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Mittwoch, 04.10.2017

Mehr Geld fürs Zwergenland

Für marode Bushäuschen fand sich keine bezahlbare Baufirma. Davon profitiert jetzt die Kita in Wilschdorf.

Von Dirk Schulze

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In die Kita in Wilschdorf fließt nun mehr Geld als ursprünglich geplant. Mit freigewordenen Mitteln will die Gemeinde jetzt zusätzlich zum neuen Anbau das bestehende Gebäude modernisieren.
In die Kita in Wilschdorf fließt nun mehr Geld als ursprünglich geplant. Mit freigewordenen Mitteln will die Gemeinde jetzt zusätzlich zum neuen Anbau das bestehende Gebäude modernisieren.

© Dirk Zschiedrich

  • In die Kita in Wilschdorf fließt nun mehr Geld als ursprünglich geplant. Mit freigewordenen Mitteln will die Gemeinde jetzt zusätzlich zum neuen Anbau das bestehende Gebäude modernisieren.
    In die Kita in Wilschdorf fließt nun mehr Geld als ursprünglich geplant. Mit freigewordenen Mitteln will die Gemeinde jetzt zusätzlich zum neuen Anbau das bestehende Gebäude modernisieren.
  • Die Bushaltestelle in Porschendorf wird vorerst nicht durch eine neue ersetzt – mangels geeigneter Angebote von Baufirmen.
    Die Bushaltestelle in Porschendorf wird vorerst nicht durch eine neue ersetzt – mangels geeigneter Angebote von Baufirmen.

Dürrröhrsdorf-Dittersbach. Die Gemeinde steckt weitere 123 000 Euro in die Modernisierung der Kindertagsstätte im Ortsteil Wilschdorf. Das hat der Gemeinderat jetzt beschlossen. Das Geld stammt aus dem Förderprogramm „Brücken in die Zukunft“ und war ursprünglich für den Bau neuer Bushaltestellen vorgesehen. Dieser kommt vorerst nicht zustande – die Ausschreibung verlief nicht so, wie man sich das im Rathaus vorgestellt hatte.

Zum ersten Mal wollte die Gemeinde den Auftrag im April vergeben, als Komplettpaket mit insgesamt sieben Bushaltestellen in verschiedenen Ortsteilen, die es zu erneuern galt. Es reagierte allerdings nur eine Baufirma auf die öffentliche Ausschreibung, und deren Angebot lag 30 000 Euro über den geplanten Kosten. Die Gemeinde stoppte das Verfahren, strich eine Haltestelle von der Liste und schrieb die anderen erneut aus, diesmal jede einzeln, in der Hoffnung, dass sich mehrere kleine Firmen fänden, die noch Kapazitäten hätten. „Das Ergebnis war noch niederschmetternder“, sagte Bürgermeister Jens-Ole Timmermann (Unabhängige Bürger) nun in der Ratssitzung. Auch der zweite Anlauf wird deshalb ausgesetzt.

Stattdessen schaufelt Dürrröhrsdorf-Dittersbach die Gelder aus dem Investprogramm um. Die 90 000 Euro Fördermittel plus 33 000 Euro Eigenmittel, die in den Umbau der Bushaltestellen fließen sollten, steckt die Gemeinde jetzt in die Wilschdorfer Kindertagesstätte. Dort wird ohnehin gerade gebaut. Diesen Sommer haben die Bauleute einen Anbau hochgezogen, mit dem die Kapazität der Einrichtung knapp um die Hälfte steigt. Statt 33 Kindern wie bisher können künftig 15 weitere im „Zwergenland am Weinberg“ betreut werden. Die Erweiterung kostet rund 330 000 Euro und wird über das gleiche Förderprogramm finanziert, das auch für die neuen Bushaltestellen angedacht war.

Mit den freigewordenen Mitteln will die Gemeinde jetzt zusätzlich zum neuen Anbau das bestehende Gebäude modernisieren. Der Altbau erhält einen zeitgemäßen Sanitärbereich, zudem sollen die Räumlichkeiten der Krippenkinder umgebaut werden. Diese Maßnahmen waren ohnehin für das kommende Jahr angekündigt, mit der aktuellen Entscheidung sind sie beschlossene Sache.

Für die Bushaltestellen soll es trotzdem eine Lösung geben. Sie seien nicht abgeschrieben, erklärte Bürgermeister Timmermann. Die Gemeinde will sie Schritt für Schritt sanieren und hat dafür andere Förderprogramme speziell für den öffentlichen Nahverkehr aufgetan. Die Förderquoten lägen dabei mit 90 Prozent sogar höher als beim Investprogramm „Brücken in die Zukunft“ mit seinen 75 Prozent. Die Gemeinde würde nach eigenen Berechnungen dadurch noch 13 000 Euro einsparen, sagte Timmermann.

Besonders wackelig sind die Wartehäuschen in Porschendorf. Sie werden eventuell noch dieses Jahr weggerissen.