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Freitag, 26.02.2016

Mehr junge Dresdner wohnungslos

Über 1 000 Menschen haben letztes Jahr Hilfe bei der Diakonie gesucht. Viele sind noch keine 30 Jahre alt.

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© Symbolfoto: dpa

Vor allem junge Dresdner sind im vergangenen Jahr häufiger in die Wohnungslosigkeit gerutscht oder standen zumindest kurz davor. 331 Männer und Frauen zwischen 21 und 30 Jahren suchten Hilfe bei der Diakonie, wie die Stadtmission am Donnerstag mitteilte. „Seitdem die Hartz-Gesetze vor über zehn Jahren eingeführt wurden, steigt die Zahl in dieser Altersgruppe“, sagte Michael Schulz, der die Beratungsstelle in Pieschen leitet.

Insgesamt wandten sich 1 149 Menschen an die Sozialarbeiter. Fast die Hälfte von ihnen hatte zwar keine eigene Wohnung, war allerdings bei Bekannten untergekommen. Rund acht Prozent nutzten die städtischen Übergangsheime und 16 Prozent nächtigten in Parks, unter Brücken oder in Abrisshäusern. Selbst in der Dresdner Heide würden sich Obdachlose Zelte aufbauen. Die zweitgrößte Gruppe sind die 31- bis 40-Jährigen. Ziel der Berater ist es, den Wohnungslosen Wege zu einem regelmäßigen Einkommen zu zeigen, auch wenn es sich dabei um Sozialhilfe handelt. Außerdem versuchen die Mitarbeiter, Sozialwohnungen zu organisieren und den Klienten zu helfen, diese zu behalten. „Wir werden oft gefragt, wie viele Obdachlose es in Dresden gibt“, so Schulz. „Aber wir können nur diejenigen zählen, die von sich aus kommen. Es ist also anzunehmen, dass es mehr gibt.“ Die städtischen Heime sind im Winter gut ausgelastet. Zum 31. Januar waren 268 Menschen untergebracht, davon fünf Prozent im Rentenalter. (SZ/sr)

Leser-Kommentare

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Insgesamt 16 Kommentare

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  1. HUGO

    Das ach soooooo reiche Deutschland kümmert sich sooo um die eigenen Bürger. Die SPD hat doch dieses Elend gewollt, oder ist Genosse Schröder schon vergessen?

  2. Ali B.

    @1: Falsch. Das Elend haben die gewollt, welche damals 89/90 und heute "Wir sind das Volk" grölen. Die menschenverachtenden Zustände im Westsektor waren doch hinlänglich bekannt. Hättet ihr ruhig glauben können, also beschwert euch jetzt nicht.

  3. Gabriel

    So ist das mit der Politik in D, fordern, fordern, fordern. Leuchtet ein das darauf einige keinen Bock haben und lieber unter der Brücke leben.

  4. wie immer

    Die anderen haben die Schuld (einseitig betrachtet). Man muß nicht auf der Straße leben !

  5. Sven I

    Das Problem ist nicht Hartz IV, sondern die Unfähigkeit der Leute sich dem Antrag und der Verantwortung an die Gesellschaft anzunehmen. Niemand MUSS hier auf der Straße leben, es gibt für jeden Hartz IV und die Miete zur Wohnung, man muss nur wollen und seinen Hintern hoch bekommen!

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