sz-online.de | Sachsen im Netz

Mehr Online-Sicherheit dank Digitalisierung

Interview-Artikel mit Franz Thomas Fürst und Frank Stefan Jorga

24.08.2017

Bild 1 von 2

ne-Sicherheit dank Digitalisierung
Bildautor: Gerd Altmann

WebID gehört zu den am schnellsten wachsenden deutschen Fin-Tech-Unternehmen - und erklimmt immer weitere Höhen. Als der zentrale Dienstleister bei der Video-Identifikation und bei volldigitalen Vertragsabschlüssen hilft WebID täglich bis zu zehntausend Menschen, sich sicher und zuverlässig zu identifizieren und teils sichere Onlineverträge abzuschließen. Nach dem Interview Anfang dieses Jahres hat sich viel bei den Digitalpionieren getan. Wir haben die beiden Gründer und Geschäftsführer Frank Stefan Jorga und Franz Thomas Fürst exklusiv zu den neuesten Entwicklungen befragt.

Banken und Telekommunikationsgesellschaften haben eine riesige Nachfrage nach Ihren Dienstleistungen. Wie sorgen Sie für eine lückenlose Sicherheit beim Video-Ident-Verfahren?

Franz Thomas Fürst: Die WebID Solutions GmbH arbeitet mit der modernsten Technologie und erfüllt alle Datenschutzanforderungen - oft übertreffen wir sogar die gesetzlichen Auflagen und Vorgaben unserer Kunden. Als führender Anbieter in Deutschland bieten wir eine Online-Identifikation, die dem Geldwäschegesetz (GwG) gerecht wird. Mit unserem Video-Ident-Center haben wir Maßstäbe in der Branche gesetzt und uns etwa gemeinsam mit den 100 Banken, die wir zu unseren Kunden zählen, klar als Marktführer positioniert. Unser Hochsicherheits-Ident-Center in Solingen ist mit der neuesten Sicherheitstechnik ausgestattet. Venen-Scanner erfassen etwa jeden Mitarbeiter revisionssicher. Nur wenn er eindeutig identifiziert ist, gewähren wir ihm durch eine Sicherheitsschleuse Zutritt. So etwas ist eine Verpflichtung für uns, schließlich sind wir Spezialist bei Identifizierungen. Sicherheit kann nur gewährleistet sein, wenn man stets auf dem aktuellsten Wissenstand bleibt. Wir schulen deshalb auch unsere mehr als 350 WebID-Angestellten kriminalpsychologisch, stetig erhalten sie Fort- und Weiterbildungen.

Permanent gibt es neue Vorschriften, bei Ihnen vor allem durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Wie beurteilen Sie die regulatorische Änderung für die Branche?

Frank Stefan Jorga: Im Juni ist das neueste BaFin-Rundschreiben (3/2017 (GW)) für unsere Branche in Kraft getreten. Es regelt detailliert die Anforderungen für die Video-Identifikation in Deutschland und ist ein Meilenstein. Wir jedoch haben bereits seit 2014 alle Ansprüche erfüllt - jetzt werden sie von allen Anbietern verlangt. Für den Endnutzer bedeutet das wiederum, dass der Prozess durchaus auch länger dauern kann. Sorgfalt erfordert aber Zeit. Und diese Zeit nehmen sich unsere Mitarbeiter im Ident-Center, um etwa den Ausweis eingehend zu prüfen. Wir checken mittels Profiling aber auch, ob die Person überhaupt zu dem Ausweisdokument gehört. Wir müssen an alle Betrugsszenarien denken, doch all das geschieht natürlich zur Sicherheit unserer Partner und deren Kunden. Daher treffen wir auf vollstes Verständnis für unsere professionellen Prozesse.

Genau deswegen haben Sie in den vergangenen Monaten das Personal um mehrere hundert Mitarbeiter erweitert. Wie ist Ihnen das gelungen und welche Stellschrauben mussten Sie betätigen?

Franz Thomas Fürst: Wir sind bereits in der Vergangenheit rasant gewachsen. Daher waren wir glücklicherweise so gut aufgestellt, dass wir schnell neue Fachkräfte rekrutieren und sie auch rasch einarbeiten konnten. Nur dank unserer professionellen Prozesse auch im Hintergrund haben wir es erreicht, dass wir heute jeden Tag bis zu 10.000 Online-Identifikationen durchführen können. Dabei war es natürlich wichtig, weit im voraus zu planen. So haben wir etwa schon Monate vor der Gesetzesänderung für Mobilfunkgesellschaften begonnen, eine weitere Etage in unserem Solinger Ident-Center auszubauen und sie auch nach dem besten Sicherheitsstandard einzurichten. Daneben haben wir das Team unserer Führungskräfte erweitert und langjährigen Mitarbeitern weitere Kompetenzen gegeben. Das sind siebenstellige Investitionen in die Zukunft der WebID.

Es ist bekannt, dass Sie beide große Pläne haben. Wie wird sich die WebID Solutions Group weiterhin entwickeln?

Frank Stefan Jorga: Wir leben in einer Zeit der stetigen Veränderung, vor allem befeuert durch die Digitalisierung. Bei der WebID kommen immer neue Branchen als Kunden und Anwendungsbereiche hinzu. Die Nachfrage nach Video-Identifikationsleistungen und volldigitalen Vertragsabschlüssen wächst permanent, weil unsere Kunden ständig neue Produkte und Dienstleistungen auf den Markt bringen - und das weltweit. Mittelfristig planen wir daher eine weitere Expansion nach Asien und Amerika. Wir möchten die Marke WebID, die das Prädikat „made in Germany“ trägt, auch in die Welt tragen. Wir gehen davon aus, dass „Identity made in Germany“ zum echten Exportschlager werden kann. Auch deshalb, da die hohen Datenschutzbestimmungen in Deutschland weltbekannt sind. Insgesamt werden deutsche FinTechs wesentlich stärker global in Erscheinung treten als in der Vergangenheit - getrieben durch die Digitalisierung, die vor allem Finanzgeschäfte, digitale Geschäftsmodelle und die dazugehörigen Dienstleistungen und Prozesse vorantreibt und wachsen lässt.