.

Doch daraus wurde deutlich mehr. Weil die Untersuchung des Baugrundes gezeigt hat, dass der Fahrbahnaufbau für diese Art der Sanierung nicht ausreicht. So mauserte sich das Erneuern zum grundhaften, also kompletten Ausbau.

Mit erfreulichen Aussichten für die Nutzer der Straße. Die Stadt hat sich starkgemacht für eine auf acht Meter verbreiterte Fahrbahn. Dass das eine deutliche Entspannung auf diesem Abschnitt bedeutet, wird sich jeder vorstellen können, der schon mal auf der gut frequentierten Strecke unterwegs war und wegen des Gegenverkehrs partout nicht vorbeikam an den Radfahrern. Für sie gibt es künftig auf beiden Seiten Schutzstreifen.

Gute Nachricht auch für die Fußgänger. Denn die breitere Fahrbahn bedeutet, dass die Straßenränder angepasst werden müssen. Neben den Fußwegen auch Zufahrten und Einmündungen. Wobei unter anderem zusätzliche Gehwege angelegt werden. Allerdings nur bei zusammenhängender Wohnbebauung. Außerhalb wird auf Gehwege verzichtet, beispielsweise an der Einfahrt zum Sportplatz, wie Bauamtschef Wolfgang Weimann sagte.

Alles, was neue und den Ausbau unbefestigter Gehwege betrifft, wird von der Stadt bezahlt. Dafür kann sie Fördermittel beantragen, zu einem Fördersatz von 90 Prozent bei Gesamtbaukosten von 213 000 Euro. In die auch 20 000 Euro für Grunderwerb einfließen – nötig aufgrund der Erweiterung der Fahrbahn.

Mit den betreffenden Grundstückbesitzern hat die Stadt bereits gesprochen, sagt der Bauamtschef auf Nachfrage aus dem Stadtrat. Hausbesuche seien dort gemacht worden, wo eine Zustimmung zum Bau nötig war, wo Eigentümer Land zur Verfügung stellen. Die Bauinformationen würden dann durchs Landesamt erfolgen, nicht nur durch den Baubetrieb.

Schließlich sollen auch die Gewerbetreibenden rechtzeitig Bescheid wissen, von der Tankstelle übers Sport- & Freizeitzentrum Olympia bis zur Gaststätte Forsthaus. Bisher ist jedoch noch nicht bekannt, wann genau gebaut wird, sagt Wolfgang Weimann. Das Lasuv strebt den Bau ab Frühjahr 2018 an.

Und nachgefragt wird diesmal im Stadtrat sogar von einem Zuhörer. Giso Joiko vom gleichnamigen Fuhrbetrieb will wissen, warum noch keiner bei ihm war und was der Bau der S 84 für ihn bedeutet. Seine Firma hat die Einfahrt gegenüber vom Olympia, da müssen Lkws raus und rein. Und er habe was von einer Sperrung für zwei, zweieinhalb Monate gehört.

Das ist die Gesamtbauzeit, antwortet OB Frank Neupold (parteilos). Sie sei mit keiner Vollsperrung der Straße verbunden. Für die jeweils Betroffenen werde es sich nur um Tage handeln, sie erhalten beizeiten Bescheid. Der Nutzen übertrifft die Einschränkungen bei Weitem, sagt Frank Neupold. Zumal es sich nicht um solche Einschränkungen handele, dass monatelang kein Verkehr fließt.

Die Stadträte sollten eine Weihnachtskerze anzünden, damit alles gut geht mit der S 84. Schließlich werde sie im nächsten Jahr gleich wieder als Umgehung für die dann gesperrte Industriestraße gebraucht. Das Angebot des OB: Wer Ärger hat beim Ausbau der Weinböhlaer Straße, der kann sich im Bauamt oder bei ihm melden.